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Das Recht der Entscheidung

Falls ihr kein Video anschauen wollt, unten ist der (mehr oder weniger) genaue Wortlaut.

Ich werde jetzt über ein Thema sprechen und schreiben, das mich emotional sehr aufregt. Euch auch? Dann überlegt zweimal, was ihr drunterkommentiert. Danke.

Und hier ist das verkürzte Video, das „nur“ die Geschichte von Abtreibung in den USA bearbeitet:

Legale Schwangerschaftsabbrüche – eine Geschichte mit ein paar vielen emotionalen Ausflügen.

Weil dieses Thema sehr emotional für die meisten ist, ganz besonders für mich, möchte ich anfangen mit etwas Persönlichem.
Ich wollte viele Kinder haben seit ich 13 Jahre alt war. Ich hab noch immer keine, ich versuche aktiv schwanger zu werden seit ca 5 Jahren. Und wie gesagt, ich hab noch immer keine Kinder. Für mich war es immer ein Rätsel, wie es sein kann, das man ungeplant schwanger wird. Mein Körper hat immer so genau nach dem Kalender, oder nach der Uhrzeit sogar funktioniert, dass ich immer genau wusste, wann bekomme ich meine Tage, wann habe ich meine fruchtbare Phase und wann habe ich meinen Eisprung. Alles was ich mache, ist mit Ovulationstests nachzuprüfen, ob es eh noch so ist, wie in den letzten 20 Jahren. Dadurch, dass ich aber immer Kinder wollte, hab ich mich auch nie so richtig mit Verhütung beschäftigt. Das heißt, ich habe einfach nicht gewusst, dass das bei den meisten Frauen nicht so regelmäßig ist. Ich habe nicht gewusst, wenn Frauen hormonell verhüten, dass es völlig normal ist, wenn sie nur ganz leicht, oder monatelang gar nicht menstruieren. Ich wusste es einfach nicht. Aber ich lerne ja gern dazu.
Kommen wir nochmal zu meiner Meinung, die ich euch natürlich gleich am Anfang erzähle, bevor die eigentliche Geschichtsstunde losgeht.

Erstens: Kinder sind zu wertvoll, um sie Idiot:innen anzuvertrauen

Ich will Kinder, ich liebe Kinder, und gerade deshalb ist es für mich völlig klar, dass nicht jede Frau Kinder haben sollte. Ganz im Gegenteil. Kinder sind zu wertvoll. Kinder sollten geliebt werden, unterstützt, gefördert und nicht ausgehalten oder nur geduldet werden. Sie sind auf dieser Welt, nicht weil sie das wollten, sondern weil wir das wollten. Deshalb muss es eine freie Entscheidung sein. Es muss eine bewusste Entscheidung sein. Und ich würde sogar soweit gehen, zu sagen: es muss eine Entscheidung aus Liebe sein und nicht aus Verzweiflung. Aus Liebe zu dir selbst oder als Liebe zu dem Kind oder aus Liebe zum Leben. Natürlich weiß ich auch, das manche Leute zu wenig über Verhütung wissen, manche Leute Leben nicht schätzen oder respektieren und Abtreibung eher verwenden wie die Pille danach. Und ja, in meinen Augen sind diese Leute einfach nur furchtbare Menschen, wenn sie keinen Respekt vor Leben haben, sollten sie auch kein Leben haben. Also ihr Eigenes auch nicht. Aber auch die blöde Kuh muss die Entscheidung trotzdem treffen dürfen. Weil ich nicht will, dass irgendein Kind mit so einer depperten Kuh als Mutter bestraft wird. Aber das ist wieder nur meine emotionale Meinung.

Zweitens: No uterus, no opinion

Du persönlich entscheidest, ob du ein Kind hast oder nicht. Es muss deine Entscheidung sein. Wenn ein Elternteil diese Entscheidung alleine trifft, ist das auch okay, solange es sich um ihren eigenen Körper handelt, der zehn Monate lang einen Menschen in sich wachsen lassen muss. Der Elternteil, der danach noch monatelang als wandelnde Fütterungsmaschine herumlaufen muss. Der Elternteil darf das völlig alleine entscheiden. Und das ist ja auch klar. Weil es um ihr weiteres Leben geht und um seines nur im Hintergrund. Ich möchte die Wichtigkeit von aktiven Vätern und Partnerinnen gar nicht schmälern. Aber trotzdem. Schwanger sein heißt: den eigenen Körper einer anderen Person für fast zwei Jahre mehr oder weniger bedingungslos zur Verfügung zu stellen. Volles Risiko zu tragen. Und dieses Risiko trägt die schwangere Person und sonst niemand. Natürlich müssen das alles ihre Entscheidungen sein.
No Uterus No opinion.
Und wenns nicht dein Uterus ist, zählt deine Meinung auch nicht, jedenfalls nicht so viel.

Situation in Österreich

Bevor wir detaillierter auf die USA eingehen, wollte ich noch kurz sagen, wie die Situation in Österreich derzeit ist. Ich hatte noch nie einen Schwangerschaftsabbruch, deshalb kann ich euch keine persönlichen Infos geben. Aber:
In Österreich ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft nach einer Beratung durch eine Ärztin/einen Arzt möglich (sogenannte „Fristenlösung“). Also es ist erlaubt. Straffrei.

In gewissen Fällen ist ein Schwangerschaftsabbruch auch nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten durch eine Ärztin/einen Arzt möglich, und zwar

wenn eine ernste Gefahr für die seelische oder körperliche Gesundheit oder das Leben der Schwangeren besteht,
wenn eine schwere geistige oder körperliche Behinderung des Kindes zu erwarten ist,
wenn die Frau zum Zeitpunkt, als sie schwanger wurde, das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte.

Und da steht auch noch dabei:
Ärztinnen/Ärzte sind nicht verpflichtet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder an ihm mitzuwirken, außer wenn er notwendig ist, um die Schwangere aus einer unmittelbar drohenden Lebensgefahr zu retten. Das gilt auch für Pflegerinnen und so weiter.

Ab dem 14. Geburtstag können Jugendliche die Einwilligung für einen Schwangerschaftsabbruch selbst erteilen. Die Zustimmung einer/eines Erziehungsberechtigten ist grundsätzlich nicht notwendig. In manchen Spitälern wird sie allerdings aufgrund von Vorschriften in den jeweiligen Krankenanstaltsgesetzen der Länder verlangt. Auch wenn die Jugendliche die notwendige Einsichts- und Urteilsfähigkeit nicht hat, z.B. wegen einer geistigen Beeinträchtigung, ist die Zustimmung einer/eines Erziehungsberechtigten jedenfalls notwendig.

Vor dem 14. Geburtstag ist die Zustimmung einer/eines Erziehungsberechtigten zu einem Schwangerschaftsabbruch immer notwendig.

Kosten
Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch werden nur dann von der Sozialversicherung übernommen, wenn der Abbruch aus medizinischen Gründen notwendig ist.
Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sind zwischen 300 und 800 Euro. Das ist schon eine Menge Geld.

Es gibt:
Familienberatungsstellen
Frauenberatungsstellen
Frauengesundheitszentren
Wo man sich ausführlich beraten lassen kann.

