Ich lese alle Bücher, die ich zu Hause habe, bevor ich neue kaufen darf.
Ich weiß nicht mehr, warum ich Jostein Gaarder so gerne gelesen habe. Jetzt schaffe ich es kaum noch, ein Buch zu beenden.
In diesem Buch geht es um die totkranke Cecilie. Sie ist ein kleines Kind und hat einen kleinen Bruder, Mama, Papa, Oma, Opa, die alle an ihr Bett kommen und ihr Dinge erzählen. Oder Medikamente geben. Alles in allem bedrückend.
Eines Tages taucht ein Engel auf, Ariel. Nur sie kann ihn sehen. Und er redet mit ihr über Gott und die Welt. Also wortwörtlich. Und es ist sehr christlich und sehr nachdenklich.
Kaum kommt durch, das Cecilie eigentlich auch wütend ist, und nicht sterben will. Sie wird neugierig gemacht, was danach kommt. Und es wird überlegt, ob Gott dumm ist. Und was er bestimmt und was nicht.
Die einzige interessante Stelle für mich war, das der Engel sagte: Adam und Eva waren Kinder, als sie geschaffen wurden. Sie spielten den ganzen Tag im Paradies. Doch mit der Zeit wollten sie immer mehr Wissen und wurden erwachsen. Da durften sie nicht mehr im Paradies bleiben.
Und das ist so logisch, so eine gute Erklärung, dass ich nicht verstehe, wieso ich da nicht selbst drauf gekommen bin. Ich bin natürlich sehr unreligiös erzogen worden und hab an der Uni nur gelernt, dass sehr viele Männer Eva als Schuldige verwendet haben, weil sie die Frau ist. Es ist einfach mit Kindern, die erwachsen werden, viel leichter zu verstehen. Und natürlich wird da das Mädchen schneller erwachsen. Sie muss ihren Körper schneller kennen lernen, ob sie will oder nicht.
Ich finde es so schlimm, dass die Mutter ihr immer wieder sagt, das sie wieder gesund wird. Dass alle sich von ihr verabschieden, ohne es wirklich zu tun.
Dieses Unfertige, das ein Kindertod immer mit sich bringt, finde ich ganz furchtbar. Der Engel nimmt Cecilie an der Hand, diese Vorstellung mag ich nicht. Aber religiösen Menschen gibt das vielleicht Hoffnung oder Beruhigung.
Ich mag das Buch nicht, und sortiere es aus.


