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„Ja, ich will“ von Patricia Radda

 

Um Missverständnisse zu vermeiden, wollte ich dir gleich am Anfang mal sagen, was ich will. Hm-hm.

Ich will dich.

Nein, ich will nicht mit dir gehen, ich will mit dir liegenbleiben. Faulenzen, im Bett,  solange, bis wir einfach nicht mehr liegen können.

Ich will mit dir einschlafen und wieder aufwachen.

Ich will mit dir Wichtiges träumen und Unwichtiges versäumen.

Ich will meine Träume leben und deine Träume beleben.

Ich will, dass wir spazieren gehen. Ich will, dass du meine Hand hältst, auch wenn es Sommer ist und viel zu heiß und wäh. Ich will, dass du zu mir kommst und mich umarmst, einfach so.

Ich will, dass du bezahlst, wenn du schon unbedingt essen gehen willst. Zuhause hätts besser geschmeckt, ich sags nur.

Ich will dir beim Schlafen zuschauen, wenn du so komische Geräusche machst, dass ich nicht einschlafen kann.

Ja, ich will mit dir zusammenziehen.

Ja, ich will kochen, aber du solltest es trotzdem lernen.

Ich will, dass du mir nicht dauernd mit einem blutigen Stück totes Viech vor der Nase herumwedelst. Ich sag dir doch auch nicht, dass du weniger Fleisch essen sollst. Ich rechne dir auch nicht jedes Mal vor, wie viele Pestizide und Antibiotika du dir jetzt gerade einverleibt hast. Warum fragst du mich dann nach meinen Eisen- oder Eiweißwerten? Meine Werte sind immer perfekt, im Gegensatz zu deinen. Und was hast du mit den Scheißproteinen? Wusstest du, dass in Fleisch viel weniger Proteine drin sind als im Sperma?

Ja, jetzt bist still. Entweder du überlegst, aus gesundheitlichen Gründen homosexuell zu werden oder es war die Vorfreude. Ich weiß nicht, aber wenigstens bist du still.

Es macht mir nichts aus, dass du mit einem Messer Essiggurkerln aus dem Glas fischst und dann zwei Stunden später mit genau demselben Messer den frischgebackenen Schokokuchen anschneidest. Macht mir nix aus. Weil: ich liebe Essiggurkerln und Schokokuchen und dich! Das sind halt so Kompromisse. Es wär doch fad, wenns perfekt wär.

Ich will, dass du kochen lernst. Ich will nicht nach 16 Stunden Arbeit, Uni, Arbeit nach Hause kommen und das erste, was ich höre ist: „Und… was gibt’s zu essen?“ Es gibt zu essen, was auch immer du nach deinem lächerlichen sechs Stunden Büroschlaf und zwei Stunden Vorlesungsschlaf in der Lage warst zu besorgen, denn es ist ja wohl das logischste auf der Welt, das der Partner, der zuerst nach Hause kommt, auch mit dem Kochen anfängt, weil sonst alle Beteiligten irgendwann verhungern, verdammt!

Tschuldigung. Ich werd immer so sauer, wenn ich hungrig bin.

Nein, ich will keine lustige Statistik hören. Du studierst Jus, nicht ich. Sobald eine Zahl im Anflug ist, mache ich meine Augen zu und hoffe, dass mir die Zahl nicht bis ins Gehirn folgt.

Ja, ich will, dass du staubsaugst, wenn dich der Dreck stört. Ich bin fast blind, was ist deine Entschuldigung?

Ja ich will, dass du weißt, wo in deiner eigenen Wohnung die Glühbirnen sind. Ja, ich will, dass du lernst, dass man eine E14 Birne nicht in eine E27 Fassung schraubt.

Ja ich will, dass du den Mist runtertragst. Im Hof. Der Schwarze.

Horrorszenario: Ich muss für ein paar Wochen zu meinen Eltern, warum auch immer und ich komme zurück: Die Wohnung ist dunkel, weil du das mit den Glühbirnen nicht hinbekommen hast. Ich rufe dich, du antwortest nicht. Ich hole die Taschenlampe und finde dich: Erstickt unter leeren Pizzakartons, weil du zu blöd warst, um die Altpapiertonne zu finden.

