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History Slam – Wittrich „Libertate!“

Der History Slam online ist zurück und Wittrich macht den Anfang mit seinem Text „Libertate!“ Es geht um Rumänien, Ende der Diktatur und die Umstellung von Planwirtschaft auf Marktwirtschaft.

Faktencheck-Hintergrund-Video

Damit die Wirtschaftsthemen niemanden abschrecken, gibt es hier eine kurze Zusammenfassung, was passiert ist:

Wittrichs Text und Interview

Und hier ist Wittrichs Text. Dazu ist er von Christine Teichmann auch noch interviewt worden, um seine persönlichen Gedanken und Erfahrungen erzählen zu können.

Meine Kämpfe mit der Sprache

Damit ihr seht, wie leicht ich mir vor der Kamera tue, hier ein paar Minuten, in denen ich verzweifelt gegen meine Zunge und meine Hirnaussetzer ankämpfe.

History Slam – Osama „Königsberg“

In diesem letzten Beitrag vom History Slam beschäftigt sich der Wiener Slam Poet Osama mit den Dingen, die sein Urgroßvater so gemacht hat. Dieser ist nämlich als Geschichtsbuchschreiber und Archivar in die Geschichte von Königsberg eingegangen.

Historiker*innen sind immer Beobachtende, Kommentierende. Man bringt uns an der Uni bei möglichst objektiv zu kommentieren, aber immerhin wissen alle, dass es unmöglich ist, zu irgendetwas keine Meinung zu haben. Ich kann nur keine Meinung haben, wenn ich keine Ahnung habe. Wenn ich eine Sache ignorieren will, wenn sie mir nicht bewusst ist, dann ist es gut, wenn man keine Meinung dazu äußert. Aber wenn man über bestimmte Aspekte in der Politik schreiben will, beschäftigt man sich eben damit. Und dann kann man seinen Quellen (seien es Literatur oder Zeitzeugen) vertrauen oder eben nicht. Man kann nicht alles unkommentiert übernehmen, dazu gibt es zu viele Perspektiven. Das heißt, man hangelt sich an einigen Perspektiven, die man selbst für wahrscheinlich hält, entlang. Vielleicht erwähnt man auch noch einige Extreme, die das Gegenteil empfinden, was man selbst gerade darstellte. Einfach um einen Überblick zu erschaffen. Um Leuten die Chance zum Wählen und Entscheiden zu geben. Viele Menschen brauchen das Gefühl, dass sie selbst auswählen, was sie glauben.

Jetzt ist es zu jeder Zeit und in jedem Land natürlich unterschiedlich gefährlich zu sagen, was man denkt. Ich hoffe aber, dass es immer wieder Leute geben wird, die ihre Versionen der Geschichte darstellen, damit keine Gleichförmigkeit entsteht. Man kann nicht alle Stimmen hören. Aber man kann zumindest alle reden lassen, die tatsächlich etwas zu sagen haben. Dann sind ihre Geschichten irgendwo da draußen. Und werden vielleicht hunderte Jahre später gelesen und gehört, und tragen dann dazu bei, dass man ein bisschen mehr versteht als zuvor.

History Slam: „Grab in den Lüften“ von Ann Air

Beim History Slam gehts weiter mit einem Beitrag von Ann Air aka Natalie Rouanet. Die Slam Poetin, Autorin, Übersetzerin widmet sich der Geschichte der Adele Kurzweil.

Der Text ist auf Deutsch und Französisch, das Video wurde von Ann Air wunderschön selbst gestaltet, das Interview führte Florian Supé.

Hier habt ihr noch ein paar Links:

Ann Airs Homepage

Stolpersteine

Hier gibts das Factsheet

History Slam – „Liebe Irene“ von Kathi Rea

Habt ihr das History Slam- Video der Woche schon gesehen? Im Workshop haben wir Kathi Rea kennengelernt, eine Grazer Künstlerin, die sich intensiv mit der Schriftstellerin Irene Ransburg (1898 – 1944) beschäftigt hat.

Und hier noch ein paar Links, damit ihr euch weiterklicken könnt:

Hier findet ihr alle Videos vom History Slam, jede Woche ein neues: https://www.youtube.com/channel/UCQgsL6NYDT38kR0P8Jlo1Gg

Seht euch noch mehr Kunst von Kathi Rea an: https://www.facebook.com/themoonlightriver/?ref=py_c

Hier sind die Hintergrundinfos: https://www.facebook.com/…/a.726998954…/760079534577197/

Die Stolpersteine gibt es in vielen europäischen Städte. Sucht mal in eurer Stadt. Irene Ransburgs war der erste Stolperstein in Europa, der in Brailleschrift gemacht wurde. Hier gibts eine Übersicht von allen Stolpersteinen, die in Graz verlegt wurden: http://www.stolpersteine-graz.at/stolp…/ransburg-irene/…

„529“ von Christine Teichmann – History Slam Online

Es ist immer schade, wenn eine Veranstaltung, in die man schon viel Zeit und Organisation investiert hat, nicht stattfinden kann. Das ist jetzt schon der zweite Grazer History Slam, den wir ca zwei Wochen vorher absagen müssen.

