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[Film] Ich schaue Aquaman

Superheldenfilme sind immer ein Risiko. Es kann ganz witzig laufen. Oder aber eben die größte Zeitverschwendung seit dem letzten schlechten Superheldenfilm sein. Das Problem ist, dass man meist die Geschichte des Helden schon kennt, und nur noch schauen will, was sie sich diesmal überlegt haben. Über Aquaman wusste ich im Prinzip gar nichts, das war ein Vorteil.

Das schauen von diesen Filmen, wo Action wichtiger als Story ist, beruhigt mich meistens. Deshalb schaue ich gerne Actionfilme. Das ist so, seit ich mit zwölf (?) El Mariachi und Desperado gesehen habe. Alles fliegt in die Luft, alle sterben, man bekommt nicht wirklich mit, worum es eigentlich geht. Das ist auch egal, weil es ja in erster Linie darum geht, dass alle auf seltsame Art sterben. Mission erfüllt.

Ich bin die Geschichtensammlerin. Ich muss Geschichten aufsaugen und rote Fäden verfolgen. Wenn es zu einfach ist, gefällt es mir nicht. Wenn es zu unlogisch wird, mag ich es auch nicht. Ein schmaler Grad.

Ich bin ein Mädchen. Oder war mal eines. Aber ich habe noch nie einen Superheldenfilm angeschaut, nur weil ich den Schauspieler sehen wollte. Natürlich könnte man das bei Aquaman machen. Jason Momoa dürfte einer der coolsten Typen der Welt sein, nebenbei schaut er auch noch gut aus. Es ist einer von den Typen, von denen man lieber Interviews youtubt, als die tatsächlichen Filme anzuschauen. Auch blöd. Aber was soll man denn machen, wenn alle Dialoge in den Filmen so nervig sind?

Gedanken, die ich während Aquaman hatte (Vorsicht, eventuell Spoiler)

  • Ist das Nicole Kidman?
  • Oh, da will ich wohnen
  • Stormtroopers?
  • Schießen die mit Wasser?
  • Ok, warum muss sie weg? Warum killt niemand ihren Sohn, wenn sie weg ist? Schon mal was von Erbfolgekriegen gehört?
  • Nicht gegen das Glas klopfen!
  • Warum sind die anderen so viel größer, wenn es ein Schulausflug ist?
  • Der Hai hats voll drauf
  • „Aquaman“ aus Fischen????? Wirklich?
  • Okay…. Wer sind die Guten und wer die Bösen?
  • Wie schauen UBoote eigentlich heutzutage aus?
  • UBootPiraten!
  • This was your grandfathers knife – oy, wenn du es deinem Sohn weitergibst, wirst du in den nächsten 5 Minuten sterben.
  • Warum hat er kein T-Shirt an? (Nicht, dass ich mich beschwere, aber eine Jeans ist doch unpraktischer als ein T-Shirt unter Wasser, oder?)
  • BAAAM! Ist er unsterblich oder wie genau sind seine Grenzen? (Ich weiß nichts über Aquaman, auch jetzt weiß ich nicht genau, wie viel er aushalten kann)
  • Bissi risky alles in die Luft zu jagen, bevor dein Sohn weg ist, oder?
  • Haha. (Ich hätte fast gelacht)
  • Okay, die Selfiesache war witzig…. aber dass sie es in den Film schafft, ist kein gutes Zeichen.
  • Seepferdchenarmee?
  • Haiarmee?
  • WHATTHEFUCK IST DAS ÜBERHAUPT?
  • Wo sind ihre Kiemen?
  • Willem Dafoe auf einem Hammerhai. Es ist Willem Dafoe. Da kann man doch nicht lachen.
  • Warum floaten Orms Haare nicht? (Es kommt halt doch auf die Frisur an)
  • Oh, die Statuen! Die wunderschönen Stauten! (Ich bin halt doch Historikerin)
  • Der schwimmt so nah an die Schiffsschraube, dass ich an hunderte Wal-Bilder denken muss, wo die Wale so aufgeschnitten waren von Schiffen…? Wäh
  • Simba-Nala-Moment: -Komm zurück und sei König. -Nein.
  • Wer ist sie überhaupt? Kennen die sich schon länger?
  • Meer ist schon sehr gruslig.
  • Heißt das jetzt, Orm kann nicht an der Luft atmen, wie sonst alle? Oh, war das nur eine Nachricht und er ist eigentlich gar nicht da? (Häää???)
  • ohoh große welle. das geht sich ja nie aus.
  • Wieso hat sie dermaßen rote Haare? Gibts Schwarzkopf auch unter Wasser?
  • Ah. Jetzt erklärt sich das mit dem Luftatmen. Willem Dafoe schmeißt einen Fisch aus dem Fenster. Das erste Mal, wo ich tatsächlich lache.
  • Wow. Die Frau hat echte Probleme den Text rüberzubringen. Ich meine, es ist schlechter Text, aber sie betont alles komisch. Das hätte man schon besser machen sollen.
  • ich mag Rückblenden
  • Seit ich die Flash-Serie gesehen habe, habe ich echt Angst davor, dass irgendwelche eifrigen Wissenschaftler ein Projekt starten, und die Hälfte der Stadt explodiert. Einfach so.
  • AAARGH! Sind die Dialoge einfach schlecht oder vielleicht doch die Schauspieler?
  • Ich vergesse andauernd, dass sie unter Wasser sein sollten
  • Wieso schaut das so komisch aus?
  • Würden die Studios tot umfallen, wenn sie einmal ein gscheites Drehbuch sehen würden?
  • Jaaa. natürlich. nimm doch Challenges an, bevor du weißt worum es geht…. so coool
  • Weglaufen? Wirklich? Vor allen Leuten, die deine Untertanen werden sollen? Das bringt dir keine Bonuspunkte. Echt nicht.
  • Das sind Wassermenschen. Warum geht es ihnen in der Wüste so gut? Ich muss mal wieder Ocean Girl anschauen (beste Kinderserie aus den 90ern – oh, da gibt es auch eine Princess Mera…..)
  • Oh! Sizilien!
  • Woher hat sie eigentlich die Kleidung? Und warum nimmt sie Schuhe mit Absätzen, wenn sie auf der Flucht ist?
  • Blumensnack! Wäh.
  • Warum heißen sie eigentlich immer Black Panther, Black Adam oder Black Manta, aber nie White Superman, White Flash oder White Batman?
  • Ist er tot?
  • oh, wirklich, wenn du wen sterben lasst, ist es deine Schuld, dass sein Sohn dich hasst? Emotional range of a teespoon
  • Bitte, lieber Gott(?), lass mich niemals so einen Sturm auf einem Boot erleben.
  • Kingdom of the Trench…. und jetzt ist seine Mutter die neue Königin der Trench? …. Ah nein. Nicht ganz. Noch unwahrscheinlicher. Sie kommen durch das gleiche Portal! Und vor ihr ist das noch niemandem gelungen?
  • Aha. Mit dem Dreizack kommt auch die Uniform. Klar.
  • Wie arg wäre es, wenn Unterwasser voll der Krieg abgeht und wir bemerken es einfach nicht? Aja, überall auf der Welt ist Krieg und wir bemerken es nicht wirklich. No difference
  • Leuchte, Dreizack, leuchte!
  • ihr seid FREI – ach, doch nicht! Mindcontrol – aber keine Angst, Aquaman ist eh der Gute. Da ist es doch egal, ob ihr frei seid, nicht wahr?
  • Leute! Ihr seid Brüder! Hört gefälligst auf zu streiten, sonst gibts kein Abendessen! Hausarrest! Nur noch euer Seepferdchen darf mit euch spielen, sonst keiner!
  • Hm
  • Wenigstens haben sie nicht auf das Happy End für den Vater vergessen
  • Hm
  • da hätte man schon ein schöneres Abspann-Lied finden können.
  • Natürlich ist er nicht tot! Es muss ja einen zweiten Teil geben.

