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[Hostel] Hilfe! Ich werde aufgefressen!

Mir ist schon klar, dass ich hier am Land bin. Und das die Natur gleich da draußen ist.

Aber ich mag Spinnen am liebsten draußen und nicht im Haus. Und Gelsen mag ich auch am liebsten … nicht. Ich mag keine Gelsen. Aber Gelsen lieben mich. Macht mich fertig. Ich habe auf den Füßen (Füßen! Nicht Beine!) allein zehn Gelsenstiche. Da sind die Beine echt noch nicht mitgezählt. Füße ist der Bereich, den man mit Socken und Schuhen bedecken sollte, wenn man im Sommer draußen sitzt. Aber ich war halt zu faul und es war halt warm genug. Meh. Und jetzt leide ich. Alles juckt und ist aufgekratzt, weil ich in der Nacht anscheinend mit einem Fuß den anderen kratze. So ein Blödsinn! Aber ihr kennt Gelsen.

Zurück zu meinem Spinnenproblem.

Ich hatte in meiner Kindheit Panik vor Spinnen, weil ich im Reptilienzoo Happ einen Dokumentarfilm über eine Spinne gesehen habe. Irgendeine Giftspinne in den USA, die es bei uns gar nicht gibt – aber das hat mich als Kind so gar nicht beruhigt.

Mittlerweile hab ich keine Angst mehr vor Spinnen. Gar keine! Wenn meine Schwester eine Spinne sieht, ruft sie mich! So gar keine Angst. Meine Höchstleistung war, dass ich mit bloßen Händen – mit bloßen Händen!!!! – eine Spinne aus dem Kinderwagen gezupft hatte. Das war eklig. Und ich konnte die Spinne dann an meinem Arm krabbeln spüren, weil ich nicht gesehen hab, wo das Biest hinflog, als ich sie wieder losgelassen habe. Aber sie war weg.

In meine kleine Wohnung in Graz verirren sich vielleicht drei- vier Spinnen pro Jahr. Hier im Haus sind hunderte Spinnen. Jedes Mal, wenn ich Zimmer putze, zerstöre ich einen Quadratkilometer an Spinnennetzen. Und die Spinnen sind darüber anscheinend nicht erfreut. Denn für jedes zerstörte Netz, bauen sie drei neue. Da muss ich an Blackfire denken (For everyone you lock up, there’ll be a thousand more). Oy.

Also wenn ich irgendwann mal nicht mehr schreibe, dann sind mir entweder die Ideen ausgegangen – oder aber ich mache einen auf Frodo in Teil drei. Oder Piper in Episode 6.18 (ja natürlich musste ich nachschauen, welche Folge das war, ich bin doch kein Charmedjunkie).

Jedenfalls brauch ich dann Hilfe, okay?!

Romantisch wie ein Stein oder Literaturnachhilfe

Überall stehen Menschen, die Blumen verteilen. Ich denke mir „Wie oft im Jahr ist eigentlich Valentinstag?“ und nehme die Blume entgegen. Nein, es ist Weltfrauentag. Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Eine kleine Aufmerksamkeit, die man nicht braucht, ist einfach nicht so schön, wie etwas, dass man immer schon wollte. Aber deshalb heißt das nicht, dass wir den Penisträgern dieser Welt die Blumen wieder zurückschmeißen. Nein. Wir lächeln und danken und denken „Wohin mit dem Scheiß?“

Ein paar Leute haben sich beschwert, dass ich so unromantisch bin. Und die haben Recht.

Ich bin die, die sich bei Kussszenen noch mal Chips holt. Ich bin die, die sagt: „Romeo und Julia ist doch keine Liebesgeschichte. Sechs Leute sterben in drei Tagen, weil alle sich lieber hassen als miteinander zu reden.“ Ich bin die, die feststellt: „Hey, wenn Rose jetzt in dem Boot sitzen geblieben wäre, hätte Jack den ganzen Scheißkasten für sich gehabt.“

Ich mach das nicht absichtlich, so was passiert mir.

Aber ich gebe den Disneyfilmen und den Büchern die Schuld. Weil alle Lehrer*innen uns ein völlig falsches Bild der Geschichten vermitteln wollen. Dauernd wird soviel hineininterpretiert. Aber jetzt bin ich ja da, und kann das grade biegen.

Literaturnachhilfe.

Nibelungenlied: Siegfried badet sich nicht gründlich genug, deshalb sterben aus Gier und Rache drei Königshäuser aus.

Romeo and Juliet: In drei Tagen sterben sechs Menschen, weil sich alle hassen.

Die Leiden des jungen Werthers: Sie liebt dich nicht. Töte dich bitte früher.

Leutnant Gustl: Er hat dich beleidigt. Töte dich oder töte ihn, aber tu endlich etwas!

Notre Dame de Paris: Domprobst Frollo ersticht Hauptmann Phoebus, die Zigeunerin Esmeralda wird dafür verhaftet und eingesperrt. Quasimodo kann sie nicht vor der Hinrichtung retten und stirbt in ihrem Grab.

Heidi: Niemand möchte ein Waisenkind großziehen. Weil sie so lieb und verrückt ist, wollen schließlich alle das Waisenkind behalten.

Pride and prejudice: Töchter haben kein Geld, alle hassen sich, Töchter verlieben sich, alle heiraten.

Sense and sensebility: Töchter haben kein Geld, alle hassen sich, Töchter verlieben sich, alle heiraten.

Anne of Green Gables: Niemand möchte ein Waisenkind großziehen. Weil sie so lieb und verrückt ist, wollen schließlich alle das Waisenkind behalten.

Der Hobbit: Zwerge wollen zu einem Berg und sind zu blöd, um den Adlern zu sagen, wo sie hin wollen. Alle kämpfen, viele sterben.

Der Herr der Ringe: Hobbits, Menschen und Zwerge sind zu blöd, um den Adlern zu sagen, wo sie hinwollen. Alle kämpfen, viele sterben.

Harry Potter: Du bist ein Zauberer, Harry. Alle kämpfen, viele sterben, alle heiraten.

Hunger Games: Präsident Snow steckt Kinder in einen Wald, um ihnen beim Sterben zusehen zu können. Zwei überleben.

My sisters keeper: Anna ist das Ersatzteillager für ihre Schwester. Sie will das nicht mehr und verklagt ihre Eltern. Anna stirbt bei einem Autounfall, ihre Schwester bekommt ihre Niere und überlebt.

The book thief: Liesls Pflegeeltern verstecken einen Juden im Keller. Liesl stiehlt Bücher und liest sie im Keller. Bombe fällt auf Haus, alle sterben, außer Liesl.

–> Memo an micht: Immer zum Lesen in den Keller gehen.