Nein, ich will nicht mit dir gehen. Du willst in die falsche Richtung. Und ich will nicht mal in dieselbe Stadt. Eigentlich will ich weg von dir, egal, wo du hinwillst.

Ich will, dass meine Großmutter aufhört zu fragen, was ich diesmal verbockt hab.

Ich will, dass alle Leute, die ich kenne, sofort aufhören, einen neuen Partner für mich zu suchen.

Ich will in der Mitte vom Bett schlafen.

Ich will essen, was ich will und ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen! und : erst wenn ich hungrig bin.

Ich will die Serien anschauen, die mir taugen.

Ich will egoistisch sein.

So wie der ganze Rest der ganzen Scheiß-Welt.

klagenfurt.februar
Foto-Copyright: https://www.facebook.com/contraluxklagenfurt/

 

Auf mehrfachen Wunsch veröffentliche ich das jetzt. Ich finde, dass es eigentlich ein Text ist, den man sich vorlesen lassen muss, aber hier könnt ihr ihn mal nachlesen. Premiere war Kombüsenslam im Dezember 2015 (seitdem: Minoriten, Ducks, Klagenfurt).

„Zukunfts-Kinder“ von Patricia Radda

Ein gellender Schrei dringt durch die Stadt

Wer hat das mit den Kindern gemacht?

Ich hab eins gesehen gleich hier

Unter freiem Himmel, wild wie ein Tier

Es lief mit seinen eigenen Beinen

Legt dieses Kind doch an die Leinen

Es bewegt sich völlig frei

Holt doch endlich Hilfe herbei!

Da! Oh Gott, jetzt kommen noch mehr

Schaut doch, grad waren die Straßen noch leer!

Ich kanns nicht verstehen

Wie kann denn das gehen?

Und Lärm machen sie, vorher wars leis!

Aber hab ich nicht hier auf Schwarz und Weiß

Dass ein jeder Fratz bleibt auf seinem Platz?

Ja, so war es vorhergesagt:

Kein Erwachsener wird mehr mit Kindern geplagt

Sobald jedes einen Computer hat

Haben wir etwa was übersehen

Nein, also so kanns nicht weitergehen

Da! Endlich kommt der Polizist,

der wird uns sagen was Sache ist

 

Was ist los, was geht hier vor

Seht doch, die Sitzbank- mit Kindern davor!

Keine Sorge, das ist nicht das erste Mal

Denkt nur vor Jahren der Stromausfall!

Wir müssen nur fragen, was sie hier wollen

Dann werden sie schon aufhören zum Tollen

Keine Panik, alles wird wieder normal

Aber ich gebe zu, ein ungewöhnlicher Fall!

 

Dann schlängeln sich die Ordnungshüter

Durch die aufgebrachten Gemüter

Und stehen schließlich ratlos da

Auf einer Steinbank sitzt eine Frau

Und vor ihr machen die Kinder Radau

Sie springen und lachen, schubsen und klatschen

um die Seifenblasen zu zerplatschen

Und da kitzelt eine Blase

Den Polizisten an der Nase

Die Kinder beginnen zu lachen

Weil sie wissen: Jeder darf mitmachen

 

Was tun sie hier? Was soll das werden?

Reagiert der Polizist auf die Beschwerden

Die Frau sagt: Ich hab doch gar nichts gemacht

Er sagt: Aber die Kinder haben gelacht!

Sie sagt: Naja das ist schon öfter passiert!

Wenn ma sie auf Bewegung trainiert

Nein, sagt er, so kanns nicht gehen

Wollen sie denn nicht verstehen

Kinder sollen an ihren Plätzen bleiben

Sonst hat die Bevölkerung zu leiden

Sie sollen schweigen und still halten

So kann man sie viel leichter verwalten!