Und außer im Burgenland gibt es in jedem Bundesland mehrere Stellen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen können. Ich weiß jetzt aber auch nicht, ob es notwendig wäre, mehr Stellen zur Verfügung zu stellen, oder ob das was es gibt, eh reicht.

In Österreich ist es noch immer eher ein Tabuthema. Viele Leute denken darüber nach und haben eine Meinung dazu, auch wenn sie die Erfahrungen selbst noch nicht gemacht haben. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass man Schwangerschaft „entromantisiert“ und Mutterschaft im Allgemeinen natürlich auch. Eine Mutter von einem Baby zu sein ist unglaublich anstrengend und unglaublich fad zugleich. Es ist schön und faszinierend, aber so kräftezehrend wie sonst fast nichts auf der Welt, und das dauert halt die ersten paar Jahre, bevor es besser wird. Von dem her: Passt auf euch auf. Sucht euch eure Partner:innen sehr gut aus. Schaut auf euch. Und trefft eure Entscheidung nicht aus einer Laune heraus oder weil man das jetzt halt macht oder weil der Druck von der Familie so groß ist. Trefft die Entscheidungen bewusst. Und wie gesagt aus Liebe. Zu euch und zum Kind.

Ab wann ist ein Mensch ein Mensch?

Eines der größten Probleme bei Abtreibung ist die Frage: Ab wann ist ein Mensch ein Mensch?
In Österreich und ich glaube auch in Deutschland zählt das Gewicht. Du bist rechtlich gesehen ein Mensch wenn du geboren bist und 500g wiegst. Wenn Babys zu früh geboren werden und unter 500g Wiegen, gibt es sie vor dem Gesetz nicht, man kann sie aber auf jeder Gemeinde eintragen lassen, man hat auch das Recht auf Bestattung. Aber das ist noch nicht lange so. Früher wurden Kinder unter 500g als Klinikmüll einfach mit dem restlichen Gewebe entsorgt. Wenn ihr Kind also zu „früh“ stirbt, hat eine Mutter kein Recht Sonderurlaub, wie sie es bei einem dreijährigen Kind hätte. Aber nach einer Fehlgeburt kann man in den Krankenstand gehen, du hast keinen Anspruch auf Mutterschutz, aber du hast einen 4wöchigen Kündigungsschutz. Also man kann um einiges ansuchen, wenn man die Kraft dazu findet.

In Österreich ist es erlaubt, in den ersten drei Monaten abzutreiben. Das gibt der Mutter einige Zeit, um drauf zu kommen dass sie schwanger ist, drüber nachzudenken, ob sie es denn sein will und sich Beraten zu lassen, wie es denn jetzt weitergehen soll. Ich glaube ich persönlich finde diese Begrenzung okay. In manchen Ländern ist es bis zu 6 Monate, und da finde ich, ist es wirklich schon menschlich. Es wäre ja schon überlebensfähig. Halt die paar Monate noch durch und gibs zur Adoption frei. So viele Leute wollen Kinder. Mit 6 Monaten abtreiben, wenn es nicht medizinisch notwendig ist? Da hattest du genug Zeit, um deine Entscheidungen zu treffen. Das würde ich persönlich dann schon als Mord einstufen. Es sei denn, natürlich, es gibt zu wenig Abtreibungskliniken und man muss monatelang auf einen Termin warten. Wenn das System wieder einmal dermaßen versagt. Dann ja. Ist es für mich noch immer eindeutig, aber nicht schwarz und weiß.
In Texas gab es seit September 2021 ein Gesetz, dass Schwangerschaftsabbrüche nur bis zur sechsten Woche erlaubt, sobald das Baby einen Herzschlag hat, gilt es als menschliches Wesen und darf nicht mehr abgetrieben werden, weil das dann Mord ist. Jetzt sind sechs Wochen aber gleich mal um, also wenn man nicht regelmäßig menstruiert oder vielleicht die Einnistungsblutung sehr stark ist, dann nimmt man erst später wahr, das man überhaupt schwanger ist. Sechs Wochen finde ich zu knapp, weil wie soll man über etwas nachdenken, wenn mna noch gar nicht weiß, dass es existiert? Zusätzlich kann man in Texas auch noch die Mutter anzeigen, die das Kind abtreiben will. Den Taxifahrer anzeigen, der sie zur Klink gebracht hat, die Freunde von ihr anzeigen, die ihr geholfen haben, das Geld zusammenzubekommen. Also es ist wirklich ein Nazi-Spitzl-Gesetz, das vor allem will, dass Nachbarn Nachbarn verraten, damit die Gräben tiefer werden.
Die Religion sagt, ein Fötus ist ein Mensch, sobald er eine Seele hat. Das müsste anscheinend ab der Empfängnis sein. Aber:
30-40% aller Schwangerschaften enden vor der 12. Schwangerschaftswoche. Und erst nach der 12. Woche spricht man von einer Fehlgeburt. Ab da ist es dann klar, dass das Baby wahrscheinlich bleiben will.
Aber eigentlich glaube ich, dass es etwas mit Selbstbezeichnung zu tun hat. Ich persönlich würde mich als Mutter bezeichnen, nach dem Ablauf von einigen Wochen. Wenn ich das Baby vielleicht schon gesehen hab, also den Herzschlag. Also sobald ich denk: Hey Baby, ich bin jetzt deine Mama, ich pass auf dich auf, keine Angst. Sobald ich eine emotionale Bindung aufgebaut hab, und das würde bei mir persönlich sicher sehr schnell gehen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass jemand, die erst in der 20. SSW abtreibt, sich auch noch nicht als Mutter bezeichnen würde. Einfach weil sie das Vermenschlichen von einem nicht überlebensfähigen Fötus nicht macht. Das heißt, sogar das, also bin ich Mutter, habe ich ein Kind oder ein medizinisches Problem zu lösen, könnte Einstellungssache sein.

Geschichte der Abtreibung in den USA

Aber kommen wir zu den USA.
Abortion oder Abtreibung in den USA war schon immer ein politisches Thema, ein umstrittenes Thema. Dazu muss man wissen, dass einzelne Staaten immer schon verschiedene Gesetze hatten. Es gibt Staaten wo es ganz normal und legal ist und es gibt Staaten, wo es komplett unmöglich ist, eine sichere und legale Abtreibung zu bekommen, wie zum Beispiel in Oklahoma. Also in den Staaten gibt es Gesetze gegen Abtreibung seit 1900, wenn man bedenkt, wie jung die USA als Staat sind, ist das schon relativ lang. Ich werde nicht sehr detailliert auf die Politik eingehen, aber es ist eben immer ein die Republikaner gegen die Demokraten. Und seit 1976 hat die Republican Party immer versucht, Abtreibungen schwer zugänglich zu machen und zu kriminalisieren. Die Democratic Party hat versucht, Verhütungsmittel zugänglich zu machen und generell auch Abtreibung sicherer zu machen.