Werde ich den Film nochmal anschauen? Vermutlich nicht. Absolute Zeitverschwendung war es jetzt aber auch nicht. Ich habe meine Erwartungen an Superheldenfilme so weit heruntergeschraubt, dass man mich eigentlich nur noch positiv überraschen kann.

Jurassic Park-Wochenende

Mein kleiner Bruder hat zu Weihnachten die „Jurassic-Park-Collection“ geschenkt bekommen. Also alle vier Filme. Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich die ersten Filme gesehen habe. Meine Mutter, die am liebsten Liebesfilme anschaut, ist begeisterter Jurassic Park -Fan und hat uns damals dazu verführt.

Auch wenn die Dinosaurier laut meinem Bruder nicht korrekt dargestellt werden (er muss es ja wissen), mag ich die Filme sehr. Wahrscheinlich weil ich die Bücher nicht gelesen habe, das ist ja meist so.

Den kapitalistischen Arschlochmenschen eines reinzuwürgen kommt aber immer gut. Also war ich in zwei Tagen mit zwanzig Jahren Filmgeschichte durch.

Im Grunde läuft ja ein Film viermal in verschiedenen Variationen.

Mensch spielt mit DNA und Gentechnik herum. Mensch erschafft Dinos, kann sie aber nicht kontrollieren. Gute Menschen kommen auf Insel um nachzuschauen, wie es läuft oder jemanden zu suchen oder jemanden zu retten. Böse Menschen kommen auf die Insel, um Dinos zu jagen oder einzufangen. Viele Menschen sterben. Mehr gute als böse Menschen schaffen es lebend von der Insel herunter.

Die Ausnahme ist natürlich der letzte Teil, in dem es einen funktionierend Park gibt, dann erst mit Genen herumgespielt wird und dann alles vor die Hunde geht, wobei der T-Rex diesmal der Retter ist. Auch irgendwie cool.

Naja. Das war also mein Wochenende.

Life will always find its way.

Drachenzähmen leicht gemacht (Film)

Ich liebe Animationsfilme. Die meisten jedenfalls. Einige gefallen mir besser, einige schlechter, natürlich. Ganz besonders gefallen hat mir in den letzten Jahren How to train your dragon.

Normalerweise bin ich ja nicht sooo begeistert von Drachen, aber ich liebe diese Szene, wo Hiccup zu Toothless mit einem Fisch kommt. Ich liebe es, wie sie sich annähern. Ich liebe die Mimik des Drachen und seine ganzen Bewegungen.

Es ist so herrlich detailliert. Das gilt natürlich auch für die anderen Charaktere. Die Geschichte selbst ist leicht erzählt, aber auch nicht so oberflächlich, dass einem langweilig wird.

