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[Film] Ich schaue Aquaman

Superheldenfilme sind immer ein Risiko. Es kann ganz witzig laufen. Oder aber eben die größte Zeitverschwendung seit dem letzten schlechten Superheldenfilm sein. Das Problem ist, dass man meist die Geschichte des Helden schon kennt, und nur noch schauen will, was sie sich diesmal überlegt haben. Über Aquaman wusste ich im Prinzip gar nichts, das war ein Vorteil.

Das schauen von diesen Filmen, wo Action wichtiger als Story ist, beruhigt mich meistens. Deshalb schaue ich gerne Actionfilme. Das ist so, seit ich mit zwölf (?) El Mariachi und Desperado gesehen habe. Alles fliegt in die Luft, alle sterben, man bekommt nicht wirklich mit, worum es eigentlich geht. Das ist auch egal, weil es ja in erster Linie darum geht, dass alle auf seltsame Art sterben. Mission erfüllt.

Ich bin die Geschichtensammlerin. Ich muss Geschichten aufsaugen und rote Fäden verfolgen. Wenn es zu einfach ist, gefällt es mir nicht. Wenn es zu unlogisch wird, mag ich es auch nicht. Ein schmaler Grad.

Ich bin ein Mädchen. Oder war mal eines. Aber ich habe noch nie einen Superheldenfilm angeschaut, nur weil ich den Schauspieler sehen wollte. Natürlich könnte man das bei Aquaman machen. Jason Momoa dürfte einer der coolsten Typen der Welt sein, nebenbei schaut er auch noch gut aus. Es ist einer von den Typen, von denen man lieber Interviews youtubt, als die tatsächlichen Filme anzuschauen. Auch blöd. Aber was soll man denn machen, wenn alle Dialoge in den Filmen so nervig sind?

Gedanken, die ich während Aquaman hatte (Vorsicht, eventuell Spoiler)