Früher, also 1800, war es Common law, dass es verboten ist, abzutreiben, nachdem man das Kind spüren kann. Das heißt After quickening. Aber es gab eben keine schriftlichen Statuten, das wurde von Richtern usw beschlossen. 1803 wurde Abtreibung in Großbrittanien illegal, und Frauen wurden hingerichtet, wenn sie abtreiben ließen, nachdem sie das Kind spürten, und auch davor bestraft. Connecticut war der erste US-Staat der Abtreibung verboten hat (1821) und 10 von 26 Staaten folgten innerhalb der nächsten 20 Jahre. Bestraft wurden dabei immer die Ärzte und die Frauen.
Dazu kam dann auch noch der Fortschritt in der Wissenschaft. Ärzte stellten fest, dass nur weil die Frau die Bewegungen jetzt spüren kann, hat das nichts mit der Weiterentwicklung des Fötus zu tun. Also der Fötus bewegt sich ja viel früher, auch ohne dass es die Frau spüren kann. Das heißt, medizinisch gesehen wollte man das quickening nicht mehr als Grenze nehmen. Und es gab auch die ideologischen Bedenken, weil man als Arzt ja den hippokratischen Eid schwor, und dabei schwört man, alles Leben wertzuschätzen. Dazu kam, dass Abtreibungen meistens nicht von ausgebildeten Ärzten durchgeführt wurden, sondern oft von Laien. In einer Zeit, wo immer mehr mit System und Institutionalisierungen gearbeitet wurde, war das natürlich nicht gern gesehen. Waren Konkurrenz. Abtreibungen waren, da es ja noch keine richtig wirksamen Verhütungsmittel gab, damals viel häufiger als jetzt. Bis zur Mitte des 19.Jh. endeten 15-35% der Schwangerschaften mit Abtreibung. In den Staaten, nimmt man an. Außerdem veränderte sich zu der Zeit auch, wer die Abtreibungen forderte. Vor dem 19.Jh. waren es meist unverheiratete Frauen, danach waren es über 60% verheiratete Frauen, die mindestens schon ein Kind hatten. Und das war eben auch gerade die Zeit, wo die Frauenrechte zum ersten Mal richtig Aufschwung hatten. Wo sie sagten, wir wollen über uns selbst bestimmen, wir wollen studieren, und die Ärzte waren meist männlich und meist konservativ, und sehr weit entfernt von der Lebensrealität der Frauen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass viele radikale Feministinnen damals auch gegen Abtreibung waren. Also sie schrieben dann, Dinge wie: Ja, die Frau ist schuldig, wenn sie die arme kleine Seele aufgibt, aber der Mann, der sie in diese Position gebracht hat, ist dreimal schuldig. Wie kann er nur so gedankenlos sein. Es gab keine zugängliche Verhütung und es gab auch nicht wirklich ein Recht darauf, Nein zu sagen. Auch nicht zu deinem Partner. Und Vergewaltigung in der Ehe war ja sowieso erlaubt. Also die Feministinnen waren so: Schaut nur, welche grauenhaften Dinge die Ehe Frauen antut und wie weit moderne Ehe Frauen zwingt zu gehen. Aber auch: Männer respektieren nicht das Recht der Frau auf Abstinenz und dadurch erschaffen sie erst die Notwendigkeit zur Abtreibung.
1873 gab es in 24 von 37 Staaten ein Gesetz, dass verbot über Abtreibung und Verhütung usw zu informieren. Und 1900 war Abtreibung dann in allen Staaten verboten. Wobei manche Staaten Ausnahmeregelungen hatten im Fall von Vergewaltigung und Inzest. Das heißt im Klartext, es gab noch immer viele Abtreibungen, aber eben schwer verfügbar und unsicher und gefährlich. In den 1930ern gab es offiziell 800000 Abtreibungen pro Jahr in den USA. Offizielle. 800000 pro Jahr.

Über die Jahre gab es immer wieder dieses Thema. In den 1960ern hatte Sherri Finkbine nach Schweden gereist, um ein behindertes Kind abzutreiben. Da gab es wieder diesen Aufschrei, weil sie es sich eben einfach leisten konnte nach Schweden zu fliegen, sie war eine Fernsehmoderatorin, während andere Frauen zu so einer Lösung keinen Zugang hatten.
Kleine persönliche Anmerkung von mir: Ich finde es furchtbar, behinderte Kinder abzutreiben, weil man oft nicht weiß, wie schlimm die Behinderung ist. Weil ich Ärzten da auch viel zu wenig vertraue. Weil mir bekannte eben erzählt haben, dass sie dann doch ein gesundes Kind zur Welt gebracht haben. Also da muss man wahrscheinlich auch eine persönliche Grenze ziehen. Ist mein Kind alleine überlebensfähig? Also nicht als Baby sondern später. Und da kommen wir wieder zur Frage zurück, wann ist ein Mensch ein Mensch? Herz, Hirn, Körper, was muss funktionieren, damit ein Mensch ein Mensch ist. Und was muss funktionieren, damit das Leben lebenswert ist? Und wer darf entscheiden, wer ein lebenswertes Leben hat und wer nicht?

Roe versus Wade

Also USA: Es gab in den ganzen 1960er Jahren immer wieder Fälle, wo einzelne Staaten wieder drüber nachdenken mussten und wieder Skandale und so weiter. Es gab mobile Abtreibungskliniken, die undercover gearbeitet haben. Es kam in den 60ern ja auch die Anti-Baby-Pille auf den Markt, die dieses bewusst schwanger oder nicht schwanger werden, leichter gemacht hat. Also dass Geburtenkontrolle und Verhütungsmittel effizienter wurden und auch legal und leichter zugänglich, sind ja nochmal Dinge, die ins Thema mitreinspielen.
1967 war Colorado der erste Staat, der Abtreibung entkriminalisiert hat, aber nur wenn Vergewaltigung oder Inzest oder Lebensgefahr für die schwangere Person vorkommt.
Und Hawaii war 1970 dann der erste Staat, der Abtreibungen legalisiert hat, wenn die Frau wollte. Also es war die Entscheidung der Frau.
Also es gab immer schon verschiedene Gesetze dazu in verschiedenen Staaten. Es gab kaum etwas bundesweites, was für die ganzen USA gegolten hat.
Und dann gibts zwei Fälle, über die jetzt ganz viele Leute reden. Nämlich 1973, Roe vs. Wade und Doe v. Bolton. Ich hab mich da mal durchgekämpft, aber ich kann euch nicht die ganze Politik und das Recht der USA erklären. Das hier wird sowieso schon viel zu lang.
Roe v. Wade war eine wegweisende, weitreichende Entscheidung des obersten Gerichtshofs. Der oberste Gerichtshof hat entschieden, dass in der Verfassung der USA, die Freiheit der schwangeren Frauen, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, geschützt wird.
Diese Entscheidung war höher als die US-Bundesgesetze.
Das heißt, wenn jetzt, in Texas Abtreibung verboten ist, können deine Anwälte sagen: Hey, dieses Texas -Gesetz verstößt gegen die Verfassung. Und das ist ja auch passiert.
Norma McCorvey, als Pseudonym „Jane Roe“, war mit ihrem dritten Kind schwanger, wollte eine Abtreibung, lebte in Texas, ihre Anwältinnen Sarah Weddington und Linda Coffee reichten Klage gegen den Bezirksstaatsanwalt Henry Wade ein, indem sie sagten, die Texas-Gesetze sind verfassungswidrig. Ein Gremium aus drei Richtern gab ihr Recht. Die Parteien legten Berufung beim obersten Gerichtshof ein.
Am 22. Jänner 1973 gab es eine Entscheidung, es gibt das Recht auf Privatsphäre, deshalb ist die schwangere Frau geschützt, und darf abtreiben lassen. Aber das Gericht entschied auch, dass das Recht auf Abtreibung nicht absolut ist. Und das Gericht kündigte an, alle Abtreibungsvorschriften der USA regeln zu wollen.
Während des ersten Trimesters können die verschiedenen Regierungen nichts regulieren, außer zu verlangen, dass es von einem echten Arzt durchgeführt wird, oder Ärztin.
Während des zweiten Trimesters können Regierungen zum Schutz der Mutter, aber nicht zum Schutz des ungeborenen Kindes Abtreibungen regulieren.
Nach der Lebensfähigkeit können Abtreibungen reguliert und sogar verboten werden, aber nur wenn die Gesetze Ausnahmen für Abtreibungen vorsehen, die notwendig sind.
Diese Entscheidung des obersten Gerichtshofes war eine der umstrittensten Entscheidungen jemals. Jahrzehntelang haben Antiabtreibungsaktivist:innen versucht, das wieder zu überstimmen.
Und am 24. Juni 2022 hob der oberste Gerichtshof diese Entscheidung wieder auf. Er stellte fest, dass die Verfassung the constitution does not confer a right to abortion und das the authority to regulate abortion is returned to the people and their elected representatives.
Die Verfassung verleiht kein Recht auf Abtreibung
Und die Befugnis, die Abtreibung zu regulieren, wird an das Volk und die gewählten Vertreter:innen zurückgegeben.