Ein Dorf von Wikingern wird tagtäglich von Drachen angegriffen. Hiccup, der Sohn des Chefs, ist genau das Gegenteil von einem brauchbaren Kämpfer. Er baut verschiedene Geräte, damit er auch Drachen erledigen kann, bisher jedoch ohne Erfolg. Das ändert sich, als er den gefährlichsten Drachen überhaupt erwischt: einen Night Fury. Doch als Hiccup ihn im Wald töten will, bemerkt er, dass er Mitleid hat. Stattdessen wird das Monster befreit und freigelassen. Doch der Drache hat sich so schwer verletzt, dass er alleine nicht mehr fliegen kann. Hiccup baut ihm also eine Ersatzschwanzflosse, die allerdings nur mit einem Reiter auf dem Drachen funktioniert. Daraufhin freundet sich Hiccup mit dem Drachen an und lernt dabei so viel über Drachen, dass er schließlich in Drachentrainingsklasse unschlagbar wird. Seine „Belohnung“ ist es, einen Drachen vor dem ganzen Dorf zu töten. Und das kann natürlich nicht gut gehen.

Viel Teamwork, viel Verständnis für andere haben und natürlich mit Happy End.

Grand Budapest Hotel (Film)

Zwischen den Weltkriegen, zwischen den Bergen, zwischen Recht und Unrecht, lebte Monsieur Gustave, der legendäre Concierge des Grand Budapest Hotels. Der Page Zero folgt ihm und lernt alles von Gustave. Neben der verrückten Erzählweise, den vielen Wendungen und den skurrilen Abenteuern ist der Extrabonus für jeden Filmfan, dass jede kleine Nebenrolle mit großen Stars besetzt wurde.

Zu diesem Film ist so viel geschrieben worden, dass ich mich damit gar nicht aufhalten will. Ich habe ihn erst drei Mal gesehen, also habe ich noch nicht alles begriffen, was er zu bieten hat. Also schaut ihn euch an.

100 min., Abenteuer, Komödie, Drama, 2014, Englisch, ab 12 J.

Regie führte Wes Anderson (Die Royal Tenenbaums)

Tony Revolori als Zero

Ralph Fiennes (auch: Harry Potter 4-8, Die Herzogin, Brügge sehen … und sterben) als M. Gustave

F. Murray Abraham (Salieri in Amadeus) als Mr. Moustafa

Adrien Brody (Der Pianist, Darjeeling Limited) als Dmitri

Willem Dafoe (Once Upon A Time In Mexico, Spiderman) als Jopling

Jeff Goldblum (Jurassic Park, Will & Grace, Independence Day) als Kovacs

Harvey Keitel (Pulp Fiction, Sister Act, From Dusk Till Dawn) als Ludwig

Jude Law (Anna Karenina, Sherlock Holmes, Das Kabinett des Dr. Parnassus) als Schriftsteller (jung)

Bill Murray (…und täglich grüßt das Murmeltier, Lost in Translation, Ghostbusters) als M. Ivan

Edward Norton (Fight Club, Frida, Hulk) als Henckels

Saoirse Ronan (The Way Back, Wer ist Hanna?, Abbitte, In meinem Himmel) als Agatha

Jason Schwarzman (Saving Mr. Banks, Darjeeling Limited) als M. Jean

Léa Seydoux (Inglourious Basterds, Die Schöne und das Biest 2014) als Clotilde

Tilda Swinton (Narnia, The Beach) als Madame D.

Tom Wilkinson (Lone Ranger, Shakespeare in Love, Batman Begins) als Schriftsteller

Owen Wilson (Midnight in Paris, Nachts im Museum) als M. Chuck

Florian Lukas (Die Gänsemagd, Tatort) als Pinky

Karl Markovics (Die Fälscher, Die Vermessung der Welt, Franz Fuchs, Mein Nestroy) als Wolf

Volker Michalowski (Inglourious Basterds, Das Leben der Anderen) als Gunther

Bob Balaban (Monuments Men, Mexican) als M. Martin

Autumn Blood (Film)

Ich muss dauernd an Stieg Larssons „Verblendung“ denken: Wenn du ein Mädchen vergewaltigst, musst du es töten. Als logische Konsequenz, sonst landest du im Knast oder Schlimmeres.

Ich könnte die gesamte Handlung des Filmes hier beschreiben und ihr müsstet euch den Film trotzdem noch ansehen. Aber damit es für alle spannend bleibt, werde ich das Ende verschweigen.

Und darum geht es.  Der Bürgermeister kann die Mutter nicht in Ruhe lassen. Der Vater will ihn vertreiben, also erschießt der Bürgermeister den Vater. Jahre später hat der Bub noch immer nicht wieder angefangen zu sprechen. Die Mutter vegetiert vor sich hin. Das Mädchen und der Bub versorgen sich selbst und helfen der Mutter. Eines Morgens wacht die Mutter nicht mehr auf. Es ist der Tag, an dem das Mädchen von dem Jäger beim Baden entdeckt und vergewaltigt wird. Die Kinder beerdigen die Mutter. Das Mädchen fälscht die Schrift der Mutter und geht ins Dorf, das Sozialgeld abholen. Der Bürgermeister wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie geschlagen wurde. Und der Bürgermeister stellt seinen Sohn zur Rede. Weil sie auch mal drankommen wollen, fahren der Metzger und ein Freund zusammen mit dem Jäger (der ja auch der Sohn des Bürgermeisters ist) hinauf auf die Almhütte und bedrohen den Bub bis das Mädchen das Gewehr hergibt und auch der Metzger seinen Spaß hatte. Danach ist das Mädchen apathisch und wird von dem kleinen Buben versorgt.