  • Ist das Nicole Kidman?
  • Oh, da will ich wohnen
  • Stormtroopers?
  • Schießen die mit Wasser?
  • Ok, warum muss sie weg? Warum killt niemand ihren Sohn, wenn sie weg ist? Schon mal was von Erbfolgekriegen gehört?
  • Nicht gegen das Glas klopfen!
  • Warum sind die anderen so viel größer, wenn es ein Schulausflug ist?
  • Der Hai hats voll drauf
  • „Aquaman“ aus Fischen????? Wirklich?
  • Okay…. Wer sind die Guten und wer die Bösen?
  • Wie schauen UBoote eigentlich heutzutage aus?
  • UBootPiraten!
  • This was your grandfathers knife – oy, wenn du es deinem Sohn weitergibst, wirst du in den nächsten 5 Minuten sterben.
  • Warum hat er kein T-Shirt an? (Nicht, dass ich mich beschwere, aber eine Jeans ist doch unpraktischer als ein T-Shirt unter Wasser, oder?)
  • BAAAM! Ist er unsterblich oder wie genau sind seine Grenzen? (Ich weiß nichts über Aquaman, auch jetzt weiß ich nicht genau, wie viel er aushalten kann)
  • Bissi risky alles in die Luft zu jagen, bevor dein Sohn weg ist, oder?
  • Haha. (Ich hätte fast gelacht)
  • Okay, die Selfiesache war witzig…. aber dass sie es in den Film schafft, ist kein gutes Zeichen.
  • Seepferdchenarmee?
  • Haiarmee?
  • WHATTHEFUCK IST DAS ÜBERHAUPT?
  • Wo sind ihre Kiemen?
  • Willem Dafoe auf einem Hammerhai. Es ist Willem Dafoe. Da kann man doch nicht lachen.
  • Warum floaten Orms Haare nicht? (Es kommt halt doch auf die Frisur an)
  • Oh, die Statuen! Die wunderschönen Stauten! (Ich bin halt doch Historikerin)
  • Der schwimmt so nah an die Schiffsschraube, dass ich an hunderte Wal-Bilder denken muss, wo die Wale so aufgeschnitten waren von Schiffen…? Wäh
  • Simba-Nala-Moment: -Komm zurück und sei König. -Nein.
  • Wer ist sie überhaupt? Kennen die sich schon länger?
  • Meer ist schon sehr gruslig.
  • Heißt das jetzt, Orm kann nicht an der Luft atmen, wie sonst alle? Oh, war das nur eine Nachricht und er ist eigentlich gar nicht da? (Häää???)
  • ohoh große welle. das geht sich ja nie aus.
  • Wieso hat sie dermaßen rote Haare? Gibts Schwarzkopf auch unter Wasser?
  • Ah. Jetzt erklärt sich das mit dem Luftatmen. Willem Dafoe schmeißt einen Fisch aus dem Fenster. Das erste Mal, wo ich tatsächlich lache.
  • Wow. Die Frau hat echte Probleme den Text rüberzubringen. Ich meine, es ist schlechter Text, aber sie betont alles komisch. Das hätte man schon besser machen sollen.
  • ich mag Rückblenden
  • Seit ich die Flash-Serie gesehen habe, habe ich echt Angst davor, dass irgendwelche eifrigen Wissenschaftler ein Projekt starten, und die Hälfte der Stadt explodiert. Einfach so.
  • AAARGH! Sind die Dialoge einfach schlecht oder vielleicht doch die Schauspieler?
  • Ich vergesse andauernd, dass sie unter Wasser sein sollten
  • Wieso schaut das so komisch aus?
  • Würden die Studios tot umfallen, wenn sie einmal ein gscheites Drehbuch sehen würden?
  • Jaaa. natürlich. nimm doch Challenges an, bevor du weißt worum es geht…. so coool
  • Weglaufen? Wirklich? Vor allen Leuten, die deine Untertanen werden sollen? Das bringt dir keine Bonuspunkte. Echt nicht.
  • Das sind Wassermenschen. Warum geht es ihnen in der Wüste so gut? Ich muss mal wieder Ocean Girl anschauen (beste Kinderserie aus den 90ern – oh, da gibt es auch eine Princess Mera…..)
  • Oh! Sizilien!
  • Woher hat sie eigentlich die Kleidung? Und warum nimmt sie Schuhe mit Absätzen, wenn sie auf der Flucht ist?
  • Blumensnack! Wäh.
  • Warum heißen sie eigentlich immer Black Panther, Black Adam oder Black Manta, aber nie White Superman, White Flash oder White Batman?
  • Ist er tot?
  • oh, wirklich, wenn du wen sterben lasst, ist es deine Schuld, dass sein Sohn dich hasst? Emotional range of a teespoon
  • Bitte, lieber Gott(?), lass mich niemals so einen Sturm auf einem Boot erleben.
  • Kingdom of the Trench…. und jetzt ist seine Mutter die neue Königin der Trench? …. Ah nein. Nicht ganz. Noch unwahrscheinlicher. Sie kommen durch das gleiche Portal! Und vor ihr ist das noch niemandem gelungen?
  • Aha. Mit dem Dreizack kommt auch die Uniform. Klar.
  • Wie arg wäre es, wenn Unterwasser voll der Krieg abgeht und wir bemerken es einfach nicht? Aja, überall auf der Welt ist Krieg und wir bemerken es nicht wirklich. No difference
  • Leuchte, Dreizack, leuchte!
  • ihr seid FREI – ach, doch nicht! Mindcontrol – aber keine Angst, Aquaman ist eh der Gute. Da ist es doch egal, ob ihr frei seid, nicht wahr?
  • Leute! Ihr seid Brüder! Hört gefälligst auf zu streiten, sonst gibts kein Abendessen! Hausarrest! Nur noch euer Seepferdchen darf mit euch spielen, sonst keiner!
  • Hm
  • Wenigstens haben sie nicht auf das Happy End für den Vater vergessen
  • Hm
  • da hätte man schon ein schöneres Abspann-Lied finden können.
  • Natürlich ist er nicht tot! Es muss ja einen zweiten Teil geben.