Und deshalb sind jetzt gerade alle so wütend und traurig und verzweifelt. Weil es in der fucking Verfassung stand. Es war da drinnen. 50 Jahre lang. Und jetzt haben sie es wieder weggenommen.
Wie konnte es zu so einem argen Rückschritt kommen?
Ja, es kam wirklich nicht überraschend, aber man hofft halt trotzdem immer das beste.
Trump hat ja zwei Richter nachbestellt in seiner Amtszeit als Präsident. Oje, jetzt kommen wir doch in Details zu Politik. Nein, ihr müsst das selber herausfinden.
Der jetzige Präsident Joe Biden sagt, dass er persönlich gegen Abtreibung ist, aber dass niemand das Recht haben sollte, solche lebensverändernden Entscheidungen einem anderen Menschen aufzuzwingen. Bill Clinton und Barack Obama haben Roe unterstützt. Also es ist, republicans gegen democrats.

Hinter dieser Entscheidung stehen aber natürlich nicht nur die Richter und Richterinnen des Obersten Gerichtshofs. Es gibt eine riesige Lobby dahinter. Es gibt Anti-Choice-Aktivist:innen, die wirklich hart dafür gearbeitet haben, dass es in manchen Gebieten der USA auch schon länger unmöglich ist, sichere Abtreibungen zu bekommen. Sie haben finanzielle und logistische Hindernisse geschaffen, damit möglichst viele Frauen bestraft werden, wenn sie nicht Mutter werden wollen. In Alabama kommen Ärzt:innen lebenslänglich ins Gefängnis, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Das heißt in der Praxis, ist eine Abtreibung bereits vielen Menschen in den USA nicht zugänglich, obwohl es bis heute in der Verfassung stand. Außerdem kann man feststellen, dass es keine oder zu wenige Kliniken gibt. Außerdem wird die Abtreibung nicht von der Krankenversicherung bezahlt, das ist in Österreich zwar auch so, aber halt noch teurer in den USA.

Statistiken

Wenn man die Statistiken anschaut: Die Hälfte der Frauen, die in den USA abtreiben lassen, tun das vor der 9. Ssw. Die meisten Frauen, die abtreiben sind zwischen 20 und 29 Jahre alt, und 23% geben an, nicht bereit für ein Kind zu sein und 25% geben an, sich kein Kind leisten zu können. In Florida sind Abtreibungen bis zum 6 Monat erlaubt, und 20% von diesen Frauen gaben an, aus wirtschaftlichen Gründen abzutreiben.
Und das ist meiner Meinung nach ja auch das größte Problem der USA. Bei der Geburt oder kurz danach sterben so viele Frauen wie sonst nur in Dritte-Welt-Ländern. Frauen müssen zu früh das Krankenhaus verlassen, weil sie es sich nicht leisten können im Krankenhaus zu sein. Sie stellen keinen Mutterschutz zu Verfügung. Es gibt kein Kindergeld, keine Familienbeihilfe, keinen Papamonat, keine Wiedereinstiegsteilzeit und was es sonst alles noch in Österreich gibt. In Amerika ein Kind zu kriegen, ist wirklich ein vollschaß. Und wenn du dich dafür entscheidest, kommt irgendso ein Psycho daher und erschießt die Kinder während sie in der Schule hocken. Weil mit einer Schusswaffe getötet zu werden statt mit einem medizinischen Gerät, ist ja viel schöner. Und steht ja noch immer in der Verfassung drin. Kein Problem für die alten weißen Männer da oben.
Also es ist, wieder nur meine Meinung, klar, dass Lobbys dahinterstecken, wir werden im Laufe der Jahre schon checken, welche. Ich vermute ja immer die Pharmalobby hinter solchen Geschichten. Also die Pharmazie. Aber das ist nur mein persönlicher Hassgegner. Es könnte auch die Waffenlobby sein, die von sich ablenken will. Nicht weit hergeholt.

Was passiert jetzt? Wir werden sehen. Einige Staaten werden sehr strenge, lebensverachtende Abtreibungsgesetze durchboxen. Texas hat das ja schon gemacht, es ging in letzter Zeit in diese Richtung. Trumps sexistische Nachwirkung glaub ich. Die eben einfach sagen: Frauen haben schon zu viele Rechte. Als nächstes werden sie wohl die Privatsphäre im Allgemeinen beschneiden. Gleichgeschlechtliche Ehen usw. Also der Gedankengang ist da und ist direkt. Und absolut nicht weit hergeholt. Dieses ganze rechtliche, das dauert ja oft Jahre.

Wir haben jetzt natürlich alle die Hoffnung, dass den einzelnen Staaten der USA bewusst ist, dass Frauen das heutzutage nicht mehr so einfach mit sich machen lassen wie damals. Sogar Menschen in den USA sind immer noch eine gewisse Entscheidungsfreiheit gewöhnt, obwohl Politiker:innen natürlich alles daran setzen, diese Freiheiten möglichst gering zu halten.
Frauen, Menschen generell, aber auch schwangere Frauen, sind heutzutage mobiler als in den 1970ern. Das heißt, nicht nur die reichsten, sondern viele können das Land verlassen, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Das heißt, richtig scheiße sind die harten Gesetze wieder nur für die ärmsten der Armen. Wie immer. Die Schere wird größer, die Gräben werden tiefer. Die Klassenunterschiede sind in Stein gemeißelt.