Die Sozialarbeiterin kommt ins Dorf und stellt Nachforschungen an. Sie stößt auf Schweigen. Die Kinder verstecken sich vor ihr.

Der Jäger, der Metzger und der Freund fahren noch einmal zur Hütte. Die Kinder laufen in den Wald. Die Männer verfolgen die Kinder. Denn sie können niemanden laufen lassen, den sie so zugerichtet haben.

Und hier breche ich ab. Happy End kann es nach all der Gewalt ja sowieso nicht mehr geben. Jedenfalls nicht für alle.

Nein, ich habe nicht Schreiben verlernt, ich habe nur versucht, die Stimmung einzufangen. Die Handlung ist wahnsinnig klar und einfach. Sie braucht keine Worte, nur Bilder. Es gibt keine Dialoge, nur ein paar gemurmelte Sätze. Handeln, nicht reden. Lustig, das aus meinen Tasten zu lesen, nehme ich an. Ich werde immer Worte brauchen. Naja, hier nicht.

Die Bilder sind toll, natürlich. Berge. Schön, kalt und traurig und hart. Und nass, aber das liegt wohl am Wasserfall.

Die Musik treibt, spannend, aber manchmal auch störend. Vielleicht war mir die Musik im Kino einfach zu laut, kann auch sein, aber manchmal hätte eine sanftere Musik gereicht.

Wunderbare junge Darsteller, was wieder beweist: wenn Kinder Dialoge aufsagen, wird das nichts. Du musst sie spielen lassen. Ohne Worte. Dann wird alles gut. Sehr beeindruckend gelungen. Wäre auch blöd, wenn die in den Tiroler Bergen Standarddeutsch sprechen würden.

Die Vergewaltigungsszene, falls ihr euch davor fürchtet, ist übrigens schön unscharf gehalten. Ihn sieht man, sie nicht und das macht das ganze leichter erträglich.

Der Film wird als Alpenwestern bezeichnet, eine seltsame Schublade in die vermutlich kein einziger Film hineinpasst und schon gar nicht dieser.

Als der kleine sich mit dem Gewehr vors Haus gesetzt hat, hat es mir nicht nur das Herz zusammengekrampft, nein, ich musste auch an Straw Dogs denken.

Obwohl die Erzählweise eher langsam und ruhig ist, was vermutlich daran liegt, dass ohne Worte erzählt wird, habe ich mich während der eineinhalb Stunden kein einziges Mal gelangweilt und dass, obwohl das UCI Graz beschlossen hat, den Film erst um 22.45h beginnen zu lassen; eine Zeit also, in der einem manchmal die Augen zufallen könnten. Ist aber nicht passiert. Nicht mal meiner Schwester und das unter der Woche.

Ich empfehle ja nie (selten) was weiter, aber das ist eine Empfehlung 😉

Regie: Markus Blunder

Schauspieler:

Sophie Lowe als das Mädchen (zB auch bekannt als Alice in Once Upon A Time In Wonderland)

Peter Stormare als der Bürgermeister (zB auch in 1000000 (oft kleinen) Rollen: Chocolat, Bad Boys, Minority Report, Leverage, Arrow, Hawaii Five-0, CSI, usw.usw.)

Maximilian Harnisch als der Bub

Annica McCrudden als die Sozialarbeiterin

Gustaf Skarsgård als der Metzger (zB Kon-Tiki, Vikings, Patrik 1.5, The Way Back)

Samuel Vauramo als der Jäger

Tim Morten Uhlenbrock als der Freund

George Lenz als der Angestellte

Nelly Gschwandtner als die Frau des Jägers

Jacqueline Le Saunier als die Mutter

Zum Schluss auch noch der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=_u8oW8qrwCM

Drama, Thriller, 100 min., Englisch, 2013

Anna Karenina (Film 2012)

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich versucht habe, diesen verxxxelten Roman zu lesen. Es ist einfach so fad! Aber fade Buchvorlage oder nicht – Joe Wrights Filme fand ich bis jetzt immer recht gut und wenn Kelly MacDonald, Matthew MacFayden und Jude Law in einem Film spielen, so muss man sich ihn auch anschauen. Ja, Keira Knightley natürlich auch, was habt ihr alle nur mit ihr?  Übrigens: Aaron Taylor-Johnson ist auch erwachsen geworden, wenn wir schon mal bei Klatschgeschichten sind – ich kenne ihn ja noch als Prosper in „Herr der Diebe“, da war er noch süß (jetzt ist er sexy, aber nicht in diesem Film, das liegt an dem grausigen Oberlippenbart – igitt).

Es ist beinahe falsch, hier von einem Film zu sprechen. Diese Inszenierung ist ein Theaterstück, irrsinnig-komisch aneinander gereihte Szenen, die kleine Geschichten schaffen und zärtlich miteinander verweben, aber so viel besser, als das Buch es vermochte!

Die Geschichte ist inhaltlich ja bekannt: Anna, Ehefrau des Karenin, lässt sich auf eine Affäre mit Graf Vronski ein – nein, sie verlieben sich unwiderstehlich auf den ersten Blick. Annas Bruder nimmt es auch nicht so genau mit der ehelichen Treue und betrügt seine Ehefrau Dolly. Deren Schwester Kitty wiederum lehnt den Heiratsantrag von Levin ab, da sie sich ihrerseits auf Vronski Hoffnungen macht. Ojojoj. Schließlich heiratet sie Levin doch. Anna, die von Vronski schließlich eine Tochter bekommt, verliert sich in Schuldgefühlen und stürzt sich vor den Zug. Alles kleine und große Skandale in der Welt der St. Petersburger und Moskauer höheren Gesellschaft.