Ich bin froh, dass, wie auch letztes Mal, der dazugehörige Workshop noch abgehalten werden konnte.

Diesmal haben wir die Veranstaltung ins Internet verlegt und nicht komplett absagen müssen. Die Interviews und die Performances werden von Florian Supé und Christine Teichmann aufgenommen und von mir zusammengeschnitten, zu einem lieben, kleinen Video, das ihr euch bequem von zu Hause aus anschauen könnt.

Überall sagen die Leute, Kunst und Theater triffts am härtesten, und alles wird verboten, auch wenn es keine Cluster gibt, weil sich alle an die Hygienekonzepte halten. Aber ich verstehe auch, dass man eben lieben in Sicherheit bleibt, mit den Menschen, die man sowieso schon angesteckt hat, als rauszugehen und noch mehr Viren zu verbreiten. Das ist klar, dass Kunst und Kultur da als erstes wegfallen, weil man vieles eben auch von Zuhause aus genießen kann. Wenn man kann.

Mir fällt es immer schwerer, Inhalte zur Verfügung zu stellen, weil der kreative Input fehlt. Am meisten werde ich noch immer durch andere Texte und Menschen inspiriert. Und wenn ich zu Hause hocke und lese, dann werde ich eher an meinen großen Buchprojekten weiterschreiben, als kurze Minitexte zum sofort Veröffentlichen.

Dazu kommt, das die normalen Geldeinnahmequellen versiegen. Drei Workshops hätte ich im November gehabt, die wahrscheinlich eh nach irgendwann verschoben werden, aber man spürts. Ich hab während der letzten dreißig Jahre gelernt mit Geld zu jonglieren, ich bin es gewöhnt, aber irgendwie hab ich heute keine Lust auf „Kein Geld, kein Geld, kein Geld!“ Wenn ihr mir helfen wollt, klickt rechts oben: Ko-fi. Danke!

Von Lügen und Loyalität

Wenn man einen Verein gründet, kann man schon fix damit rechnen, dass es Intrigen und Streit geben wird. Meist führt der Streit zu Abspaltung, Erneuerung und Neustart – oder zum Ende.

Meist gibt es machtgierige Personen, Lügner*innen und Leute, die nicht auf Privilegien verzichten wollen, die sie sich gar nicht erarbeitet haben. Das Wohl aller wird vergessen und eigene Motive werden rücksichtslos verfolgt. Manchmal ist man überrascht, wer welche Ziele verfolgt. Manchmal hat man es schon von weitem – in Zeitlupe – kommen gesehen und hat nichts dagegen gemacht, weil man das Schlimmste befürchtet, aber das Beste gehofft hat.

Out with the old

Einige Menschen haben „menschliche Größe“. Sie wissen, dass sich was ändern muss, wählen aber einen humanen, vielleicht sogar liebevollen Weg. Vielleicht sogar einen, der mehreren Leute nutzt und nicht nur ihnen selbst.

Und dann gibts eben Arschlöcher. Diese Spezies denkt nur an persönlichen Vorteil und vernichtet alle, die ihren Zielen anscheinend im Weg stehen. Sie sind sich sicher, dass alles Alte ausgelöscht werden muss, um etwas Neues (oder Altes in neuem Kleid) zu machen. Zur Vernichtungsstrategie gehören Lügen, Intrigen und gelegentlich Rechtsstreits, die auf den Lügen und Intrigen fußen. Warum muss man die Gründer*innen und Mentor*innen vernichten, bevor man was Neues anfängt?

Und wieso funktionieren Lügen über Menschen so gut? Weil sie nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Menschen können Menschen manipulieren, das ist normal für sie. Und Menschen sind einfach menschlich. Sie haben Fehler, sie haben schlechte Tage, sie wünschen sich manchmal, dass alle um sie herum einfach verschwinden!

Und genau da setzen die Lügen an. Bei allen Schwächen. Alles, was nicht okay war, wird aufgeblasen zu einem Skandal. Dinge, die vor Jahren schon geklärt waren, werden plötzlich wieder ausgegraben. Perspektive ist alles. Wer zuerst spricht, dem glaubt man. Denn alles, was danach kommt, klingt wie eine Rechtfertigung.

