Ich habe gelesen, dass mit männlichen Babies weniger geredet wird als mit weiblichen. Und seit dem habe ich Panik, dass ich zu wenig mit meinem Sohn rede. Aber ehrlich gesagt, gehen mir sehr oft die Gesprächsthemen aus.
Damit euch das nicht auch passiert, hier ein paar Ideen.
Beschreibe, was alles passiert
Um immer was zu erzählen zu haben, kannst du einfach die Umgebung beschreiben. Jeden Handgriff, den du tust. Alles, was du siehst. Auch Dinge, die das Baby nicht sieht.
Erfinde dumme kleine Geschichten
Dein Baby weiß nicht, was eine gute oder eine schlechte Geschichte ist. Es weiß nicht, was ein roter Faden oder ein guter Reim ist. Demnach kannst du einfach drauflosplappern. Ohne zu überlegen. Ohne Scham. Ohne Angst. Es vergehen noch fast zwei Jahre, bevor Baby nachplappern kann.
Singe
Fast alle Kinder lieben Kinderreime, Lieder oder Melodien. Summe, singe, viel Gefühl, viel Mitmachelemente. Je älter dein Baby wird, desto mehr macht es mit. Auch hier gilt: Dein Baby ist kein Kritiker. Du kannst so falsch singen, wie du kannst. Aber: Es soll auch vorkommen, dass manche Babys ihren Eltern einfach den Mund zuhalten. Lautstark mitplappern, sodass du dich nicht mehr konzentrieren kannst, ist übrigens erwünscht.
Vorlesen
Wenn alle Stricke reißen, kannst du immer noch zu Büchern greifen. Mein Baby war eine Woche alt, als ich neben ihm saß und ein Buch laut vorgelesen habe. Er hört meine Stimme, beruhigt sich, und ich muss mir nichts ausdenken, sondern kann einfach ein Buch lesen, das ich will.
Scheißegal, ob Mädchen oder Bub
Es ist eigentlich scheißegal, ob dein Baby einen Penis hat oder nicht, du solltest mit Babys immer viel kuscheln, viel reden, viel Liebe zeigen, viel Geduld mitbringen. Unbewusst oder bewusst, wir alle sind in unseren Rollenklischees gefangen. Und wenn mein Sohn rosafarbene Schuhe anhat, reden die Leute „süßer“ und zärtlicher mit ihm. Das ist natürlich scheiße. Aber wir kommen aus unserer Misogynie nicht raus, indem wir uns nicht reflektieren. Es gibt Tests, bei denen Jungs pinke und Mädchen blaue Kleidung angezogen wird. Und die Leute reden anders und geben ihnen andere Spielzeuge. Das heißt, Geschlecht und Verhalten ist antrainiert. Und solange wir darauf stolz sind, ist es kein Wunder, dass die Gräben zwischen den Geschlechtern immer tiefer werden. Und das Ausbrechen aus der Norm so extrem bestraft wird.
Also seid einfach gute Menschen, damit eure Kinder auch gute Menschen werden.


