Schlagwort-Archive: Zusammenfassung

Serien schauen: The Witcher

Nach Postings zu den Golden Girls und Jurassic Park habt ihr vielleicht gedacht, dass ich nur alte, lustige Serien schaue. Äh…nein. Ich schaue sehr gerne alles bunt gemischt.

Und da gibt es natürlich eine Serie, auf die ich schon seit über einem Jahr verzweifelt gewartet habe. The Witcher.

Hab noch nicht alle gelesen, aber: Ich liebe die Bücher. Das könnte ein Problem sein. Ist es glücklicherweise aber nicht. Die Witcher-Bücher sind sehr speziell. Es sind nicht unbedingt zusammenhängende Geschichten, die erzählt werden, und so schafft es die Serie, Lücken zu füllen, die die Bücher hinterlassen haben.

Ich habe mir also für diesen Monat Netflix genommen, damit ich alles anschauen kann, was mich interessiert. Ich liebe, dass man es monatlich kündigen kann. Das sollte man überall einführen.

Ich verrate natürlich nichts über die Serie – wobei, über die erste Staffel kann man schon reden, oder?

Das ist der lustigste Zusammenfassung, die ich gefunden habe: A Beginner’s Guide to The Witcher | Netflix

Vielleicht doch ein bisschen zu schnell, für Leute, die sich nicht auskennen, aber was solls?

Ich liebe sehr vieles, was mit Fantasy zu tun hat und wurde von der zweiten Staffel nicht enttäuscht. So. Mehr sag ich aber nicht. Oder vielleicht mit Spoiler Warnung.

Ich habe meine Schwester nämlich nicht vorgewarnt und dann war sie böse auf mich.

In Folge 6 stirbt Roach.

In Folge 7 wird ein Baby ermordet (und dann viele, aber das kann man nicht sehen).

Kleine Frage an alle, die Season 2 schon gesehen haben: Fandet ihr den Schluss spannend oder wusstet ihr gleich, wer er ist?

Das Glück der großen Dinge (What Maisie Knew)

Bild geklaut von: http://www.moviemail.com/film/dvd/What-Maisie-Knew/
Bild geklaut von: http://www.moviemail.com/film/dvd/What-Maisie-Knew/

Man fragt sich ja immer, welche die beste Lösung wäre, wenn die total auf sich selbst fixierten Eltern völlig unfähig sind, ihr Kind als den wunderbaren Menschen wahrzunehmen, der das Kind seit der Geburt eben ist.

Das Schöne an dem Film ist, das man wirklich nur zu sehen bekommt, was die kleine Maisie (Onata Aprile) tatsächlich auch erlebt.

Ja, ihre Eltern streiten sich. Es ist nicht wichtig, den ganzen Dialog zu hören.

Ja, ihr Vater heiratet ihr Kindermädchen Margo (Joanna Vanderham), damit er geteiltes Sorgerecht bekommt. Also schlussfolgert Maisie richtig: Das Gericht wollte, dass ihre Mutter den jüngeren Barkeeper Lincoln (Alexander Skarsgård) heiratet.

Während der Vater Beale (Steve Coogan) als Kunsthändler durch die Welt reist und die Mutter (Julianne Moore) als Rocksängerin auf Tour ist, bleibt Maisie bei den neuen Partnern der Eltern zurück. Die sind sehr viel fähigere Zeitgenossen als die Erzeuger des Mädchens, auch wenn natürlich nicht alles reibungslos abläuft.

Diese Scheißegalikeit, mit der die Erwachsenen Maisie herumreichen, geht natürlich mitten ins Herz. Genauso wie die wundervolle Maisie selbst, eigentlich ein fröhliches, intelligentes Kind, das aber total still wird und nicht ein einziges Mal aufmuckt, wenn die Eltern wieder einmal idiotische Ideen auf sie loslassen. Daran erkennt man schon, dass so vieles nicht stimmt in Maisies Leben.

Bild geklaut von: http://www.shockya.com/news/2013/08/12/interview-what-maisie-knews-julianne-moore/
Bild geklaut von: http://www.shockya.com/news/2013/08/12/interview-what-maisie-knews-julianne-moore/

Den Pluspunkt verdient sich Mutter Susanna dann am Schluss doch noch: als Maisie – zum ersten Mal überhaupt – meint, das sie lieber bei Lincoln und Margo bleiben würde, lenkt die Mutter ein. Natürlich wäre es sehr schwer, ein kleines Kind mit auf Tour zu nehmen – also kann man ihr kein völlig selbstloses Handeln anerkennen – aber sie berücksichtigt Maisies Wunsch sofort. Der erwachsene Zuseher weiß, wie schwer ihr das fallen muss, hat sie doch anfangs jede Freundschaft zwischen Lincoln und Maisie eifersüchtig im Keim ersticken wollen.

Der Film ist Maisies Film und die Erwachsenen sind dankbare Nebendarsteller am Rande, die der Kleinen kampflos den Mittelpunkt überlassen. Wunderschön einfühlsam und ruhig erzählt. Selbstverständlich ist Maisies Happy End nicht wirklich eines, aber die Hoffnung lebt.

What Maisie Knew, English, Drama, 2012, 99 min.

„Reckless 1“ von Cornelia Funke

reckless1cover

In „Reckless- Steinernes Fleisch“ geht es um die Brüder Will und Jacob, die durch einen Spiegel (wie Alice) in eine andere Welt schlüpfen, in der die Geschichten, die von Wilhelm und Jakob Grimm als Märchen der Brüder Grimm bei uns mehr oder weniger bekannt sind, tatsächlich existieren.

Die Sprache der Cornelia Funke ist wie immer sehr bildlich, farbenfroh und ausdrucksstark führt sie uns in eine seltsame Geschichte. Die ersten paar Kapitel hatte ich das Gefühl, dass die erzählenswerten Geschichten schon passiert sind, bevor das Buch beginnt. Jacobs und Wills Vater verschwindet durch den Spiegel. Jacob folgt ihm aus Sehnsucht, wird Schatzsucher und findet alles außer seinem Vater. Will folgt seinem Bruder durch den Spiegel wird von den Klauen eines Goyls selbst zu einem Jadegoyl. Das klingt doch nach Abenteuer. Warum schreibt man das nicht auf? Nein, in dem Buch geht es um die Suche nach der Heilung für Wills Jadefluch. Jacob versucht alles, um seinen Bruder zurückzubekommen.

Die Figuren sind nicht besonders oberflächlich, die Sprache ist sehr leicht, aber gerade deshalb sehr bildlich und für einige Kinder zu brutal. Die Lösung von Wills Problem ist recht gut gelungen, aber dass Jacob jetzt den Feenfluch trägt, war nicht notwendig und vom jetzigen Stand der Dinge hätte es keine Fortsetzung gebraucht.

Für ein Cornelia Funke- Buch also recht enttäuschend, was nicht weiter schlimm ist, da sie immer noch besser erzählen kann, als manche andere Autorin.

reckless1.cover

Die Aufmachung des Buches muss ich noch erwähnen. Bei jedem Kapitel ist ein Bild zu dem Kapitel. Die Schrift ist sehr groß, sodass die Geschichte sich auf 346 Seiten erstreckt, die man aber sehr schnell hinter sich bringt.