Und die anderen sagen: „Ach, ich habs mir ja schon immer gedacht.“ Niemand ist überrascht.

Aber was wäre, wenn all diese Erzählungen so stark übertrieben sind, dass man sie nur noch als Lügen bezeichnen kann? Was wäre, wenn das, was ihr euch „eh schon gedacht“ habt, in Wahrheit von jemandem ganz anderen verbrochen wurde? Jemand, den man noch braucht, und den man deshalb nicht bezichtigen kann. Deshalb beschuldigt man die, die ins Feindbild passen. Manchmal gab es Fehler, die diese Menschen gemacht haben. Sie waren nicht so schlimm, wie man sie darstellt. Aber der Skandal ist geschaffen. Die Fronten sind festgelegt. Die Mehrheit will Alteingesessene fallen sehen. Die Mehrheit ist sensationsgeil.

Und deshalb schweigen die, die die Wahrheit kennen.

Silence is a weapon

Ich kenne die Wahrheit und schweige auch. Nicht weil ich will, dass sich alles ändert. Nicht weil ich das Alte fallen sehen will. Sondern weil ich sehr selten tatsächlich sage, was ich denke. Ich bin eine von den Stummen. Und die Stummen sind die größten Feinde der Wahrheit. Wenn wir nicht mitreden, gewinnen die, die Lügen erzählen. Also warum erzähle ich nicht die Wahrheit? Weil ich keine direkt Betroffene bin? Weil ich nicht mit hundert Idioten herumstreiten will? Vielleicht. Ja, ganz bestimmt sind das auch Gründe.

Ich war immer die, die schweigt. Das heißt, dass man mir Geheimnisse anvertraut und ich verwahre sie. Das heißt, das Leute zu mir kommen, damit sie ihren Scheiß bei mir abladen können. Das heißt, dass ich erst rede, wenn jemand zu mir sagt: Raus damit.

Bisher habe ich nur mit Leuten gesprochen, die mich nach der Wahrheit gefragt haben. Da hab ich dann im Einzelgespräch erzählt, wie ich die ganze Situation wahrnehme. Und alle so: Wow, oh, okay, wir glauben dir. Zumindest ein bisschen, weil: Es muss doch was Wahres dran sein? So arge Lügen erfindet man doch nicht zum Spaß? Doch. Manche Leute erfinden soo arge Lügen, nicht aus Spaß, sondern um sich Vorteile zu verschaffen. Marketing. Und ich stoppe die Leute, ich berichtige die Lügen, aber eben auf kleiner Ebene. Ich spreche mit Leuten, die ich erreiche. Ich nütze nicht das Internet um Leute zu erreichen, weil ich Diskussionen im Internet idiotisch finde. Die Leute sagen Dinge, die sie sich in echt nicht zu sagen trauen. Deshalb schreibe ich keine großen Postings. Ich lasse mich nicht darauf herab.

Vielleicht ist das ein zu einfacher Weg für mich. Vielleicht ist es an der Zeit, mein Schweigen im großen Stil zu brechen. Denn viele Leute haben es einfach verdient, dass ich Klartext rede. Viele Leute haben meine Loyalität ganz einfach nicht mehr verdient. Denn sie haben viel zu viel Scheiße gebaut. Wenn dein Leben anderen schadet, dann musst du dein Leben ändern. Sonst kannst du gleich von der nächsten Brücke springen.

Das führt mich zu einer alles bestimmenden Frage: Schadet mein Schweigen mehr oder schadet mein Reden mehr?

Wochenrückblick – KW 11 – 09. bis 15. März 2020

Oh mein Gott, was für eine Woche! So schön hat es begonnen und dann: alles wurde abgesagt! Am Montag haben wir noch unbekümmert Karten verkauft und am Dienstag drückt uns die Pressekonferenz die Luft ab. Dementsprechend motiviert war meine Woche dann auch- Ich hatte keine Lust mehr auf irgendwas.

Nachdem am Dienstag auch alle Uni-Veranstaltungen abgesagt wurden, hatte ich am Mittwoch aber Zeit nach Bruck an der Mur zu fahren und bei dem Slam dort mitzumachen. Es wurde überlegt, ob der auch abgesagt wird, aber am Dienstag waren alle noch so: „Hey, wenn weniger als hundert Leute kommen, geht das Virus nicht hin!“

Donnerstag waren wir abends noch in einem Lokal und Freitag war die Stimmung dann so ziemlich weg. Gearbeitet habe ich fast gar nichts, weil ich diese Woche für die Veranstaltungen freigehalten habe. Ein bisschen Unizeug, aber das war es dann auch schon.