 

Es ist wichtig für die Sicherheit

Dass ihr Kinder drinnen seid

Dort lernt ihr alles, was ihr braucht

Bis euer kleines Köpfchen raucht

Bringt niemanden in Gefahr

Und seid immer da

Wo man euch zurückgelassen

So seid ihr auch viel leichter zu fassen

Wenn man euch doch mal in der Nähe haben will

Steht ihr fürs Weihnachtsfoto still

So wie es sich gehört für gute Kinder

Jetzt steht nicht da und glotzt wie Rinder

Ihr sollt doch nach Hause gehen

Und weiter fernsehen

Wollt ihr die Zukunft sabotieren

Wird was Schlimmeres passieren

Schon seit Urzeiten wurde vorausgesagt:

Es kann viel verlieren, wer viel wagt

Drum hört doch auf mit diesen Witzen

Und bleibt brav auf euren Hintern sitzen

 

Wenn ein Kind das Lachen lernt

Ist das Weinen nicht weit entfernt

Niemand will sich kümmern um Kinder

Die nicht gewöhnt ans Kinderzimmer

Die haben freie Emotionen

Das wird sich einfach nicht lohnen

Da musst du dich um sie sorgen

Ihnen deine Aufmerksamkeit borgen

Aber so fängts erst an

Denn irgendwann

Musst du dann

Die Sachen machen

Die ein Computer viel besser kann.

trösten und ablenken   Langeweile senken   Unterhalten Verwalten

lehren wie man schreibt und liest, Wecker setzen, damit man nichts vergisst

Nachrichten vergleichen und analysieren, Medikamente dosieren gegen Viren.

Nein, mit einem beweglichen Kind hat man nur Scherereien

Und so sollten Kinder nun wirklich nicht sein!

 

Die Kinder stehen zwischen Polizist und Frau

Und überlegen es sich ganz genau.

Sie denken an ihre Computerspiele

Und davon gibt’s so unendlich viele.

Sie denken an das gewohnte zuhaus

Und wissen: Das Leben einer Seifenblase ist doch gleich wieder aus.

Und beschließen feierlich an diesem Tag

So viele Seifenblasen zu machen wie man nur mag.

 

 

geschrieben 22.10.2015 (Boat of Hope Klagenfurt, Brückenslam)

Same Old Story: Alte Menschen und kleine Kinder

Heidi, Gulla, Anne of Green Gables, Annie – all diese Geschichten haben eines gemeinsam. Alte, einsame oder/und unzufriedene Menschen nehmen mehr oder weniger freiwillig ein kleines Mädchen bei sich auf. Und wehren sich gegen die Veränderung. Und verändern sich. Und werden glücklicher.

Ich weiß nicht, wieso, aber diese Geschichten mag ich.

Kleine Waisenkinder und alte Menschen bekommen eine zweite Chance. Es ist so schön, dass man es immer wieder lesen muss.

Über die Feiertage habe ich sowohl Anne of Green Gables angesehen, als auch die neue Heidi-Verfilmung. Anne ist so herrlich dramatisch, fast wie eine Parodie.

Und die neue Heidi ist einfach so wunderbar. Nämlich die Darstellerin. So klein, so süß, so kichernd. Sehr gut, wobei einige der Erwachsenen noch immer nicht verstanden haben, wie man mit so einem Kind spielt. Ein so ehrliches Kind muss von echten Erwachsenen umgeben sein. Schauspieler wirken da immer fehl am Platz. Aber soweit ich mich erinnern kann, treiben es nur der Herr Kardinal und Herr Sesemann an die Schmerzgrenze. In der letzten Heidi-Verfilmung, die ich gesehen hab, war Klara so eine gemeine Tussi und diese Klara ist einfach lieb. Und trotz der vielen Naturaufnahmen wird der Film nicht kitschig. Na ja, es ist Heidi. Aber halt nicht zu kitschig für Heidi.