Und hier die Liste, die ihr überall sonst auch findet:

Regisseur war Joe Wright (Stolz und Vorurteil, Abbitte, Wer ist Hanna?)

Matthew MacFayden als Oblonsky (Stolz und Vorurteil, Drei Musketiere)

Kelly MacDonald als Dolly (Wer ist die Braut, Harry Potter 7, Eine zauberhafte Nanny)

Keira Knightley als Anna (Fluch der Karibik 1-3, London Boulevard, Abbite, Stolz und Vorurteil, Domino)

Jude Law als Karenin (Grand Budapest Hotel, Sherlock Holmes 1+2)

123 min, Drama, Romantik, 2012, Englisch

Mr. Nobody oder Once upon a time there was a daddy and a mommy, named the daddy and the mommy.

Wie lange wird es wohl noch dauern, bis Jared Leto so alt aussieht, wie er ist?

Worauf es mir bei Filmen ankommt, ist der Überraschungseffekt. Ich muss auch noch, wenn ich den Inhalt kenne, von einem Film überrascht werden können. Vom Drehbuch (besonders gut oder besonders schlecht), von der Handlung (möglichst viele Wendungen, bitte) oder von Kamera oder Schnitt. Also, wenn ihr die Handlung nicht wissen wollt, hört auf zu lesen.

Diesen Film kann man nämlich unwahrscheinlich oft anschauen, ohne die Handlung „richtig“ zu verstehen. Wie Schreiber/Regisseur Jaco van Dormael sagt: „Der Film ist wie das Leben selbst, er wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.“

Jetzt hat man vielleicht die lächerlichen paar Zeilen gelesen, die versuchen, wenigstens einen Teil des Films vorauszusehen, zu beschreiben, zusammenzufassen.

Es funktioniert nicht. Dann steht da so etwas wie: Der 118jährige Nemo Nobody erinnert sich an sein Leben. Er erzählt drei Geschichten, jedes Leben mit einer anderen Frau. Welche war das echte?

Oder so etwas: Der 9jährige Nemo muss sich entscheiden, ob er bei seinem Vater bleiben oder mit seiner Mutter nach Kanada ziehen will. Doch diese Entscheidung beeinflusst sein ganzes zukünftiges Leben. Wir folgen ihm bei jeder Entscheidung.

Der Film selbst ist ziemlich lang. Er enthält etliche Szenen, die man auch hätte weglassen können, allerdings finde ich persönlich, dass die Kinofassung an den falschen Stellen gekürzt wurde. In der Kinofassung bemerkt man nicht, dass er schon den Unfall vorhergesehen hat.

Aber die Szenen selbst sind meist wunderschön. Es gibt wunderschöne Close-ups, Augen, Tränen, Härchen, die sich aufstellen. Besonders gefallen mir auch die Übergänge. Ein Spielzeugflugzeug deutet die Reise von Europa nach Amerika an. Ein Haus wird von einem Schuh zertreten. Wirklich interessant gemacht.

Der ganze Film dreht sich eigentlich um den Butterfly-Effekt. Ein Regentropfen löscht Annas Telefonnummer? Tja, Nemo, dann hättest du besser nicht die billige Jeans kaufen sollen, denn dann hätte der arme Brasilianer nicht seinen Job verloren und hätte kein Ei kochen können. Die zusätzliche Hitze hat dann nämlich zu starken Regen im Norden des Kontinents geführt.

Oft wird Nemo die Entscheidung einfach abgenommen. Ein Blatt landet an der falschen Stelle, ein Vogel knallt gegen eine Scheibe, und das beste: Die Münze sagt ja und nein. Nemo will keine Entscheidungen treffen, er will nicht wissen, was das dann auslöst.

Wenn man sich den Film anschaut, dann so zum dritten oder vierten Mal, könnte man auf Details achten. Auf die Dinge, die in vielen Leben des Nemo Nobody eine Rolle spielen. Schienen, zum Beispiel. Oder Blätter, Wasser, Schmetterlinge, Fotos und Münzen, natürlich.

Was ich herausgeschnitten hätte, wären die meisten Karo-Szenen. Obwohl es natürlich lustige Szenen sind, tragen sie nur einmal wirklich etwas bei.

Es ist also wieder einmal ein Jared-Leto-Film, der mich zutiefst verwirrt, aber sehr beeindruckt zurücklässt. Über Jareds Spiel will ich nicht urteilen, ich glaube, ich bin nicht unparteiisch genug. Sehr super auch Sarah Polley als Elise und Juno Temple als junge Anna. Natürlich ist das Netzt, das im Hirn eines Zuschauers gesponnen wird, nicht mehr entwirrbar. Soll heißen, dass ich nach zweimal anschauen noch immer meine Schwester fragen musste, in welchem Leben Nemo jetzt eigentlich alt werden kann (sie wusste es: einmal bei Elise). So ein Film ist kein für normale Zuseher hollywoodmäßig perfekt zurechtgeschnittener Fetzen. Da muss man schon schauen und denken.

Übrigens ist dieses In-die-Zukunft-schauen sehr praktisch, wenn man eine Selbstmordgefährdete Ehefrau hat.

Jetzt einmal zum Inhalt. Oder zu dem, was ich gesehen habe.

