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History Slam – Shafia Khawaja „The Daughters of Punjab“

Der History Slam online ist zurück und Shafia Khawaja hat diesmal einen Text über die Teilung Britischindiens und des Unabhängigkeitskrieges in Bangladesch für uns!

Faktencheck-Hintergrund-Video

Zur Hintergrundinformation habe ich euch ein kleines Video aufgenommen, wo nochmal kurz die Fakten zusammengefasst werden.

Shafias Text und Interview

Und hier ist Shafias Text. Dazu ist sie von Wittrich auch interviewt worden, um ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen erzählen zu können.

Und das war es für dieses Jahr auch schon wieder! Wenn ihr nächstes Jahr mitmachen wollt, schickt mir oder Christine Teichmann eine Nachricht! Danke für euer Interesse!

History Slam – Elif Duygu „McMigrations Memories“

Der History Slam online ist zurück und Elif Duygu hat diesmal einen Text über die Entstehungsgeschichte des Moorsoldatenliedes für euch.

Faktencheck-Hintergrund-Video

Zur Hintergrundinformation habe ich euch ein kleines Video aufgenommen, wo nochmal kurz die Fakten zusammengefasst werden.

Elifs Text und Interview

Und hier ist Elifs Text. Dazu ist sie von Wittrich auch interviewt worden, um ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen erzählen zu können.

History Slam: Ulli Toth „St. Nikola, 1946“

Die ursprüngliche Idee des History Slam war es, eigene Familiengeschichten aufzuarbeiten. Je jünger man ist, desto lächerlicher erscheint einem das. Wie spannend ist es bitte, das ich zuerst einen Walkman hatte und dann einen Discman? Oder wie interessant ist es, zu wissen, dass ich stundenlang auf Busse gewartet habe, weil ich kein verdammtes Handy zur Verfügung hatte? Was hab ich denn schon erlebt?

Geschichte besteht aus so vielen kleinen Geschichten. Aus jedem Thema kann man etwas machen, wenn man weiß, wie.

Und dann gibt es natürlich die Familiengeschichten. Die Dinge, über die Großeltern und Urgroßeltern immer wieder geredet haben. Zuerst heimlich, dann immer öfter, denn die Zeit beginnt zu verschwimmen, immer stärker, je älter man wird.

Manche Geschichten waren nur damals schlimm und sind heute gut. Manchmal versteht man als Zuhörerin gar nicht, wieso das nicht einfach weiter erzählt wurde. Denn manchmal verstecken sich hinter verschwiegenen Leben Heldinnen.

Mehr Infos zu den Hintergründen findet ihr hier.

Alltag mit Oma – Hanna Midhov

„Alltag mit Oma“ ist ein Erzählband aus der Reihe „Bilder einer Kindheit“ von Hanna Midhov. Der zweite Band heißt „Winterfreuden“.

Ich war sehr erfreut, dass ich dieses Buch als eine der ersten lesen durfte.

Die Autorin berichtet über ihre Kindheit im Wien der 1970er Jahre. Verblüffend sind daran die Details – Farben, Gerüche, Muster – alles wird bis ins kleinste Detail beschrieben. Die Geschichten machen durch die lebendigen Dialoge Dinge greifbar, die es heutzutage nicht mehr gibt. Viele der erzählten Begebenheiten kenne ich selbst nur aus Erzählungen meiner Eltern. Dieses Buch ist eine Zeitreise. Alle, die die Zeit erlebten, werden sich an Dinge erinnern, an die sie schon lange nicht mehr gedacht haben. Alle, die noch nicht geboren waren, werden die Berichte von Eltern und Großeltern umso mehr nachvollziehen und genießen können.

Und weil durch diese Erzählungen so lebendige Bilder vor den eigenen Augen entstehen, gibt es einen eigenes Notizbuch mit 127 nummerierten Seiten dazu. In „Bilder einer Kindheit- Meine Erinnerungen“ können die Leser*innen ihre eigene Kindheit aufleben lassen.

