Wie vermutlich jeder jugendliche Mensch habe ich sehr viel Musik gehört. Damals gab es noch keine MP3s oder Spotify.
Zuerst bin ich also vor dem Radio gesessen und habe Lieder, die mir gefielen, auf Kassette aufgenommen. Das war sehr mühsam, weil man ja immer erst nach den ersten paar Takten zu aufnehmen anfangen konnte. Dann hat der Radiomoderator auch noch in den Schluss reingequatscht oder es kam eine Verkehrsmeldung mitten rein. So nervig! Später konnte ich mir dann CDs kaufen, aber das war Jahre später als ich Geld verdiente.
Mein CD-Player war also mein wichtigstes Besitztum. Furchtbar, wenn man ihn nicht mehr reparieren konnte. Furchtbar, wenn ihn meine Geschwister ausborgen mussten.
Mix-CDs konnte man zusammenstellen, wenn man einen PC hatte. Ich war 14 als ich mir meinen ersten Computer kaufen konnte. Ich habe alle Geburtstags- und Babysitten-Gelder gespart und hatte einen mit CD-Fach. Dann musste man die Lieblingslieder von der CD auf den PC raufladen und dann zusammenstellen (in die richtige Reihenfolge bringen) und dann auf höchst illegale Weise brennen.
Mein erster MP3-Player konnte übrigens 35 Lieder speichern.
Dann kam iTunes dazu, dort konnte man übers Internet Alben und einzelne Lieder kaufen. Das war sehr praktisch, weil ich nie das Geld hatte, mir ganze Alben zu kaufen, nur weil mir ein Lied gefiel. Internet hatten wir auch, seit ich dreizehn war, auf dem Familiencomputer. Das war also auch kein Problem.
Und jetzt mit Spotify hab ich so meine Probleme. Ich suche vor allem Musik für meinen Sohn raus. Das bringt meinen Algorithmus so durcheinander, dass mir nur sehr selten Lieder vorgeschlagen werden, die ich tatsächlich auch hören will. Außerdem passiert es regelmäßig auf der Autobahn, dass etwas nicht funktioniert und ich dann einige Zeit keine Musik höre. Und das ist ja wohl ein riesiger Rückschritt.