Zuerst einmal: der Film beginnt mit dem Tod. Es sind nicht nur drei Leben, die Nemo da leben könnte, denn es sind tausende kleine Entscheidungen, die unser Leben bestimmen, und jede Entscheidung verändert die Zukunft. Zum Guten oder zum Schlechten.

Mit dem Auto ertrinken, in der Badewanne erschossen werden: immer wieder findet ein recht junger Nemo (Mitte 30) den Tod im Wasser und landet dann in der Leichenhalle.

Doch plötzlich befinden wir uns in der Zukunft: Der 118jährige Nemo lebt in den Erinnerungen und behauptet steif und fest, er wäre erst 34. Ein Arzt in einer sehr sterilen Zukunft stellt ihm Fragen. Die Menschen in der Zukunft werden nicht mehr an Altersschwäche sterben, Nemo wird der letzte sein und ist deshalb ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt.  Doch der Arzt hypnotisiert ihn, um den Zugang zu seinen Erinnerungen zu öffnen, und wir kommen mit – schon ist Nemo wieder 34.

Er ist verheiratet mit Elise und hat drei Kinder. Doch anscheinend auch wieder nicht: Nemo nennt seinen Sohn beim falschen Namen und –schwupps- schon ist er mit Jeanne verheiratet, äußerst depressiv und uninteressiert an seinen Söhnen oder Geschäftspartnern. So uninteressiert, dass wir alles ganz verschwommen im Hintergrund sehen. Doch –durch einen Unfall im Fernsehen ausgelöst – befindet sich Nemo plötzlich mitten auf der Straße, im Auto, frisch verheiratet mit Elise, eine Explosion folgt.

Und dann gehen wir zurück, in die Zeit vor Nemos Geburt und Nemos zutrauliche Kinderstimme begleitet uns. Bevor Menschen geboren werden, wissen sie alles. Und dann kommen die Engel des Vergessens und das kleine Kind vergisst alles. Doch Nemo wurde ausgelassen. Er weiß alles.

„Once upon a time there was a daddy and a mommy, named the daddy and the mommy. They found a cute little baby, and called it the cute little baby…“

Und die wunderbare Leichtigkeit der Musik trägt uns fort und begleitet Nemo durch die seltsamen, aber doch meist unbeschwerten Tage seiner frühen Kindheit.

Ein Journalist kommt zum alten Nemo. Er will einen Artikel schreiben, über den letzten Sterblichen. Nemo soll aus seinem Leben erzählen, wie es war, als alle Menschen sterblich waren. Er erzählt aus allen Leben, und von allen Entscheidungen, die er treffen sollte.

Wissenschaftssendung (Jared Leto sollte das weiterhin machen, dann würde es mehr Leute interessieren): Was war vor BigBang? Es gab kein vorher. Zeit hat nicht existiert. Zeit ist nur entstanden, weil sich das Universum ausbreitete. Was passiert aber, wenn das Universum aufhört, sich auszudehnen? Was passiert dann mit der Zeit? Wir erleben Zeit nur in eine Richtung, oder? Und deswegen ist es so wichtig, die richtige Entscheidung zu treffen. Weil man keine zweite Chance hat.

Drei Mädchen fallen dem kleinen Nemo auf: Anna (rotes Kleid), Elise (blaues Kleid) und Jeanne (gelbes Kleid). Sie bleiben Nemo im Gedächtnis und uns auch, sehen wir doch, wie Nemo Anna, Elise und Jeanne heiratet.

Nemo weiß die Zukunft. Er sieht einen schrecklichen Unfall voraus. Nemo weiß die

Zukunft, was seine Eltern verwirrt und ihn zum Sonderling macht.

Nemo mag Anna, er beobachtet sie beim Schwimmen. Er springt vom Sprungbrett, doch er kommt nicht mehr nach oben.

Mommy geht fremd, mit Annas Vater, die Eltern streiten und Nemo steht am Bahnhof. Er steht da und wird sowohl vom Vater als auch von seiner Mutter aufmunternd angeschaut. Die Mutter steigt in den Zug und Nemo beginnt zu laufen.

Nemo läuft. Er erwischt den Zug und flüchtet in die Arme seiner Mutter.

Nemo läuft. Sein Vater ruft seinen Namen, er dreht sich um und stolpert.

Nemo läuft. Sein Schuh geht auf, er muss stehen bleiben.

Der Vater umarmt ihn.

Die Mutter umarmt ihn.

Der Reporter will vom alten Nemo wissen, was wirklich passiert ist. Ist Nemo jetzt bei seiner Mutter oder bei seinem Vater aufgewachsen?

„Du hättest ja auch bei deinem Vater bleiben können, oder?“

Nemo wird Teenager.

Wir hören es durch die verschiedenen Sandman-Versionen als Hintergrundmusik.

Annas Vater kommt zum Essen, Nemo sagt seinen Tod voraus und Nemos Mutter wird sauer. Doch Anna tritt wieder in sein Leben.

Nemo kann nicht schwimmen. Er beleidigt Anna und bedauert es Jahre später. Er sieht die Zukunft und macht es rückgängig.

Sie bleiben Freunde, lieben sich. Als er ihr erzählt, dass er die Zukunft sehen kann, reagiert sie nicht wie alle anderen und glaubt ihm. Immer wenn er eine Entscheidung trifft, sieht man kurz die Folgen.

Die Eltern ziehen zusammen. Nemo schleicht sich in Annas Bett, sie werden morgens fast erwischt.