Am Samstag hatten wir dann aber doch unseren Stream-Slam. Wenn schon Comedyslam und Sezession abgesagt werden, dann kommen wir eben übers Internet- haben wir uns zumindest gedacht. Von fünf Leuten blieben dann aber drei zu Hause, aus Vorsicht, aus Krankheit- was solls. Ich war auf jeden Fall da und wir haben ausprobiert, wie ein Streamslam so funktioniert und was man alles braucht.

Das Video dazu findet ihr hier:

Sonntag habe ich dann endlich wieder arbeiten können. Das war anscheinend so ein blöder Schalter, der sich in meinem Kopf umgedreht hat, und dann habe ich den ganzen Sonntag Videos aufgenommen und geschnitten und geplant. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ein besseres Mikrofon brauche.

Ich plane, „überbrücken“ aufzunehmen, so als Hörbuch, würde euch das gefallen? – Es ist ja nur mal ein Plan, aber auf der Liste der Dinge, die ich kaufen muss, stehen jetzt schon Computer, Drucker und Mikrofon und langsam wünsche ich mir echt, dass mein Geburtstag bald daherkommt…..sind ja nur noch vier Monate…. oy.

Aber insgesamt hätte die Woche schlimmer sein können, stimmungstechnisch war Freitag das Tief, aber ich bin am Sonntag wieder voller Action gewesen. Yeah.

Handyssee

Ich habe seit Juli 2017 ein Smartphone, das heißt ich habe später als die meisten anderen damit begonnen. Natürlich gewöhnt man sich extrem schnell an diese blöde Bequemlichkeit.

Oft lasse ich das Handy irgendwo liegen und beachte es stundenlang nicht. Als ich krank war, lernte ich die Spiele darauf aber schätzen, weil man echt nicht mehr aufstehen muss. Meist stelle ich es auf lautlos, damit mich Benachrichtigungen nicht ärgern.

Natürlich musste sich das mal rächen. Eines Tages habe ich es im Bus liegen gelassen. Und weil es kein Geräusch machte, hat sich wohl niemand dazu verpflichtet gefühlt, dranzugehen.

Dass es fehlt, habe ich sofort gemerkt. Ich habe mich bei den Postbussen gemeldet und ein Online-Formular vom Fundbüro Graz ausgefüllt. Nach drei Tagen habe ich die Nachricht bekommen, dass im Bus kein Handy gefunden wurde. In der Hülle des Handys stecke dazu noch meine öbb-Vorteilskarte, also: da stand mein Name drauf!

Ich habe keine Ahnung, was das Problem war, auf jeden Fall wurde das Handy zum öbb-Fundbüro gebracht, aber trotz der Öbb-Karte wurde ich nicht verständigt. Da könnte man sich schon mal fragen, wieso nicht. Wenn wer alle meine Daten hat, dann ja wohl die.

Jedenfalls wird nach einem bestimmten Zeitrahmen alles an das Fundbüro in Graz übergeben. Aber auch dort wurde nicht das von mir ausgefüllte Formular zur Hilfe genommen, sondern meine Adresse herausgefunden und mir einen Brief statt ein Email geschickt. Wtf? Schon klar, man kann mich logischerweise nicht anrufen, aber einen Brief???

Es geht um mein Handy, da zählt jeder Tag, verdammt. Ich hatte gerade an dem Tag einen neuen Akku für das alte Handy meines Bruders gekauft und einfach nur Geld rausgehauen, weil man meine Verlustanzeige ignoriert hat?! Und so eine Scheiße in diesem dämlichen digitalen Zeitalter, wo doch alle zu Paranoiden werden, weil jede und jeder überall verfolgt werden kann. Aber nein, ein Handy an die Besitzerin zurückgeben, nein, das geht nicht, es steht ja nur der Name drauf.

Jedenfalls hab ich mein Handy wieder. Dafür muss ich anscheinend dankbar sein. Bin ich ja auch, weil ich viele Fotos nicht gesichert hatte. Aber bei einer funktionierenden Infrastruktur hätte ich es eigentlich am nächsten Tag – spätestens – wieder haben müssen.

Poetry Slam-Landesmeisterschaften Stmk-Ktn

Nur kurz: Seit 2015 mache ich Poetry Slam. Und jetzt wurde ich für die Landesmeisterschaften Steiermark und Kärnten nominiert. Yeah!

Wenn ihr zuschauen wollt, kommt in die Brücke. Die Vorrunden finden am 29.09.17 statt, das Finale ist am 30.09.17. Alle weiteren Infos findet ihr hier: https://www.facebook.com/events/237614830094595/?ti=as