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Heidi 2015 Bild hier geklaut http://www.kiwikinos.ch/film/heidi2014/media_scen_3.html

Kulla-Gulla [Buch-Serie von Martha Sandwall-Bergström]

Es gibt bei uns nicht viele Bücher, die von Generation zu Generation weitergegeben werden – und geliebt werden. Die Gullabücher hat meine Großmutter als Kind gelesen, dann meine Mutter und dann ich. Es wurden mir einige Steine in den Weg gelegt: Das erste Buch war zwar alt und verfärbt und schimmlig, aber vollständig. Dem zweiten fehlten die ersten paar Kapitel. Vom Geruch möchte ich gar nicht sprechen. Gott sei Dank hatten die Bücher auch den Weg in die Sammlung einer Freundin gefunden und ich konnte eine neuere Ausgabe der anderen Bücher genießen. Aber ich mag es nicht, Bücher auszuborgen. Denn irgendwann muss man sie ja auch wieder zurückgeben. Ein trauriger Tag. Jahre später, ich war schon erwachsen, habe ich sie beim Bücherflohmarkt im Pfarrheim wiedergefunden. Alle sechs Teile (um insgesamt 2,50€ muss man noch hinzufügen)!

Glücklich machte ich mich ans Lesen und verstand die Geschichte jetzt viel besser als damals als Kind. Ich weiß leider nicht mehr, was mich damals so daran fasziniert hat, aber dass ich Worte wie Hausvater und Vater und Gutsherr unterscheiden konnte, glaube ich eher nicht. Und es ist ja so eine traurige Geschichte (natürlich mit Happy End).

Das Waisenmädchen Gulla kommt mit zwölf Jahren zum Häusler Karlberg, um auf seine Kinder zu schauen. Die kleine Keusche heißt Kulla, und deshalb wird Gulla der Name Kulla-Gulla verpasst. Gullas harter Alltag wird genau beschrieben: Kühe melken, Essen machen, Wäsche waschen, Kinder versorgen. Gulla wird als Heilige beschrieben, sie hat ein gutes Herz, meckert nicht, bemüht sich, arbeitet hart und beschützt die Kinder vorm schlagkräftigen Vater. Die Großmutter stirbt, dann muss auch noch die Hausfrau ins Krankenhaus: Das bedeutet noch mehr Arbeit für Gulla. Sie übernimmt auch die Tagewerke der Hausmutter am Herrenhof. Dort wird die alte Haushälterin Frau Modig auf sie aufmerksam. Gulla sieht der verstorbenen Tochter des Gutsherrn sehr ähnlich. Die Nachforschungen ergeben, dass Gulla die Enkelin und Erbin ist. Doch sie hat der Hausmutter ein Versprechen gegeben: Für die Kinder dazusein, bis die Mutter aus dem Krankenhaus kommt. Doch leider überlebt diese die Operation nicht. Gulla ist sich sicher: Nun gilt ihr Versprechen für die Ewigkeit.

Nach einigem Hin und Her beschließt der Gutsherr, die Häuslerkinder bei sich und Gulla wohnen zu lassen. In den folgenden Bänden wird Gulla auf eine Schule geschickt, muss verhindern, dass sie mit einem Tyrann verheiratet wird und verliebt sich schließlich. Und natürlich kommt es nach vielen Abenteuern und nach sehr vielen lebensbedrohlichen Hindernissen schließlich zum Happy End.

Lesen im Studium – Warum es nicht funktioniert

Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne. (Jean Paul)Ich bin ein Mensch, der immer schon gerne gelesen hat. Meine Eltern haben mir zu allen möglichen (Tages)Zeiten vorgelesen, ganz besonders erinnere ich mich an die Zeit, in der wir alle in einem Zimmer auf Matratzen geschlafen haben und Papa uns vor dem Schlafengehen alle möglichen Bücher vorgelesen hat. Es waren nicht nur Kinderbücher, auch zum Beispiel ein Buch, das er in seinem alten Zimmer gefunden hatte: Flipper. Oder die Bücher, die ich selbst mit meinen acht Jahren innerhalb weniger Stunden las: Knickerbockerbande, Sieben Pfoten für Penny, Hanni und Nanni, Pferdebücher – damals gab es noch keinen Harry Potter, wir mussten noch improvisieren! Bilderbücher waren natürlich auch dabei.