„Alles ist in Ordnung“

Nemo lebt bei seinem Vater. Der Vater ist krank, sitzt im Rollstuhl. Nemo arbeitet nach der Schule, er sagt, es ginge ihm gut. Er kümmert sich gut um seinen Vater und immer, wenn der Vater will, dass Nemo sich amüsiert, sagt Nemo: „Es ist alles in Ordnung, mir geht es gut.“ Abends fährt er auf seinem Mofa über die Straßen und schreit alles heraus. In der Nacht setzt er sich an die Schreibmaschine und schreibt Geschichten über Raumschiffe und die Landung auf dem Mars.

Nemo beschreibt die Reise zum Mars und den Kolonien. Die Reise dauert Monate und die Passagiere sind dabei in einem Kälteschlaf.

Auch Nemo ist dort und er murmelt: „Elise.“

Nemo wirft eine Münze, geht auf Party, trifft Elise, die einen anderen liebt.

Nemo geht Elise nach, verspricht ihr ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, wenn sie stirbt. Elise sagt, sie sei kein guter Mensch, doch Nemo versteht nicht.

Wissenschaftssendung: Liebe. Warum Liebe? Woher kommt Liebe, was passiert im Körper? Oder geht es der Natur sowieso nur um Fortpflanzung? Nachdem alles abgedreht ist, ruft er Anna an, denn mit Anna ist Nemo glücklich verheiratet. Doch ein Vogel knallt gegen seine Windschutzscheibe und sein Auto landet im Wasser, Fische fressen ihn.

Nemos Mutter trennt sich von Annas Vater, doch Nemo und Annas Beziehung wird immer intensiver, überschäumender.

Nemo sieht Elise mit Stefano, er fährt sauer davon. Ein Blatt verursacht einen Mofaunfall und Nemo landet im Krankenhaus.

Da will Nemo hinaus und entscheidet sich anders.

Nemo bleibt und sagt Elise, dass er sie liebt. Sie liebt Stefano, doch Stefano sie nicht. Da trifft Nemo Entscheidungen oder Vorsätze:

  • Er will nichts mehr dem Zufall überlassen.
  • Er will das erste Mädchen heiraten, das heute Abend mit ihm tanzt. Und das ist Jeanne, die ihn liebt, aber niemals von ihm geliebt wird.
  • Er will reich werden.
  • Er will ein Haus haben, gelb angestrichen, mit Garten, ein Cabrio, ein rotes Cabrio
  • Er wird zwei Kinder haben, weiß auch schon die Namen
  • Und er wird einen Pool haben. Er wird schwimmen lernen.
  • Und er wird nicht aufhören, bis er all das erreicht hat.

Nächstes Bild: Nemo liegt im Pool, Gesicht nach unten treibt er an der Oberfläche. Jeanne holt ihn rechtzeitig heraus. „Elise?“, fragt er, doch es ist Jeanne, die sich besorgt über ihn beugt. In seinem Abschiedsbrief hat er geschrieben, dass er nicht mehr weiß, ob er noch lebt. Er verletzt sich, um es auszuprobieren.

„Wenn ich älter bin, habe ich einen Pool“

Nemo wacht auf und liegt als Teenager neben Anna. Die Eltern trennen sich, die Kinder weigern sich auseinander zu gehen, doch schließlich verschwindet Anna aus seinem Leben. Seine Mutter wirft Annas Brief weg. Mit seiner Mutter kommt Nemo gar nicht klar.

Als er erwachsen ist, reinigt er bei anderen Leuten den Pool.

In Gedanken ruft er ständig nach Anna.

Weil eine Obdachlose Hilfe braucht, bleibt Nemo länger am Bahnhof und sieht Anna wieder. Sie können nicht glauben, dass sie es wirklich sind, haben aber aufeinander gewartet. Anna will Zeit, sie will sich sicher sein, dass sie Nemo diesmal nicht verliert. Doch ein Regentropfen fällt auf die Telefonnummer- seine einzige Verbindung zu Anna.

Nemo wartet auf Anna beim Leuchtturm und träumt die Zukunft, in der sie zu ihm kommt. Er ruft sie in Gedanken wieder zu sich. Sie hört ihn.

Nemo drängt Elise in eine Beziehung und  heiratet sie.

Doch Elise ist später depressiv; weint, liegt im bett, möchte nichts, weiß aber nicht, was mit ihr los ist.

Nemo versucht alleine Arbeit, Haushalt und die drei Kinder am laufen (und bei Laune) zu halten, doch die Kinder spüren, dass es der Mutter schlecht geht. Am Geburtstag ihrer Tochter steht Elise auf und die Familie hat einen schönen Tag. Nemo lässt am nächsten Tag sein Auto waschen und als er nach Hause kommt, steht Elise im Regen auf der Straße und weint. Sie will ihn verlassen und schreit. Nemo trägt sie ins Haus und versucht, sie zu beruhigen.

Der kleine Nemo überlegt sich nun ein anderes Elise-Leben. Er sitzt im Theater und sieht die Hochzeit mit Elise. Dann fahren die beiden überglücklich im Auto. Der Lastwagen vor ihnen explodiert. Elise stirbt. Der Witwer redet mit der Urne, deckt immer für zwei. Er beobachtet Verfall und Zeit, in dem er Sachen (Obst) während dem Verfallen fotografiert und dann rückwärts abspielen lässt.  Dieser Rücklauf fasziniert ihn, er macht ihn beinahe glücklich.

Der Reporter ist verwirrt von den Erzählungen des Alten: Ist Elise nun gestorben, oder hatte er drei Kinder mit ihr?