Werde ich den Film nochmal anschauen? Vermutlich nicht. Absolute Zeitverschwendung war es jetzt aber auch nicht. Ich habe meine Erwartungen an Superheldenfilme so weit heruntergeschraubt, dass man mich eigentlich nur noch positiv überraschen kann.

„Eyes Wide Shut“ oder Vorlagentreu

Eyes Wide Shut

Regie: Stanley Kubrick

Nach “Traumnovelle” von Arthur Schnitzler

Der Film fängt den Charakter des Buches gut ein. Schnitzlers Erzählweise ist langsam, und genauso verhält es sich mit dem Film. Viele Szenen, in denen einfach nur leere Straßen gezeigt werden, die er dann entlang geht. Aus Fridolin und Albertine werden Bill und Alice, Syphilis wird HIV, Veränderungen gibt es wenige, wenn, nur um zu Modernisieren. Die Sprache wird nicht verändert. Einzelne Passagen erkennt man fast wortwörtlich wieder. Doch auch das stört nicht. Die Dialoge wirken weder falsch noch unpassend. Die gesamte Stimmung des Films weist nicht auf New York 1998, sondern eher auf Wien 1898 hin.

Es wurde tatsächlich kein typisches New York gefilmt, wie es in nahezu allen Filmen zu sehen ist. Leere Straßen, alte Möbel, kleine Cafés. Altmodisch, aber doch stimmig.

Ein grober Eingriff in die Geschichte ist die Erklärung und Aufklärung zum Schluss. Während in „Traumnovelle“ das Ende ziemlich offen bleibt, kommt es in “Eyes Wide Shut“ zu einer Begegnung mit einem „Internen“. Dr. Bill erfährt, was inszeniert war, und wird noch einmal gewarnt, die Finger davon zu lassen.

Der Film beginnt mit einem Ball. Während Bill einem Model das Leben retten muss, tanzt Alice mit einem Gast. Sie wird verführt, lehnt aber ab. Später kommt zwischen den Eheleuten das Thema wieder auf. Bill ist überzeugt, dass Alice nicht fremdgehen würde, es ihrer Tochter zuliebe gar nicht könnte. Alice erzählt Bill daraufhin, dass sie in einem Urlaub jemanden kennengelernt hat, und sie auf den ersten Blick alles aufgegeben hätte, hätte sie den Mann wiedergesehen. Zum Glück sei er gleich wieder abgereist. Während dem ganzen Film stellt sich Bill nun immer wieder vor, wie der andere Mann mit seiner Frau schläft.

Gleich nach dem Streit über Treue und Untreue muss Bill den Tod eines Patienten feststellen, und wird von dessen Tochter mit einer Liebeserklärung konfrontiert und geküsst. Er besucht einen alten Freund in einem Café, indem dieser als Pianist arbeitet. So hört er auch das Telefongespräch mit an (Handy im Film) : der Pianist hat heute noch eine Veranstaltung zu spielen, für die er ein Passwort braucht. Kurzentschlossen lässt sich Bill die Adresse geben und kauft sich eine Verkleidung. Er schafft es tatsächlich, in die Veranstaltung, die Orgie, gelassen zu werden.

Von einigen Leuten wird er dort offenbar sofort erkannt. Anders als im Buch muss er sich demaskieren und wird bloßgestellt. Eine Frau sagt, dass sie seine Strafe auf sich nehmen würde.

Am nächsten Tag versucht er den Pianisten zu erreichen, doch der wurde schon weggeschickt. Kurz darauf erfährt er vom Selbstmord eines Models und ist sich sicher, dass es die Frau ist, die ihn „gerettet“ hat.

Der Veranstalter des Balls am Anfang lädt ihn zu sich ein, und klärt alles auf. Bill geht nach Hause zu Alice, weint und erzählt ihr alles.

Am Ende gehen Bill und Alice mit ihrer Tochter einkaufen und reden über die gemeinsame Zukunft.

Der Film ist, wie schon gesagt, sehr langsam und hat (wie das Buch auch) meinen Geschmack wirklich nicht getroffen. Auf jeden Fall etwas Besonderes, aber nicht für die Masse.