Im Laufe der Jahre wurde mir immer weniger vorgelesen und ich musste immer mehr selber lesen – was der Liebe zum Wort keinen Abbruch tat. Mit Harry Potter kamen dann auch die englischen Bücher dazu – eine ganz neue, unendliche Reihe von Geschichten tat sich auf.

Und wenn man Vielleser ist, dann gibt es nichts Naheliegenderes als geisteswissenschaftliche Fächer zu studieren. Da muss man die ganze Zeit nur lesen. Und da war es dann mit der Liebe vorbei. Es gibt nichts Langweiligeres als seitenlange, wissenschaftliche Artikel über ein Thema zu lesen, dass man genausogut in drei Absätzen abhandeln hätte können. vor allem: Bei dem ganzen Blödsinn bleibt keine Zeit mehr, etwas anderes zu lesen! Wem ist das eingefallen (runter mit seinem Kopf!)? Ein Verbrechen!

Wenn man Deutsch studiert (an der Uni heißt das ja eigentlich Germanistik, was natürlich viel besser klingt), liest man natürlich nicht nur über Literatur, man liest auch die klassische Literatur, den Kanon, alles, was irgendwem mal lobenswert erschien.

Zitat-Zwang-Epikur

Dabei muss man schlechte Sachen lesen (wie zum Beispiel Goethes Wahlverwandtschaften) und gute Sachen (wie zum Beispiel Nestroy, Arno Geiger und alles dazwischen). Und trotzdem:

Selbst wenn ich mir nach drei Seiten denke: „Wow, das ist ja cool!“, schaffe ich es nicht, meine Konzentration und Begeisterung lange zu behalten. Und das liegt am Zwang. Jahrelang durfte ich mir frei aussuchen, was ich lese. Sogar am Gymnasium mussten wir nur ein Buch aus einer Liste auswählen, über das wir dann die Semesterarbeit schrieben. Aber jetzt im Studium muss ich die ganze Liste lesen. Und selbst wenn ich mich für einige der Bücher begeistern könnte – ich lese grundsätzlich nicht mit einem Ablaufdatum! Dieses Datum ist natürlich der Prüfungstermin, der unweigerlich näher rückt und bis dahin muss man alle Bücher gelesen haben. Und natürlich schafft man das auch, aber nur mit Disziplin und nicht, weil man will.

Lesen ist immer ein Wollen und niemals ein Sollen.

Warum kapiert das keiner?

Im April 2015 gelesen

  • Prüfung: Goethe (Wahlverwandtschaften und Faust) wiedergelesen
  • Das Schwert der Wahrheit 4 wiedergelesen
  • Smaragdgrün gelesen
  • Eragon 4 wiedergelesen
  • Verstand und Gefühl gelesen
  • Die Armee der Tausend Söhne wiedergelesen
  • Mansfield Park gelesen
  • Überredung gelesen

Ich bin gerade in einer Jane-Austen-Phase, wie ihr sehen könnt. Habe aber noch keine Zeit gehabt, Bemerkungen aufzuschreiben.

Wieviel liest du? – März 2015

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März 2015

  • Das Schwert der Wahrheit 2 fertig gelesen
  • Das Schwert der Wahrheit 3 wiedergelesen
  • Uni:
  • Goethe: Wahlverwandtschaften
  • Goethe: Faust
  • Weiler: Grundzüge der politischen Geschichte des Altertums wiederlesen (besser bekannt als die Weilerbibel), weil: alles vergessen.
  • ganz viele Artikel, die zu kompliziert sind, um sie zu verarbeiten oder sich auch nur die Titel zu merken
  • City of Heavenly Fire wiedergelesen

Das erste Gesetz der Magie von Terry Goodkind

Das Schwert der Wahrheit 1

Normalerweise sind mir Fantasyschinken immer viel zu lang und zu detailliert und zu fad. Durch eineinhalb Herr der Ringe-Bücher hab ich mich gequält, bevor ich aufgab. Durch zweieinhalb Das Lied von Feuer und Eis-Bücher hab ich mich gewurschtelt. Nicht so die Schwert der Wahrheit-Reihe. Ich weiß wirklich nicht, was an dieser Reihe anders ist. Vermutlich gar nichts.