„Nemo, tue ich eigentlich Zucker in meinen Kaffee?“

Während Nemo versucht, es der depressiven Elise recht zu machen, dreht er sich um, und plötzlich liegt Jeanne im Bett. Sie macht ihm klar, dass sie weiß, dass er sich umbringen will, und bittet ihn, es nicht zu tun.

Nemo ritzt „ja“ und “nein“ in eine Münze. Immer, wenn er eine Entscheidung treffen muss, wirft er nun die Münze. Das endet damit, dass er aufgrund einer Verwechslung in der Badewanne erschossen wird.

Die depressive Elise sagt Nemo, dass sie immer noch Stefano liebt. Obwohl er Elise umarmt und er ihr sagt, dass er sie liebt, versteht er nicht, was in Elise vorgeht. In der Nacht verlässt Elise Nemo und die Kinder. Nemo schreibt ihr daraufhin ein neues Leben. Er schreibt, dass sie ganz entfernt von der Realität ist, dass sie einen Beauty Shop hat und versunken in Stefanos Foto auf Kunden wartet. Als Stefano aber in ihren Laden kommt, erkennt sie ihn gar nicht.

Wissenschaftssendung: Diesmal steht der Witwer vor der Kamera. Er redet über Zeit. Was passiert, wenn das Universum aufhört, sich auszudehnen? Wird sich die Zeit dann umkehren?

Als alles abgedreht ist, fällt Nemo auf, dass Peter, ein Mitarbeiter, nicht da ist. Am Nachhauseweg sieht Nemo, wie Peters Auto im Wasser gelandet ist. In diesem Leben war Peter Annas Mann und fuhr den Wagen gegen den der Vogel knallte.

Später treffen sich Anna und Nemo wieder auf dem Mars. Anna studiert Zeit und Nemo löst sein Versprechen gegenüber Elise ein, dass er ihre Asche am Mars verstreut. Anna erzählt ihm, dass der Zerfall des Universums 2092 erwartet wird.

Es gibt eine Abstimmung, ob der alte Nemo getötet werden soll, oder am Alter sterben darf. Die Abstimmung fällt so aus, dass sie ihn töten wollen. Er meint zum Journalisten, dass er keine Angst vor dem Sterben habe, nur Angst, er hätte nicht genug gelebt. Er sagt, er müsse bis zum 12.2.2092, 5.50h am Leben bleiben.

Der Journalist will wissen, welches jetzt das richtige Leben war.

Jedes von diesen Leben ist das richtige Leben

Der alte Mann fragt den Journalisten, was ihn denn so sicher mache, dass er tatsächlich existiere. Er meint, eigentlich sei doch alles nur die Vorstellung eines armen 9jährigen Jungen, der eine riesige Entscheidung treffen muss.

Er konnte sich nicht entscheiden, weil er nicht wusste, was passieren würde. Jetzt weiß er es und kann sich erst recht nicht entscheiden

Zugzwang: der einzig mögliche Zug ist, nicht zu ziehen

Der kleine Nemo bläst ein Blatt in die Luft und es fliegt -zu der stelle wo Anna kommt, als Nemo am Leuchtturm auf sie wartet

Nemo stirbt alt und sein letztes Wort ist „Anna“. Es ist der 12.2.2092.

Dann zieht sich das Universum wieder zusammen, das heißt die Zeit dreht sich zurück. Nemo lacht.

Bilder:

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http://www.monstersandcritics.de/artikel/201105/article_187021.php/Mr-Nobody-Blu-ray

Eclipse oder Kreischt, so laut ihr könnt

Jedes Mal, wenn ich vor acht Uhr abends ins Kino gehe, sitzen komische kleine Kinder um mich herum, bei denen man sich fragt, ob die Altersgrenze gar nicht kontrolliert wird. Nicht falsch verstehen: ich liebe kleine Kinder, aber nicht in Filmen, in denen sie nichts verloren haben.

An den seltsamsten Stellen wird dann gequietscht oder gekichert oder mit Popcorn geworfen.

Der bisherige Höhepunkt war aber der dritte Teil der Twilight-Saga, Eclipse. Wie immer mit meinen Schwestern.

Nach dem ziemlich schwachen, zweiten Teil habe ich mir überlegt, ob ich mir Eclipse überhaupt im Kino geben soll. Aber da es gerade nichts anderes spielte, sind wir eben doch gegangen.

Tja- der Film ist ungefähr so:
 

Bella und Edward küssen sich – alle kleinen Mädchen im Kino machen: Ahhh

Jacob mit nacktem Oberkörper: alle machen Uuuh

Bella sagt ja: Applaus!!

Die Hirnamputierten haben im Ernst geklatscht! Im Kino! Wozu? Wer soll das hören?

Wenn ich mich früher schon gefragt habe, wieso man im Flugzeug klatscht, bin ich jetzt vollkommen verwirrt. Demnächst höre ich einen guten Song im Radio und spende Applaus! Yippie! 
 

Aber irgendwie beschreibt meine Situation im Kino auch den ganzen Film: absolut unnötig! Der dritte Teil ist ja auch von den Büchern der schwächste- alles vor dem Letzten ist nur so hineingeschoben- aber da nur auf Zielgruppe zugeschnitten wird und nicht auf Fangewinn, glaube ich nicht, dass der Vierte besser wird. Da kann ich ja gleich Harry Potter schauen.

Leichter Lichtblick waren natürlich Jasper und Rosalie, mit Schmunzel-Sprüchen und interessant gemachten Lebensgeschichten.