Schlagwort-Archive: hotel

[hostel] Bitte schaut was ihr bucht!

Viele Leute, die zu mir kommen, sind überrascht. Was? Kein Einzelzimmer? Was? Kein Doppelbett? Was, kein eigenes Badezimmer? Leute! Ihr habt ein Hostel gebucht, kein Hotel. Wieso überrascht euch das?

Gut, manche sind auch überrascht, dass Bettwäsche und Handtücher, Kaffee und Tee im Preis inkludiert sind. Aber die meisten Leute erwarten mehr. Und das bringt mich zu einer Frage: Ihr bucht über Booking.com – Wie könnt ihr nicht auf die Fotos und Zimmerbeschreibungen achten? Wieso bucht ihr ein Zimmer, ohne zu schauen, wie es ausgestattet ist?

Ja, es ist das einzige Haus unter 100 Euro pro Nacht in der Umgebung, aber trotzdem! Schaut, was ihr bucht anstatt euch aufzuregen.

Was ist ein Hostel?

Ein Hostel ist eine Unterkunft, meist genutzt von Backpackern oder Kleingruppen, die nicht viel Geld ausgeben wollen. Das heißt: Mehrbettzimmer, geteiltes Badezimmer, geteilte Küche und Aufenthaltsräume. Es heißt MITEINANDER, nicht gegeneinander, okay? Okay.

Was sollte ich beachten, wenn ich in privat geführten Hostels absteige?

  • Die Check-in-Zeiten! Ich mache alle Zimmer alleine fertig. Wenn ich am Vortag weiß, dass ihr drei Stunden zu früh vor der Tür stehen werdet, dann arbeite ich eben bis 22h! Ist ja kein Problem, aber wenn ihr mir das nicht sagt, dann mach ich um 20h Feierabend und dann sind die Zimmer noch nicht fertig, wenn ihr aufkreuzt. Nicht mein Problem! Trotzdem ungut! Und natürlich verstehen die Gäste das. Aber mir macht das einfach nur Stress, wenn ihr im Weg herumsteht, während ich versuche, eure Zimmer im Schnelldurchgang zu putzen. Bitte tut mir das doch nicht an! Warnt mich wenigstens vor!
  • Das gleiche gilt auch für die Abreise. Ihr könnt die Aufenthaltsräume nutzen, solange ihr wollt, aber räumt das Zimmer leer, damit ich mich über die Bettwäsche hermachen kann. Waschen, Trocknen, Bügeln- ihr kennt den Drill- braucht ewig und muss früh begonnen werden!
  • Nehmt Rücksicht aufeinander! Ihr teilt euch Bad und Küche, breitet euch nicht aus, lasst auch noch Platz für die anderen. Ja, für diese eine Nacht seid ihr nicht der Mittelpunkt des Universums. Ist schwer zu checken. Stimmt. Die anderen Gäste wollen nicht eure halbvollen Bierflaschen wegräumen, bevor sie zur Kaffeemaschine kommen. Sie wollen auch nicht die Badewanne auslassen, bevor sie duschen können. Und nein: Natürlich kontrolliere ich nicht nach jedem Gast das Badezimmer. Wie auch? PS: Krach machen bis vier Uhr morgens, wenn Hunde und Kleinkinder im Nebenzimmer sind, ist dumm. Lasst das doch einfach.

Wow, 34 Euro pro Person ist aber billig! Wahrscheinlich ein 5-Sterne-Hotel!

Jetzt ist es passiert, dass ein Paar gebucht hat, gekommen ist, sich alle Dreibettzimmer (weniger als Dreibett habe ich nicht) zeigen hat lassen und dann wieder storniert hat. Wenn du in einem nagelneuen Sportwagen daherkommst, dann willst du nicht hier übernachten. Okay. Verstehe ich. Aber warum buchst du dann ein Zimmer für 60,- statt für 300,-? Du kannst es dir leisten. Also gönn dir! Und meckere nicht, sondern schau vorher, was du da buchst!

Ihr könnt telefonisch buchen. Aber die meisten Leute buchen über booking.com. Und da sind Fotos von allen Zimmern. Natürlich können Fotos lügen. Aber wir halten sie aktuell. Da sind keine Fotos von anderen Hotels, nur welche von diesem Hostel. Da steht auch überall, dass es geteilte Badezimmer gibt. Was ist das Problem? Klickt ihr überall drauf, ohne zu lesen, was abgeht? Das ist gefährlich, okay. Macht das doch nicht.