Es betrifft alle Frauen, denn unsere Rechte sind fragiler als wir denken

Obwohl es mich überhaupt nicht betrifft, bin ich so wütend und so enttäuscht.
Ich sag es immer wieder:
Du kannst Abtreibungen nicht beenden, indem du sie verbietest.
Du kannst nur sichere Abtreibungen beenden. Du kannst nur sichere Abtreibungen beenden. Und wie zum Teufel ist es lebensbejahend Mutter und Kind sterben zu lassen? Erklärt mir das.

Feiert eure Körper.

Und zum Abschluss noch ein paar gute Nachrichten. In Deutschland dürfen Ärzt:innen jetzt über Schwangerschaftsabbrüche informieren. In Spanien gibts das „Nur ja heißt ja“- Gesetz. Und ab 16 Jahren darf man seine Geschlechtszugehörigkeit ohne Hürden ändern. Und darf man in den Krankenstand, wenn man Menstruationsschmerzen hat. Das gibts auch in Taiwan und in Indien und bald vielleicht in Italien.

Vergesst nicht eure Körper zu feiern, sie leisten jeden Tag großartiges. Vergesst nicht euch lieb zu haben, besonders wenn ihr Schmerzen habt. Schmerzen heißen, dass euer Körper überarbeitet ist und vielleicht mehr Ruhe braucht als sonst. Gönnt euch.

Ciao

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Quellen und Weiterlesen (Auswahl)

Spanien: Frauenrechte und Co. – Wer steckt hinter dem Wandel? – Berliner Morgenpost

Abtreibungsgesetze in den USA – 10 Dinge, die du wissen musst | Amnesty International Österreich

USA | Entscheidung des Obersten Gerichtshofs verletzt Recht auf Schwangerschaftsabbruch | 15.06.2022 (amnesty.de)

Facts About Abortion: U.S. Abortion Statistics (abort73.com)

Fehlgeburten: Jede dritte Schwangerschaft endet mit dem Abort – WELT

Familienhospizkarenz | Arbeiterkammer

Sonderurlaub (bmbwf.gv.at)

Rechtslage Fehlgeburt – Verein Pusteblume (verein-pusteblume.at)

Wann ist ein Mensch Mensch? – katholisch.de

Ab wann ist ein Mensch ein Mensch? In Österreich entscheidet die Waage – Weißenstein – meinbezirk.at (verein-pusteblume.at)

Abtreibungsgesetz in Texas: US-Supreme Court lässt Klagen zu (faz.net)

Roe v. Wade – Wikipedia

Abtreibung in den Vereinigten Staaten – Wikipedia

https://www.plannedparenthoodaction.org/blog/everything-you-need-to-know-about-supreme-court-nominee-neil-gorsuch-if-you-care-about-reproductive-rights

https://www.oesterreich.gv.at/themen/frauen/schwangerschaftsabbruch.html

Serien schauen: The Witcher

Nach Postings zu den Golden Girls und Jurassic Park habt ihr vielleicht gedacht, dass ich nur alte, lustige Serien schaue. Äh…nein. Ich schaue sehr gerne alles bunt gemischt.

Und da gibt es natürlich eine Serie, auf die ich schon seit über einem Jahr verzweifelt gewartet habe. The Witcher.

Hab noch nicht alle gelesen, aber: Ich liebe die Bücher. Das könnte ein Problem sein. Ist es glücklicherweise aber nicht. Die Witcher-Bücher sind sehr speziell. Es sind nicht unbedingt zusammenhängende Geschichten, die erzählt werden, und so schafft es die Serie, Lücken zu füllen, die die Bücher hinterlassen haben.

Ich habe mir also für diesen Monat Netflix genommen, damit ich alles anschauen kann, was mich interessiert. Ich liebe, dass man es monatlich kündigen kann. Das sollte man überall einführen.

Ich verrate natürlich nichts über die Serie – wobei, über die erste Staffel kann man schon reden, oder?

Das ist der lustigste Zusammenfassung, die ich gefunden habe: A Beginner’s Guide to The Witcher | Netflix

Vielleicht doch ein bisschen zu schnell, für Leute, die sich nicht auskennen, aber was solls?

Ich liebe sehr vieles, was mit Fantasy zu tun hat und wurde von der zweiten Staffel nicht enttäuscht. So. Mehr sag ich aber nicht. Oder vielleicht mit Spoiler Warnung.

Ich habe meine Schwester nämlich nicht vorgewarnt und dann war sie böse auf mich.

In Folge 6 stirbt Roach.

In Folge 7 wird ein Baby ermordet (und dann viele, aber das kann man nicht sehen).

Kleine Frage an alle, die Season 2 schon gesehen haben: Fandet ihr den Schluss spannend oder wusstet ihr gleich, wer er ist?

History Slam- Chiara „They didn’t mean it bad“

Diese Woche liefert die Grazer Slampoetin Chiara den Beitrag zum History Slam. In ihrem Beitrag geht es um Rassismus, Kolonialismus, White Privilege und die Black Lives Matter- Bewegung. Ich habe dem Video englische und österreichische Untertitel verpasst, damit ihr es möglichst barrierefrei genießen könnt.

Chiara hat, glaube ich, ähnliche Gefühle wie ich (aber ich spreche natürlich nicht für sie in diesem Artikel). Ich weiß oft nicht – soll ich was sagen, soll ich nichts sagen? Und dann warte ich eher mal ab, schau mir Dokumentationen und Interviews an, mit Leuten, die wirklich wissen wovon sie reden. Und das ist glaube ich auch das wichtigste: Dass man sich selbst weiterbildet.

Apropos: Das Factsheet zu Chiaras Text findet ihr hier.


Ich habe Gespräche mit Leuten im engen Familienkreis führen müssen – über Migration, über Ausdrücke, die man heutzutage einfach nicht mehr sagt, über Lebenswelten. Über Vorurteile und Erfahrungen. Ich habe mich verteidigen müssen, für Wahrnehmungen, die eigentlich normal sein müssten. Und ich bin keine Betroffene, ebensowenig weiß ich schon alles.

Ich ertappe mich selbst sehr oft bei Sachen, die ich noch nicht bedacht hatte. Zum Beispiel bei den Storys von @tanaka_graz, wo mir immer wieder Dinge bewusst werden, die ich mir noch nie überlegt hatte. Nicht, weil ich nicht daran glaube, sondern weil ich einfach bis dahin noch nie daran gedacht hatte. Meine eigene Unwissenheit und Ignoranz wird mir immer wieder vor die Nase gehalten und ich glaub, dass ist ganz wichtig für gegenseitiges Verständnis. Dass man sich eingesteht: Wow, das wusste ich noch gar nicht!

Vielen Leuten ist noch immer nicht bewusst, dass sie ganz viele Probleme nicht kennen, einfach weil sie keine Freunde haben, die von diesen Problemen betroffen sind. Das gilt natürlich nicht nur für People of color, das gilt für ganz viele Sachen. Es ist wichtig, euren Freunden Dinge ins Gesicht zu sagen, damit sie auch diesen Lerneffekt haben. Ganz oft habe ich gehört: „In Österreich gibt es zwar Rassismus, aber er ist ja kein großes Problem- er ist vielleicht lästig, aber nicht lebensbedrohlich.“ Und das ist eine echt arge Aussage.