Richard Cypher wächst bei seinem Vater in Westland auf, sein Freund und Lehrer Zedd bringt ihm vieles bei, was eigentlich sonst niemand kann. Kahlan Amnell taucht eines Tages in Richards ruhigem Leben auf. Sie wird von vier Soldaten gejagt und einer seiner spontanen Eingebungen folgend, hilft Richard ihr, die Männer zu töten und zu entkommen. Kahlan will einen Zauberer finden, damit ein wahrer Sucher ernannt werden kann. Das ist seltsam, wird Westland doch von einer magischen Barriere umgeben, die keiner durchqueren kann. In Westland gibt es keine Magie. Richard bringt Kahlan zu Zedd, der sich als der große Zeddicus Z’ul Zorander, Zauberer der Ersten Ordnung, herausstellt. Schweren Herzens ernennt Zedd nun Richard zum wahren Sucher und überreicht ihm das Schwert der Wahrheit.

Kahlan ist die Mutter Konfessor. Das heißt, wenn sie jemanden mit ihrer Kraft berührt, ist dieser Mensch ihr Sklave und tut alles für sie. Für Richard ein Problem, denn er verliebt sich natürlich in sie.

Richard, Kahlan und Zedd brechen in die Midlands auf, denn der Bösewicht, Lord Darken Rahl, Herrscher D´Haras, will die Macht an sich reißen und hat schon einige Städte und Länder der Midlands eingenommen. Um die ganze Welt zu unterwerfen braucht er allerdings die Macht der Ordnung. Um diese zu erhalten, muss er die drei Kästchen der Ordnung vereinen und eines davon öffnen. Noch weiß er aber nicht, welches er öffnen muss.

Wie es der Zufall^^ will, hat Richard seit er klein war, das „Buch der gezählte Schatten“ auswendig lernen müssen, in dem es um die Kästchen der Ordnung geht. Zedd weiß allerdings nichts davon, dass Richard der Schlüssel ist. Darken Rahl lässt schließlich Richard entführen, durch die Mord-Sith. Die Mord-Sith sind Frauen, die als kleine Mädchen entführt und dreimal gebrochen werden. Sie kennen nur Schmerz und foltern Richard, bis er alles tut, was sie sagen. Oder auch nicht: Richard gelingt es, einen Teil seines Geistes zu verschließen und bringt schließlich seine Herrin Denna um. Darken Rahl belegt Richard mit einem Zauber, der seine Freunde blendet: Kahlan und Zedd denken, er wäre Darken Rahl, und Kahlan berührt Richard schließlich mit ihrer Kraft.

Daraufhin befiehlt Darken Rahl, dass Richard das „Buch der gezählten Schatten“ aufsagen soll, damit er weiß, wie er die Kästchen öffnen soll. Wenn er das falsche Kästchen öffnet, sterben alle. Auf Befehl von seiner Herrin Kahlan sagt Richard das Buch auf.

Ende/ Auflösung/Cliffhanger:

Wegen seine Liebe zu Kahlan hatte ihre Konfessorenkraft keine Wirkung bei ihm. Richard lügt Darken Rahl an und dieser öffnet das falsche Kästchen, nur Darken Rahl wird vernichtet. Richard und Kahlan fliegen mit dem Drachen Scarlet zu den Schlammmenschen, um dort zu heiraten. Zedd will zuerst in der Burg bleiben. Richard weiß nicht, dass Zedd sein Großvater mütterlicherseits ist. Darken Rahl hatte damals seine Mutter vergewaltigt, was ihn zu Richards Vater macht – Richard ist also von beiden Seiten ein Zauberer mit der Gabe. Das wird angedeutet und ist für die kommenden Bände sehr wichtig, doch wie gesagt: Richard weiß von nichts.