Die Bücher sind hier erhältlich: https://shop.falter.at/liste.php?namen=Hanna%20Midhov

30 Seconds To Mars, Wien Stadthalle (26.11.2011)

Wien. Gut. Keine Unterkunft suchen, weil viele Freunde und Verwandte. Gut. Mit dem Zug von Graz anreisen, sollte auch kein Problem sein. HA! Nachdem der Zug die hoffentlich grausamste Verspätung des Jahres hatte, kamen wir (wir: wieder meine Schwestern und ich) kurz vor sechs Uhr zur Stadthalle. Davor natürlich schon eine wahnsinnig lange Schlange von frierenden, begeisterten und quatschenden Menschen.

Dank dem Typen hinter uns (er war sehr nett und man konnte gut mit ihm plaudern, er bleibt aber leider: der Typ ohne Name, weil wir ihn gleich aus den Augen verloren) verging die Wartezeit auch ziemlich schnell. Saublöd: Kurz bevor wir durch den Haupteingang hineinkommen konnten, öffneten diese unglaublich gut organisierten Wappler (ich weiß nicht, ob es dafür einen deutschen Ausdruck gibt) die Nebeneingänge, sodass die Leute, die noch später als wir dran waren, vor uns in die Halle durften. Frechheit!

Wir standen also diesmal ziemlich weit hinten, drängten uns aber im Laufe des Abends bis zur (zweiten?) Absperrung vor. Wir sind, wie ich vielleicht schon einmal erwähnt habe, leider recht klein (Memo an mich:  für meine Kinder Wachstumsgene von außerhalb besorgen) und konnten nur einige Male die Gestalt auf der Bühne verfolgen. Als Jared dann mitten im Publikum (natürlich nicht mitten) auftauchte, ging es etwas leichter.

Die Show selbst war um Längen besser als damals in Innsbruck. Am Anfang hat Jared hauptsächlich uns singen lassen, seine Stimme ist mittlerweile vollkommen ruiniert. Ich dachte ehrlich, er schafft es nicht bis zum Schluss, hat aber irgendwie funktioniert. Um uns herum war auch die Stimmung sehr gut – was vermutlich auch an uns gelegen hat 😉 wenn wir drei mal auf hysterisch machen, wirkt es leicht ansteckend – und Jared war einfach tausendmal besser drauf als in Innsbruck. Dass Hurricane nur abgespielt wurde, machte mir gar nichts, ich entdecke bei dem Video jedes Mal etwas, was ich noch nicht gesehen habe, und wenn es nur einige Sekunden sind. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Leute um mich herum zusahen, als sähen sie es zum ersten Mal: sehr gespannt und mit Zusammenzucken und so. Die Stimmung litt jedenfalls nicht (oder nicht sehr) darunter.

Trotzdem wir so wenig gesehen haben, passte diesmal die Show und das Feeling war auch hinten okay. Was ich an meinen Schwestern gut finde: ich muss jetzt nicht mehr übersetzen, sie kapieren Jareds Sprache, können über alles Lachen, was er sagt. Die quietschenden Mädchen hinter uns, fragten bei der Aufnahme später andauernd: „WAS? Was? Wie hat er das gemeint?“- und das verhaut einem alles (wenn man darauf antworten muss).

Ich hatte auf jeden Fall eine gute Zeit.

Sprachprobleme.

Geschrieben am 15.Mai 2009.

Mein Opa ist ein kluger Mann,
den man alles fragen kann.
Von Anfang an brachte er mir bei,
das Sprache nicht gleich Sprache sei.
Ich solle lernen schön zu reden,
dann zöge ich bald alle Fäden.
Deutsch heißt das, was wir in Österreich sprechen,
doch hier richtig Deutsch zu reden, wäre ein Verbrechen.
Die österreichische Sprache böte viele Wörter dar,
Verwenden!, wenn auch noch so sonderbar.