Am meisten hasse ich den Satz „Von dem Problem hab ich noch nie was gehört!“ – Mit dem meist nicht lautgesagten Nebensatz: Also kann es das Problem nicht geben!

Nur weil du ein Problem an deinem eigenen Körper noch nicht erlebt hast, heißt das nicht, dass es nicht hunderte Leute gibt, die sehr wohl davon betroffen sind!

Mein Problem? Dein Problem?

Für den Anfang fragt euch doch einfach mal:

Wie viele Leute in eurem Freundeskreis …

  • haben die gleiche Hautfarbe wie ihr
  • sprechen die gleiche Sprache wie ihr
  • haben das gleiche Geburtsland wie ihr
  • haben die gleiche Ausbildung wie ihr
  • haben das gleiche Geschlecht wie ihr

Wenn die Antwort „alle“ oder „die meisten“ lautet, dann kennt ihr viele tiefgreifende, ur-österreichische Probleme nicht. Weil ihr und eure Freund:innen einfach nicht davon betroffen seid. Das ist nicht schlimm. Das freut mich für euch. Aber:

Wenn die Antwort „alle“ oder „die meisten“ lautet, dann solltet ihr euch dringend weiterbilden. Ich habe jedenfalls genug von Aussagen wie „In Österreich gibts keinen Rassismus“ oder „In Österreich ist ja schon Gleichberechtigung“ oder „in Österreich haben alle die gleichen Chancen“. Nein. Ist nicht so. Es betrifft eure Lebenswelt vielleicht nicht. Deshalb: Bildet euch weiter!

Ein paar Tipps „WIE???“ habe ich im Video versteckt.

Sich weiterzubilden ist keine Strafe, es ist wichtig und wir sollten es alle andauernd tun. Brecht mal aus eurer Bubble aus und schaut, was die „anderen“ so beschäftigt. Nur weil euch bestimmte Probleme und Möglichkeiten noch nie über den Weg gelaufen sind, heißt das nicht, dass es sie in Österreich nicht gibt. Es heißt nur, dass ihr bisher davon nicht betroffen wart und vielleicht – nur bis ihr eure Wissenslücke aufgefüllt habt – vielleicht besser den Mund dazu halten solltet. Das ist auch wichtig. Dann hört ihr mal, was andere Menschen zu sagen haben.

[Film] Ich schaue Aquaman

Superheldenfilme sind immer ein Risiko. Es kann ganz witzig laufen. Oder aber eben die größte Zeitverschwendung seit dem letzten schlechten Superheldenfilm sein. Das Problem ist, dass man meist die Geschichte des Helden schon kennt, und nur noch schauen will, was sie sich diesmal überlegt haben. Über Aquaman wusste ich im Prinzip gar nichts, das war ein Vorteil.

Das schauen von diesen Filmen, wo Action wichtiger als Story ist, beruhigt mich meistens. Deshalb schaue ich gerne Actionfilme. Das ist so, seit ich mit zwölf (?) El Mariachi und Desperado gesehen habe. Alles fliegt in die Luft, alle sterben, man bekommt nicht wirklich mit, worum es eigentlich geht. Das ist auch egal, weil es ja in erster Linie darum geht, dass alle auf seltsame Art sterben. Mission erfüllt.

Ich bin die Geschichtensammlerin. Ich muss Geschichten aufsaugen und rote Fäden verfolgen. Wenn es zu einfach ist, gefällt es mir nicht. Wenn es zu unlogisch wird, mag ich es auch nicht. Ein schmaler Grad.

Ich bin ein Mädchen. Oder war mal eines. Aber ich habe noch nie einen Superheldenfilm angeschaut, nur weil ich den Schauspieler sehen wollte. Natürlich könnte man das bei Aquaman machen. Jason Momoa dürfte einer der coolsten Typen der Welt sein, nebenbei schaut er auch noch gut aus. Es ist einer von den Typen, von denen man lieber Interviews youtubt, als die tatsächlichen Filme anzuschauen. Auch blöd. Aber was soll man denn machen, wenn alle Dialoge in den Filmen so nervig sind?

Gedanken, die ich während Aquaman hatte (Vorsicht, eventuell Spoiler)