Terry Goodkind (*1948) schreibt seit 1994 über Kahlan und Richard. Es gibt elf Schwert der Wahrheit-Bände, außerdem noch einige Vorgeschichten und die eigene Richard und Kahlan-Triologie.

2008-2010 gab es eine Legend of the Seeker- Fernsehserie, die -wenn man ehrlich ist- sehr von den Büchern abweicht (Darken Rahl ist zum Beispiel Richards Bruder, was überhaupt keinen Sinn macht) und auch nicht so gut ist.

Unterschiede-Gemeinsamkeiten

Bevor mein Blog vollkommen zum Foodporn-Blog verkommt, hier noch ein kleines Gedankenexperiment. Anlass war eine Aufgabe in dem schönen Unikurs: „Sprech- und Schreibförderung im Deutschunterricht“

Bild hier geklaut: http://www.abcund123.de/2014/09/fisch-auf-dem-baum.html
Bild hier geklaut: http://www.abcund123.de/2014/09/fisch-auf-dem-baum.html

Hey, du.

Ich hab dich schon mal wo gesehen. Ein paar Mal. In Vorlesungen oder Proseminaren oder nach Prüfungen? Du bist eines von ca. tausend Gesichtern, die ich sehe, aber nicht wahrnehme. Wir haben eine Gemeinsamkeit (mal abgesehen von in etwa gleichem Alter und Geschlecht): Wir studieren. Wir studieren in Graz. Wir studieren in Graz Germanistik.  Wenn man Germanistik studiert, kann man ja davon ausgehen, dass das Gegenüber weiß, worum es geht. Dass man die gleichen Bücher gelesen, über die gleichen Lehrer hergezogen und durch die gleichen Prüfungen gerasselt ist. Man geht davon aus, dass Scherze verstanden werden, Ironie erkannt wird.

Du bist sicher nett. Vielleicht habe ich sogar schon mal mit dir geredet. Über unsympathische Professoren und ungerechte Prüfungen. Oder das Scheiß-UGO-Anmelde-System. Vielleicht haben wir gedacht: Hey, die ist nett. Oder: Hey, die ist komisch. Aber dann haben wir uns umgedreht und sind weggegangen. Weiter geht´s im Hamsterrad! Jetzt haben wir miteinander gesprochen. Von allein sind wir nicht auf die Idee gekommen, aber dazu gibt´s ja Lehrverantstaltungen. Da kommen die Leut zamm.

Wir sitzen da und sprechen über Dinge, die man beim ersten Kennenlernen abklappert. Eine Art Speeddating für nicht aneinander Interessierte. Wir sprechen über Dinge, um herauszufinden, ob wir etwas gemeinsam haben oder ob uns diese Sache unterscheidet. Weder die Gemeinsamkeiten noch die Unterschiede sind bahnbrechend. Wir sind weder Anne-und-Diana-Busenfreundinnen noch Harry-und-Draco-Todfeinde. So auf den ersten Blick zumindest.

Was wäre aber, wenn die Gemeinsamkeiten zu unvorhanden, die Unterschiede zu aggressiv wären?

Wir würden nie wieder miteinander reden.

Wir sind nicht von 8 Uhr morgens bis 14 oder gar 18 Uhr abends zusammen in einem Raum eingesperrt.

Wir könnten uns ignorieren, ohne dass etwas passiert. Plichtschüler*innen können das nicht so einfach, die sitzen gemeinsam ein. Ich bewundere alle, die jahrelang nebeneinander in Haft sitzen und sich nicht umbringen. Denn Motive gäbe es genug. Jede Gemeinheit, jeder Tritt, jeder Stolperstein, jede noch so kleine lächerliche Bemerkung reibt, drückt, schmerzt und blutet. Die anderen, Schüler*innen und Lehrer*innen sind blind und taub und falls sie gerade nicht taub oder blind sind, sind sie stumm. Denn es ist nicht ihre Sache. Sie mischen sich nicht ein. Jeder ist sich der Unterschiede bewusst. Jeder ist sich der Probleme bewusst. So war es schon immer. Es gibt positive Unterschiede und es gibt negative Unterschiede bei Menschen. In der Schule gibt es nur negative. Alle sollen alles zur gleichen Zeit können, alles gleich gut und nach gleich vielen Bespielen verstehen. Es wird nie abgefragt, was sie können. Es wird gefragt, worum sie etwas nicht können. Fehler werden gezählt statt Pluspunkte. Unterschiede sind negativ, weil ein Unterschied bedeutet: schlechter als die anderen. Und so geht das hirnrissige Schulsystem über in ein untragbares Sozialsein. Unterschiede feiern, war der Spruch. Wir sollen unsere Unterschiede feiern: Alles, was du kannst, das kann ich viel besser, ja, ich kann alles viel besser als du.