Für manche ist dies ein Stuhl, doch wir sagen Sessel hier,
erklärte mein Großvater als Erstes mir.
Und Erdäpfeln tun wir essen,
andere würden Kartoffeln fressen.
Du trinkst aus einem Heferl- nicht aus einer Tasse,
(Karotten sind ja nicht Möhren) -meint die Masse.
Immer wenn du sagst Tomate, meinst du eigentlich Paradeiser,
aber dieses falsch zu sagen, macht dich auch nicht weiser.

Ich zog nach Kärnten zu meinen Eltern Jahre später,
und, liebster aller Großväter,
was sagst du heute,
denn ich wäre leichte Beute.
In Kärnten sagens Stuhl und Kartoffel,
aber wenigstens nicht zu Patschn Pantoffel.
Für leiwaand habms gar kein Wort erfunden,
man muss den Satz mit lässig verwunden.
Aber kann ich dich vielleicht damit locken,
sie sagen auch nicht (deutsch) Windpocken,
dafür aber [Schoafplattan], dazu fällt mir nix ein,
Ein Tannenzapfen soll aber auch kein Bockerl sein,
Tschuatschn habens dafür als neues Wort,
Keine Angst, Opa, das Neuerlernte ist gleich wieder fort.

30 Seconds To Mars im Gasometer (Wien)

Besessen zu sein hat Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass man  immer rechtzeitig Konzertkarten kauft, weil man immer genau weiß, wer wo wann ist. Nachteil ist, dass man zwei Tage vorher schon Probleme beim Einschlafen hat und den ganzen Tag lang nicht mehr stillsitzen kann. Was besonders dann blöd ist, wenn man Vorlesungen besuchen muss. Und so furchtbar interessant Marshall McLuhan und Walter Benjamin auch sind, eineinhalb Stunden können sich ziehen…. Endlich Class Dismissed. Endlich hinaus. Endlich Sonne!

Etwa eine halbe Stunde sind wir draußen gestanden, mit Musik von Youno versorgt worden und ich werde nie verstehen, warum nur die Seiteneingänge geöffnet werden, wenn so viele Leute schon bei der Vorgruppe hineinwollen. Vorgruppen, übrigens. Mir persönlich hat Street Drum Corps besser gefallen als Carpark North, die allgemeine Stimmung war aber eher auf die Dänen gerichtet.  Wenn Füße schon vor dem Beginn wehtun, wird das im Laufe des Abends auch nicht mehr besser. Und warum stehen vor mir immer Riesentypen, die mir mit ihren gigantischen Latschen auf meine Winztreter hüpfen?

Nach drei Monaten warten begann es mit Night oft the hunter und endete mit Kings and Queens. Und nach drei Monaten Vorfreude ist es jetzt tatsächlich vorbei. 😦 Es war toll, falls es jemand anzweifelt.

Als Jared sagte: „Alle machen jetzt drei Schritte vor!“ wollte ich ihm am liebsten den Kopf abreißen. Wien hats ihm gedankt und ihm das T-Shirt weggerissen. Das hat er jetzt davon. Nur so am Rande: Ja, ich habe mich geschämt, als ein paar fussballverliebte Typen tatsächlichen „Immer wieder“ gegrölt haben. Gibt’s echt nichts Österreichischeres?

Gänsehautstimmung kam bei Revenge auf (echte Gänsehaut nicht, dazu war´s viel zu schwitzig). Wer so heiser ist, und dann noch immer so hoch singen kann, ist entweder verrückt oder richtig gut. (Natürlich war es hier etwas von beidem).

Enttäuschend war für mich irgendwie Tomo. So präsent er bei Interviews auch ist, so unscheinbar ist er am Rand gestanden. Schade.

Shannon wie immer in Trance- ihn zu beobachten ist alles Geld der Welt wert.

Gute Nacht.

http://thirtysecondstomars.thisisthehive.net/blog/

http://www.myspace.com/streetdrumcorps

http://www.myspace.com/carparknorth