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Ein ganzes echtes Jahr

Vor etwa einem Jahr habe ich mich zum ersten Mal auf die Bühne getraut. Gut, es war nicht so wirklich ein Trauen, eher ein Zittern. Das ist ja heute noch so, wenn ich einen neuen Text mache.

Die ersten paar Male waren wirklich reine Mutproben, dann begann es langsam Spaß zu machen.

Da ich dort sowieso rede, dachte ich, wir machen das hier mit ein paar Bildern:

Die Fotos wurden logischerweise nicht von mir selbst gemacht, Copyright: MinoritenKlagenfurt Daniel Bruckner, Lit.Picnic aber Roland Sagmeister, alle Fotos von den Toleranzgesprächen Gerhard Kampitsch. Falls ich Fehler gemacht oder jemanden übersehen habe: bitte melden, tut leid, wird ausgebessert.

Mein erstes Mal

Man hat mich überredet. Zu meinem ersten Mal überredet. Aber nur so halb. Weil ich wollte es ja eh schon lange tun. Aber ich hatte Angst. Und jeder, der mich kennt, weiß: ich bin eine feige Sau.

Aber ich hatte zwei Texte, die ganz passabel waren und ich wusste, dass vor dem Slam am Freitag immer ein gratis Workshop stattfindet. Also bin ich hin. Und da war ein chilliger Flo Cieslik, der gefragt hat: Was wollt ihr machen?

Und ich hab gesagt: Ich bin eigentlich zu nervös, um echt auf die Bühne zu gehen. Ich hab zuviel Angst.

Und er: Gut, dann lies mal vor, was du hast.

Ich (innerlich): Aaaah! Nein!

Ich (laut): Äh, na gut.

Deshalb auch das Foto von der Bühne.

Und dann Flo Cieslik, der mich hernimmt und sagt: Der Text ist gut, den machst du heute Abend auf der Bühne. Und dann Christine Teichmann, die mich zu den Moderatoren schiebt und sagt: Da ist jemand, der auch mitmachen möchte.

Und Leute, die dich umarmen, um dir Glück zu wünschen. Und Leute, die dich umarmen, um dich aufrecht zu halten.

Und dann ich auf der Bühne, weil ich Startnummer eins habe. Licht (sonst sieht man nichts). Manchmal lachen. Gut. Und dann ist es ja schon wieder vorbei. Applaus.

Umarmung.

„Geschafft!“

Umarmung.

„Gut gemacht!“

Umarmung.

„Super Text.“

Umarmung

„Du hast eine voll schöne Stimme!“

Umarmung.

Nächster Text und ich kann nicht zuhören. Macht nix, es klingt fad (ENTSCHULDIGUNG, ich weiß nicht mehr was es war). Ich bemühe mich nicht, zuzuhören. Zuviele Gedanken in meinem Kopf, und keinem kann ich zuhören. Eine laute Stimme: „Du hast dich getraut!“ und noch eine Stimme „Niemand, den du kennst, war heute hier. Niemand wird dir glauben!“

So war mein erstes Mal.

Und weil einmal ja keinmal ist, hab ich drei Tage später noch beim Kombüsenslam mitgemacht. Davon gibts keine Fotos, also hat es nie stattgefunden, aber meine Schwester war dabei. Die kanns bezeugen!