Was ich nicht kann, kannst du vielleicht. Was ich nicht weiß, weißt du vielleicht. Zwei Köpfe wissen mehr als einer, vier Hände können mehr als zwei. Das weiß jeder. Aber wenn das alle wissen, warum geht es nicht mit mehr Teamwork? Warum sind dann alle Ellenbogenkämpfer und Lonely Wolfes? Konkurrenzdenken weg, Mensch her! Liebt einander, helft einander! Warum setzen so wenige Lehrer*innen das um? Es würde ihren Alltag so viel einfacher machen.

Was essen eigentlich Vegetarier? – Woche vier

Ersatzprodukte sind meist teuer. Stimmt. Deshalb versuche ich, so viel wie möglich darauf zu verzichten. Sehr viele Rezepte funktionieren auch ohne sehr gut. Wenn ich von Milch schreibe, meine ich nicht sauteure Soja- oder Nussdrinks aus dem Supermarkt, sondern ich kaufe Nüsse und mache die Milch selbst. Da kommt man auch in etwa auf einen Euro pro Liter, außer man hat die Nüsse aus dem Garten, dann hat man zwar viel Arbeit, aber mehr Geld. Sonst ist es wirklich nicht so schwer. Bei Joghurt kaufe ich tatsächlich Sojajoghurt. Das ist ungefähr einen Euro teurer und der Nachgeschmack ist gewöhnungsbedürftig.

Die Uni hat übrigens wieder begonnen. Nicht, dass man zwischen zwei Semestern Ferien hätte, aber man merkt doch, dass man während der vorlesungsfreien Zeit besser planen und kochen kann.


Montag

  • Frühstück: Joghurt und Cornflakes und Apfel und Tee
  • Mittag: Salat
  • Abend: Muffins

Dienstag

  • Frühstück: Joghurt und Cornflakes und Tee
  • Mittag/Abend: Nudeln mit Tomatensauce und Tee
  • Snack: Apfelchips

Mittwoch

  • Frühstück: Muffin und Äpfel und Wasser
  • Mittag/Abend: Brot mit Humus und Tee

Donnerstag

  • Frühstück: Joghurt und Tee
  • Mittag/Abend: Brot mit Linsenaufstrich und Humus und Tee

Freitag

  • Frühstück: Joghurt und Tee
  • Mittag/Abend: Nudeln und Wasser
  • Snack: Apfelchips

Samstag

  • Frühstück: Joghurt und Cornflakes und Tee
  • Mittag: Couscous-Laibchen mit Erdäpfelpüree und Tee
  • Abend: Weckerln mit Hummus und Muffins und Apfelchips und Grissini und Wasser (Party)

Sonntag

  • Frühstück: Joghurt und Cornflakes und Tee
  • Mittag/Abend: Buchteln mit Vanillesauce

So, das war mein Monat- rein essenstechnisch. Ich hoffe, ihr fragt nun nicht mehr ganz so naiv nach. Ja, natürlich wiederholt sich der Speiseplan. Eurer doch auch. Meine Notlösung sind immer Nudeln mit Tomatensauce, denn 500g passierte Tomaten kosten 33 Cent und Nudeln hat man immer Zuhause und dann wird das noch mit Zwiebeln oder Zucchini variiert und ist ein Essen.