  • Ist das Nicole Kidman?
  • Oh, da will ich wohnen
  • Stormtroopers?
  • Schießen die mit Wasser?
  • Ok, warum muss sie weg? Warum killt niemand ihren Sohn, wenn sie weg ist? Schon mal was von Erbfolgekriegen gehört?
  • Nicht gegen das Glas klopfen!
  • Warum sind die anderen so viel größer, wenn es ein Schulausflug ist?
  • Der Hai hats voll drauf
  • „Aquaman“ aus Fischen????? Wirklich?
  • Okay…. Wer sind die Guten und wer die Bösen?
  • Wie schauen UBoote eigentlich heutzutage aus?
  • UBootPiraten!
  • This was your grandfathers knife – oy, wenn du es deinem Sohn weitergibst, wirst du in den nächsten 5 Minuten sterben.
  • Warum hat er kein T-Shirt an? (Nicht, dass ich mich beschwere, aber eine Jeans ist doch unpraktischer als ein T-Shirt unter Wasser, oder?)
  • BAAAM! Ist er unsterblich oder wie genau sind seine Grenzen? (Ich weiß nichts über Aquaman, auch jetzt weiß ich nicht genau, wie viel er aushalten kann)
  • Bissi risky alles in die Luft zu jagen, bevor dein Sohn weg ist, oder?
  • Haha. (Ich hätte fast gelacht)
  • Okay, die Selfiesache war witzig…. aber dass sie es in den Film schafft, ist kein gutes Zeichen.
  • Seepferdchenarmee?
  • Haiarmee?
  • WHATTHEFUCK IST DAS ÜBERHAUPT?
  • Wo sind ihre Kiemen?
  • Willem Dafoe auf einem Hammerhai. Es ist Willem Dafoe. Da kann man doch nicht lachen.
  • Warum floaten Orms Haare nicht? (Es kommt halt doch auf die Frisur an)
  • Oh, die Statuen! Die wunderschönen Stauten! (Ich bin halt doch Historikerin)
  • Der schwimmt so nah an die Schiffsschraube, dass ich an hunderte Wal-Bilder denken muss, wo die Wale so aufgeschnitten waren von Schiffen…? Wäh
  • Simba-Nala-Moment: -Komm zurück und sei König. -Nein.
  • Wer ist sie überhaupt? Kennen die sich schon länger?
  • Meer ist schon sehr gruslig.
  • Heißt das jetzt, Orm kann nicht an der Luft atmen, wie sonst alle? Oh, war das nur eine Nachricht und er ist eigentlich gar nicht da? (Häää???)
  • ohoh große welle. das geht sich ja nie aus.
  • Wieso hat sie dermaßen rote Haare? Gibts Schwarzkopf auch unter Wasser?
  • Ah. Jetzt erklärt sich das mit dem Luftatmen. Willem Dafoe schmeißt einen Fisch aus dem Fenster. Das erste Mal, wo ich tatsächlich lache.
  • Wow. Die Frau hat echte Probleme den Text rüberzubringen. Ich meine, es ist schlechter Text, aber sie betont alles komisch. Das hätte man schon besser machen sollen.
  • ich mag Rückblenden
  • Seit ich die Flash-Serie gesehen habe, habe ich echt Angst davor, dass irgendwelche eifrigen Wissenschaftler ein Projekt starten, und die Hälfte der Stadt explodiert. Einfach so.
  • AAARGH! Sind die Dialoge einfach schlecht oder vielleicht doch die Schauspieler?
  • Ich vergesse andauernd, dass sie unter Wasser sein sollten
  • Wieso schaut das so komisch aus?
  • Würden die Studios tot umfallen, wenn sie einmal ein gscheites Drehbuch sehen würden?
  • Jaaa. natürlich. nimm doch Challenges an, bevor du weißt worum es geht…. so coool
  • Weglaufen? Wirklich? Vor allen Leuten, die deine Untertanen werden sollen? Das bringt dir keine Bonuspunkte. Echt nicht.
  • Das sind Wassermenschen. Warum geht es ihnen in der Wüste so gut? Ich muss mal wieder Ocean Girl anschauen (beste Kinderserie aus den 90ern – oh, da gibt es auch eine Princess Mera…..)
  • Oh! Sizilien!
  • Woher hat sie eigentlich die Kleidung? Und warum nimmt sie Schuhe mit Absätzen, wenn sie auf der Flucht ist?
  • Blumensnack! Wäh.
  • Warum heißen sie eigentlich immer Black Panther, Black Adam oder Black Manta, aber nie White Superman, White Flash oder White Batman?
  • Ist er tot?
  • oh, wirklich, wenn du wen sterben lasst, ist es deine Schuld, dass sein Sohn dich hasst? Emotional range of a teespoon
  • Bitte, lieber Gott(?), lass mich niemals so einen Sturm auf einem Boot erleben.
  • Kingdom of the Trench…. und jetzt ist seine Mutter die neue Königin der Trench? …. Ah nein. Nicht ganz. Noch unwahrscheinlicher. Sie kommen durch das gleiche Portal! Und vor ihr ist das noch niemandem gelungen?
  • Aha. Mit dem Dreizack kommt auch die Uniform. Klar.
  • Wie arg wäre es, wenn Unterwasser voll der Krieg abgeht und wir bemerken es einfach nicht? Aja, überall auf der Welt ist Krieg und wir bemerken es nicht wirklich. No difference
  • Leuchte, Dreizack, leuchte!
  • ihr seid FREI – ach, doch nicht! Mindcontrol – aber keine Angst, Aquaman ist eh der Gute. Da ist es doch egal, ob ihr frei seid, nicht wahr?
  • Leute! Ihr seid Brüder! Hört gefälligst auf zu streiten, sonst gibts kein Abendessen! Hausarrest! Nur noch euer Seepferdchen darf mit euch spielen, sonst keiner!
  • Hm
  • Wenigstens haben sie nicht auf das Happy End für den Vater vergessen
  • Hm
  • da hätte man schon ein schöneres Abspann-Lied finden können.
  • Natürlich ist er nicht tot! Es muss ja einen zweiten Teil geben.

Werde ich den Film nochmal anschauen? Vermutlich nicht. Absolute Zeitverschwendung war es jetzt aber auch nicht. Ich habe meine Erwartungen an Superheldenfilme so weit heruntergeschraubt, dass man mich eigentlich nur noch positiv überraschen kann.

Serie: Golden Girls

Ich habe vor einiger Zeit (vor einem Jahr vielleicht) auf YouTube zum ersten Mal die Golden Girls geschaut. Anscheinend war das eine Serie, die meine Mutter nicht geschaut hat, oder die im österreichischen Fernsehen nicht in Wiederholungen gezeigt wurde. Jedenfalls war das etwas ganz Neues für mich. Bis auf Betty White hatte ich keine Verbindung dazu.

Und ich mag es sehr. Klar, ganz viele Bemerkungen verstehe ich nicht – politische Anspielungen und diese popkulturellen Gossipsachen, die damals aktuell waren und heute nicht mehr. Aber die generellen Überthemen sind heute oft auch noch aktuell, und die Sprache finde ich witzig, der Humor ist oft gemein/sarkastisch, was ich auch sehr liebe.

Die ersten Folgen liefen 1985, das ist schon ziemlich lange her. Fast alle mitwirkenden Schauspieler*innen sind mittlerweile gestorben – außer Betty White natürlich. Die Serie brachte es auf 180 Episoden und dreht sich um vier ältere Damen, die in einer WG zusammenwohnen.

Ich weiß nicht, ob man sie gerade irgendwo streamen kann, aber auf YouTube findet ihr die wichtigsten Szenen oder sogar ganze Folgen. Auf jeden Fall solltet ihr es euch im Original-Englisch anschauen.

Trisha schaut Fußball-EM

Hirn: Ach, du weißt doch, dass ich das auch mag. Am Abend so auf der Couch sitzen. So halb nebeneinander, halb aufeinander. Fernseher läuft. Und alles, was du noch hören willst …

Herz: Oh, ich bin so aufgeregt. Sags! Sags!

Hirn: Halt di Pappn, heast, musst du mich immer unterbrechen! Also: wir sitzen auf der Couch und alles, was du sagen willst, ist: „Oida! Wenn der Fuchs danebensteht, spielt ma nicht zum Harnik. Lern zielen, du Wappla!

Herz: OCH! Du bist die unromantischste Frau, die ich je gesehen habe

Hirn: Danke. Ähm. Bin ich nicht die einzige Frau, die du je getroffen hast?

Herz: Nein. Ich sehe doch die anderen. Und die anderen würden viel besser zu mir passen als du!

Hirn: Beleidigen kann i mi sölba! Still jetzt.

Jurassic Park-Wochenende

Mein kleiner Bruder hat zu Weihnachten die „Jurassic-Park-Collection“ geschenkt bekommen. Also alle vier Filme. Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich die ersten Filme gesehen habe. Meine Mutter, die am liebsten Liebesfilme anschaut, ist begeisterter Jurassic Park -Fan und hat uns damals dazu verführt.

Auch wenn die Dinosaurier laut meinem Bruder nicht korrekt dargestellt werden (er muss es ja wissen), mag ich die Filme sehr. Wahrscheinlich weil ich die Bücher nicht gelesen habe, das ist ja meist so.

Den kapitalistischen Arschlochmenschen eines reinzuwürgen kommt aber immer gut. Also war ich in zwei Tagen mit zwanzig Jahren Filmgeschichte durch.

Im Grunde läuft ja ein Film viermal in verschiedenen Variationen.

Mensch spielt mit DNA und Gentechnik herum. Mensch erschafft Dinos, kann sie aber nicht kontrollieren. Gute Menschen kommen auf Insel um nachzuschauen, wie es läuft oder jemanden zu suchen oder jemanden zu retten. Böse Menschen kommen auf die Insel, um Dinos zu jagen oder einzufangen. Viele Menschen sterben. Mehr gute als böse Menschen schaffen es lebend von der Insel herunter.

Die Ausnahme ist natürlich der letzte Teil, in dem es einen funktionierend Park gibt, dann erst mit Genen herumgespielt wird und dann alles vor die Hunde geht, wobei der T-Rex diesmal der Retter ist. Auch irgendwie cool.

