Das wichtigste Hobby der Welt

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Ich habe die letzten zwei Jahre gespart, damit ich mir ein Kind leisten kann. Das heißt, ich habe bis zu 70% meines Einkommens weggelegt. Das ist unglaublich viel. So viel kann man im Normalfall nicht sparen. Und trotzdem war es leicht. Weil ich sowieso schon mehr Geld zur Verfügung hatte, als ich brauchte. Dann kann man ja leicht weglegen. 

Jetzt mit Kind habe ich nicht einmal die Hälfte von dem Einkommen zur Verfügung. Und das ist weniger als ich brauche. Bzw als ich gebraucht habe.

Sobald der Mutterschutz vorbei war, habe ich alle Abos gekündigt, die ich nicht unbedingt brauche. So habe ich meine Fixkosten reduziert. Und dann kommt das Sparen. Und den Rest darf man ausgeben. Hauptsächlich für Lebensmittel. Man darf das Finanzielle nicht als Last betrachten. Finanzielles ist das wichtigste Hobby, das man überhaupt haben kann. Und dafür muss man sorgen: Dass es zum Hobby wird.

Jetzt, wo ich so lächerlich wenig Geld bekomme, kann ich eigentlich nichts Sparen. Es passiert eher das Umgekehrte: Ich muss oft auf mein Erspartes zurückgreifen. Mein Mindset ist aber immer noch, dass das Geld auf meinem Sparkonto doch mehr werden sollte. Ich vergesse manchmal, dass ich genau deshalb ja gespart habe: Weil ich wusste, dass ich die ersten Lebensjahre meines Kindes nicht viel Geld haben werde. Ich wollte ein Kind. Ich will es selbst betreuen, solange es nur irgendwie möglich ist. Und dafür darf ich das Ersparte ausgeben. Dafür hab ich ja gespart.

Man spart jeden Monat etwas für den Urlaub und dann zahlt man den Urlaub. Das ist normal und das gehört sich so.

Aber für normale Sachen Gespartes ausgeben, finde ich nicht okay. Das ist so in meinem Kopf drinnen. Deshalb ist eine der Challenges des Jahres: mit 700 Euro im Monat auskommen. Und das geht ja bei mir, weil meine Miete billig genug ist.

Und wie immer bei einer Challenge muss man dokumentieren, muss man gestalten, muss man sich motivieren. Also muss Geld zum Hobby werden. Und das ist es bei mir mittlerweile.

Wie dokumentiere ich die Challenge?

  1. Bullet Journal – regelmäßig ein Haushaltsbuch schön gestalten.
    • Plus: Du nimmst es gerne zur Hand
    • Minus: Du musst alles händisch aufschreiben und rechnen.
  2. Excel-Tabelle
    • Plus: Excel rechnet dir alles aus, du kannst Statistiken mit ein paar Klicks erstellen und behältst leicht den Überblick, auch über mehrere Jahre.
    • Minus: du musst immer den PC aufschalten, wenn du etwas eintragen willst. Es braucht eine Weile, bis du alle Funktionen so hinbekommst, wie du es brauchst. Und wenn du dich irgendwo vertippst, funktioniert die ganze Tabelle nicht mehr.
  3. Einnahmen-Ausgaben-Liste
    • Plus: Kassabuchähnlich, die schnellste Variante. Liste raus, alles aufschreiben und aus.
    • Minus: es ist so schlicht, dass es nicht schön aussieht und auch keinen Spass macht, sich damit zu beschäftigen.

Man kann natürlich eine Kombination aus allen oben genannten Versionen machen. Zuerst schreibst du händisch eine kurze Liste und wenn du Zeit hast, machst du händisch eine schöne Übersicht daraus. Oder trägst sie später in deine Excel-Tabelle ein. Mittlerweile kann man ja auch Excel-Tabellen schön herrichten, kein Problem also.

Kleine Frage am Rande: Würdet ihr mit 700 Euro im Monat auskommen? Müsst ihr mit weniger auskommen?

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