Ich beschwere mich schon wieder. Dabei habe ich echt liebe Gäste. Die meisten sind sehr freundlich und mit allem zufrieden. Oder haben zumindest geschaut, was sie buchen. Es sind nur einzelne Leute, die 30 Euro zahlen und 300 Euro Wert wollen.

Ich vergesse viel zu oft, die normalen Leute wertzuschätzen, und die Arschlöcher einfach zu vergessen. Ich glaube nicht, dass ich die einzige bin, die das Problem hat.

[Hostel] Putzen

So. Jetzt habe ich also begonnen. Check-in, Check-out, Zimmer herrichten und Blumen gießen. Das hat Tatjana gesagt. So als Jobbeschreibung. Hilfsarbeiten, hat sie gesagt, für die ich eigentlich überqualifiziert bin, aber sie macht sie ja auch. Solche Arbeiten sind sehr meditativ, aber wirklich nicht entspannend. Hauptsächlich besteht meine Arbeit bis jetzt aus Bügeln und Stiegen rauf- und runterlaufen.

Tatjana sagt immer, das Haus ist ihr Fitnessstudio. Und das stimmt auch. Meine Arme und meine Beine tun weh und ich hab Muskelkater an Stellen, an denen ich doch eigentlich gar keine Muskeln habe?!

Das Haus hat fünf Ebenen und ich kann gar nicht zählen wie oft ich an einem Tag rauf- und runterrenne, weil ich irgendetwas vergessen habe! Wenn ich das Großfamilienzimmer putze, wasche ich vier Ladungen Wäsche direkt hintereinander. Gewaschen wird im 1. Stock, aufgehängt im dritten! Ich habe den Wäschekorb übrigens noch nicht gefunden, was aber völlig egal ist, weil es eh nur Bettzeug ist, das gewaschen wird, keine Kleinteile.

Ich begann um 7.30h und ich habe um 21.30h aufgegeben

Mein erster Arbeitstag begann um 7.30h und ich habe um 21.30h aufgegeben und das restliche Bügeln und Bettenüberziehen auf den nächsten Tag verschoben. Auch gut! Ich kann mir mehr Zeit lassen, das ist okay. Und die Spinnweben auf der Stufe und in meinem Zimmer kann ich auch morgen wegsaugen – oder übermorgen. Das geht.

Ich habe übrigens auch Handtücher und Putzlappen gewaschen. Und dann habe ich die Putztücher am Wäscheständer vergessen und dann kam ein Gewitter. Hehe. Was zur Folge hatte, dass ich am nächsten Tag beim Kompost ausleeren, fünf oder sechs bunte Flecken im Gras fand. Und aufsammeln durfte. Und Putztücher putzen muss! WTF?

Der Drucker hasst mich. Jedes Mal muss ich ihn eine halbe Stunde bitten, das zu tun, was ich will. Mein Handy hat im oberen Stockwerk kein WLAN, weil der Router es nicht mag.

Ich beruhige mich damit, dass am ersten Tag alles schief gehen darf. Der Staubsauger will noch nicht ganz so wie ich will. Ich laufe deshalb sooft rauf und runter, weil ich immer noch vergesse, was sich in welchem Stock befindet. Das wird mit der Zeit besser werden. Badezimmerputzen ist eklig und wird immer eklig bleiben, aber dafür gibt es schließlich Handschuhe. Hotelzimmerputzen ist vor allem deshalb seltsam, weil man Dinge putzt, die eigentlich sowieso schon sauber aussehen. Und man putzt sie noch genauer, als man Zuhause jemals putzen würde!

Hinweise

An alle: Wenn ihr Windeln oder Binden verwendet, bitte BITTE! klebt sie zusammen wie von den Herstellerfirmen vorgesehen! Wäh. Vielen Dank, eure Putzfrau. (Ihr habt Glück, dass ich zehn Jahre lang Kindermädchen war, heast.)

Und falls ihr eine Putzfrau habt: Macht einen Tag lang ihren Job, dann erhöht ihr ihr Gehalt um 50%! und dann seid gefälligst dankbar!