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Challenge: Jeden Tag Tagebuch schreiben – Tag 30

Tag 30 – Wie wäre dein Leben, wenn du in einem anderen Land geboren wärest? Es ist so eine simple Frage, findest du nicht? Man kann sie beantworten mit: Anders. Oder: Schwerer. Denn Österreich macht es Leuten mit nicht-österreichischem Geburtsort schon verdammt schwer.

Mach mit!

Writing Prompts sollen inspirieren und du sollst gleich loslegen können! Ich habe mir vorgenommen, ca eine Seite zu schreiben, und es soll sofort, ohne großes Nachdenken, passieren. Die Aufgaben sind nicht aufeinander aufbauend, das heißt, du kannst sie auch durcheinander machen oder eine auslassen, wie es dir gefällt!

Tag 30 – Wie wäre dein Leben, wenn du in einem anderen Land geboren wärest?

Aber vielleicht sehe ich die Antwort wieder zu realistisch. Vielleicht wärest du ja als Prinzessin eines reichen Königshauses geboren, oder Prinz, und würdest zur Regentschaft gedrillt. Dann wäre dein Leben auch anders, und vielleicht auch schwerer. Aber auf eine verrücktere, vielleicht spannendere Art.

Willst du mit mir schreiben?

Mach die Challenge mit mir und fange an zu schreiben. Schreibe Tagebuch oder beantworte Fragen für deine Charaktere, die gerade in deinem Buch vorkommen. Oder nimm die Ideen für deinen Blog oder was auch immer. Hauptsache, du schreibst jeden Tag!

Wenn du willst, kannst du mir die Antworttexte verlinken. Wenn nicht, schreib nur für dich!

Machst du mit? Dann bis morgen!

Heutiges Gefühl

In einer Welt, in der niemand mehr schlafen kann, liegt eine Frau reglos da. Sie atmet noch, aber das ist nicht sichtbar. Auch hört man es nicht. Sie liegt einfach nur da. Für einen Moment glaubt sie, sie müsse sterben, aber sie tut es nicht. Sie atmet weiter, obwohl sie nicht weiß, wofür. Wahrscheinlich hat sich der Körper so sehr ans Atmen gewöhnt, dass er einfach von alleine weitermacht. Es ging jahrelang gut, warum jetzt aufhören?

Jetzt liegt sie da, zwischen bewusstlos und bewusst und fragt sich, warum sie nicht aufhört zu atmen.

Atmen tut weh.

Kein Atemzug, der nicht im ganzen Körper schmerzt. Ein Gewicht, so schwer wie ein Lastwagen, liegt auf ihrer Brust. Die Luft kommt nicht mehr in ihre Lungen hinein. Alles, was noch passiert, ist, dass die Tränen sich einen Weg nach draußen suchen. Auch das geht automatisch. So automatisch wie Atmen. Und es tut weh.

Irgendwann fallen ihre Augen zu. Sie schläft. Sie träumt nicht. Doch wenn sie erwacht, sind ihre Augen wieder voller Tränen und der Kopfpolster ist nass.

Sie sehnt sich nach draußen. Sie sehnt sich nach etwas, das alles besser macht. Ein Gedanke setzt sich fest. Der eine Gedanke, der sie ihr Leben lang begleitet. Morgen wird alles besser, flüstert diese Stimme in ihrem Kopf. Morgen wird alles besser. Wenn nicht morgen, dann irgendwann.

Und deshalb liegt sie da, zwischen bewusst und bewusstlos, und atmet weiter. Obwohl es weh tut.

„Menschenzeit“ von Patricia Radda

Menschenzeit

Der Mensch lebt schnell,

er liebt die Hast,

geht mit der Zeit

und ohne Rast

jagt er hinter ihr her.

Er kann nicht warten.

Stress und Unruhe liebt er,

hasst den Genuss

und setzt sich zur Wehr,

wenn er stillstehen muss.

Der Mensch liebt die Stärke.

Er verabscheut das Leben,

denn er vergeudet es oder lässt sich gar nicht darauf ein.

„Neu und modern“ muss es alles geben

und wenn er es hat, ist es schon wieder alt.

Mit voller Fahrt in den Tod,

steuert er hin auf sein Ende,

um dann zu fragen: WARUM?

Kommt an ohne Wende,

und weiß nicht mehr, wohin.

Der Mensch will also nur sterben.

Das ist sein höheres Ziel

So wie er rast, könnte man meinen:

Der weiß, wohin er will!

Doch das ist eher nicht gegeben,

denn der Mensch glaubt wenig und weiß nicht viel mehr.

Er will in den Himmel,

doch das Paradies ist leer.

Er kennt kein Entspannen,

sehnt sich nach dem Leben,

und wird sich verbannen

vielleicht … in die Hölle?