Mama Mutproben

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Es gibt wirklich sehr viele Mama-Influenzerinnen da draußen. Viele sind lustig, haben Mut zur Anti-Perfektion und schaffen es, dass du dich gesehen fühlst. Das ist toll. Aber nur eine Sache habe ich mir so richtig von Instagram abschauen können: Die Mama-Mutproben, die ich bei Rebecca Chelbea gesehen habe.

Rebecca Chelbea wohnt in Wien und hat einen Sohn, der in etwa so alt ist wie meiner. Sie macht Beiträge über Körperpositivity, Selbstliebe und spricht mit und über ihren Sohn. Und noch eine Gemeinsamkeit: Sie ist alleinerziehend.

Das heißt nicht, das ich den Content von Ehefrauen nicht lustig finden kann. Aber ihr Alltag ist eben noch ein bisschen weiter weg von meinem. Wenn sie sich über Ehemänner aufregen, denke ich: Haha. Selbst schuld. Was holst da denn so an Deppn ins Haus.

Und eine Sache, die Rebecca mir beigebracht hat, waren Mama-Mutproben.

Mama-Mutproben sind nichts ultra Ausgefallenes.

Eine Mutprobe ist immer das, wozu du dich überwinden musst, was du dich trauen musst. Und das ist ja für alle verschieden.

Du schreibst dir also eine Liste, mit Dingen, die dir Angst machen oder dir unangenehm sind. Aber Dinge, die du alleine können willst! Es ist okay, um Hilfe zu fragen. Aber dein Alltag wird leichter, wenn du Dinge alleine kannst.

Bei der Geburt meines Sohnes war meine Liste in etwa so:

  • Mich stresst es, mit dem Kind alleine zum Arzt zu gehen.
  • Mich stresst es, mit dem Kind alleine in den Supermarkt zu gehen.
  • Mich stresst es, mit dem Kind alleine Zug zu fahren.
  • Mich stresst es, mit dem Kind alleine auf Urlaub zu fahren.
  • Mich stresst es, zu kochen, wenn das Kind wach ist.

Wie ihr sehen könnt, nicht die besten Voraussetzungen für eine alleinerziehende Mama. Viele Elternteile sind aber allein, weil der andere Mensch lohnarbeiten geht. Das heißt, auch wenn man einen Partner oder eine Partnerin hat, muss man Vieles alleine hinkriegen. Aber man gewöhnt sich an alles, wenn man es dauernd machen muss.

So viele Menschen bemerken es nicht, aber das Haus zu verlassen kann beängstigend sein. In ein Restaurant oder ein Café gehen zu müssen, wo man noch nicht war, kann extrem einschüchtern. Weil: Kann ich mit Kinderwagen hin, wo stelle ich ihn ab, wer hält das Kind, während ich zwei Hände für irgendwas brauche?

Ich finde, sobald dein Kind gehen kann, wird es noch mal schlimmer.

Weil: Wer hält das Kind fest, während ich einen Kinderwagen irgendwo hinaufheben muss (was ich nur kann, wenn das Kind nicht drinsitzt).

Es stresst mich. Es stresst mich zutiefst, irgendwo alleine mit Kind hinzumüssen. Noch immer.

Und es war anfangs gar kein Problem, denn ich habe immer meine Eltern fragen können, ob sie mich begleiten. Aber es ist schon cooler, wenn man Dinge alleine schafft. Wenn Dinge kein Problem mehr für dich sind.

Deshalb: Nenne deine Überwindungsversuche Mama-Mutproben. Und dann dokumentiere einfach für dich, ob es funktioniert hat. Wenn nicht, nicht so schlimm, dann versuchst du es später nochmal. Denn Mutproben brauchen manchmal mehrere Anläufe.

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