Naja. Das war also mein Wochenende.

Life will always find its way.

Drachenzähmen leicht gemacht (Film)

Ich liebe Animationsfilme. Die meisten jedenfalls. Einige gefallen mir besser, einige schlechter, natürlich. Ganz besonders gefallen hat mir in den letzten Jahren How to train your dragon.

Normalerweise bin ich ja nicht sooo begeistert von Drachen, aber ich liebe diese Szene, wo Hiccup zu Toothless mit einem Fisch kommt. Ich liebe es, wie sie sich annähern. Ich liebe die Mimik des Drachen und seine ganzen Bewegungen.

Es ist so herrlich detailliert. Das gilt natürlich auch für die anderen Charaktere. Die Geschichte selbst ist leicht erzählt, aber auch nicht so oberflächlich, dass einem langweilig wird.

Ein Dorf von Wikingern wird tagtäglich von Drachen angegriffen. Hiccup, der Sohn des Chefs, ist genau das Gegenteil von einem brauchbaren Kämpfer. Er baut verschiedene Geräte, damit er auch Drachen erledigen kann, bisher jedoch ohne Erfolg. Das ändert sich, als er den gefährlichsten Drachen überhaupt erwischt: einen Night Fury. Doch als Hiccup ihn im Wald töten will, bemerkt er, dass er Mitleid hat. Stattdessen wird das Monster befreit und freigelassen. Doch der Drache hat sich so schwer verletzt, dass er alleine nicht mehr fliegen kann. Hiccup baut ihm also eine Ersatzschwanzflosse, die allerdings nur mit einem Reiter auf dem Drachen funktioniert. Daraufhin freundet sich Hiccup mit dem Drachen an und lernt dabei so viel über Drachen, dass er schließlich in Drachentrainingsklasse unschlagbar wird. Seine „Belohnung“ ist es, einen Drachen vor dem ganzen Dorf zu töten. Und das kann natürlich nicht gut gehen.

Viel Teamwork, viel Verständnis für andere haben und natürlich mit Happy End.

Same Old Story: Alte Menschen und kleine Kinder

Heidi, Gulla, Anne of Green Gables, Annie – all diese Geschichten haben eines gemeinsam. Alte, einsame oder/und unzufriedene Menschen nehmen mehr oder weniger freiwillig ein kleines Mädchen bei sich auf. Und wehren sich gegen die Veränderung. Und verändern sich. Und werden glücklicher.

Ich weiß nicht, wieso, aber diese Geschichten mag ich.

Kleine Waisenkinder und alte Menschen bekommen eine zweite Chance. Es ist so schön, dass man es immer wieder lesen muss.

Über die Feiertage habe ich sowohl Anne of Green Gables angesehen, als auch die neue Heidi-Verfilmung. Anne ist so herrlich dramatisch, fast wie eine Parodie.

Und die neue Heidi ist einfach so wunderbar. Nämlich die Darstellerin. So klein, so süß, so kichernd. Sehr gut, wobei einige der Erwachsenen noch immer nicht verstanden haben, wie man mit so einem Kind spielt. Ein so ehrliches Kind muss von echten Erwachsenen umgeben sein. Schauspieler wirken da immer fehl am Platz. Aber soweit ich mich erinnern kann, treiben es nur der Herr Kardinal und Herr Sesemann an die Schmerzgrenze. In der letzten Heidi-Verfilmung, die ich gesehen hab, war Klara so eine gemeine Tussi und diese Klara ist einfach lieb. Und trotz der vielen Naturaufnahmen wird der Film nicht kitschig. Na ja, es ist Heidi. Aber halt nicht zu kitschig für Heidi.

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Heidi 2015 Bild hier geklaut http://www.kiwikinos.ch/film/heidi2014/media_scen_3.html

Poetry Slam

Unglaublich, dass ich jahrelang fast monatlich im Poetry-Slam-Publikum sitze und noch nie darüber geschrieben habe. Muss sich ändern. Jetzt.

Für alle, die nicht wissen, wovon ich rede:

Die Regeln sind klar: Poeten haben eine Bühne, ein Mikrofon, einen selbstgeschriebenen Text und fünf Minuten Zeit, diesen vorzutragen. Das Publikum klatscht und schreit – oder eben nicht, wenn der Text zu schlecht war. Zusätzlich gibt es bei manchen Salms auch noch Jurytafeln. Die werden vor der Show im Publikum verteilt und dann wird mit Zahlen gewertet. Dann gibt es Sieg nach Punkten- die drei oder vier besten kommen ins Finale. Gewinner*innen erhalten entweder einen Teil des Eintrittspreises, Gutscheine, Essen, eine Flasche wasauchimmer oder was die Veranstalter halt sonst noch so auftreiben konnten.

Für alle anderen:

Poetry Slam lässt mich als Wortmenschen immer wieder sprachlos zurück. Etwa für eine halbe Stunde kann ich gar nichts reden und dann stürzen Worte auf mich ein. Inspiration nennt man sowas glaube ich. Viele Leute gehen raus und reden darüber, wie viele Texte gut oder schlecht waren, ich sage manchmal „mhm“ oder „hm-m“, das war es dann. Ich mach das nicht, ich kann das nicht, denn wenn ich einen Text nicht mag, dann wird der vom Gedächtnis ignoriert. Zu viele Worte drängen sich in meinem Kopf. Habe ich die letzten Jahre kaum „Gedichte“ geschrieben, reimts unter meinen Haaren gerade ziemlich. Egal, was ich schreibe, es drängt sich in einen Sprechrhythmus, der für die Bühne vermutlich nicht schlecht wäre. Jahrelang schaue ich bei Poetry Slams zu und traue mich nicht auf die Bühne. Mein Feiglingsdasein wird sich vermutlich noch einige Zeit hinziehen, aber meine Texte werden auf Papier oder Bildschirm veröffentlicht. Da hat der Slam-Style nun wirklich nichts zu suchen, verdammt. Man nehme nur einmal die Bücher her, die einige Slammer veröffentlicht haben. Da liest man und denkt sich: Hey, eigentlich will ich das gar nicht lesen. ich will das hören und sehen und vorgelesen und performt bekommen. Das ist eher ungut, wenn es einem bei meinen Texten so geht, denn mein mut reicht gerade mal für eine Lesung alle heiligen Zeiten. Während ich mit mir selber kämpfe soll das niemanden davon abhalten, zu Poetry Slams zu gehen und sie zu genießen und zu lachen und zu schreien und zu jubeln und zu klatschen. Und es soll euch natürlich auch nicht davon abhalten, meine Texte zu lesen, obwohl ihr sie – altmodischerweise – noch immer selber lesen müsst.

Poetry Slams gibts übrigens in so ziemlich jeder Stadt, müsst ihr für eure Stadt eben selber suchen. Ich schau meistens dort (wenn auch nur im Publikum):

https://www.facebook.com/SteiermarkPLuS?fref=ts

Für mich zur Zeit (und es ändert sich normalerweise ständig) einer der tollsten Texte ist dieser hier, aber auch für YouTube gilt: einfach suchen.