30 Seconds To Mars im Gasometer (Wien)

Besessen zu sein hat Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass man  immer rechtzeitig Konzertkarten kauft, weil man immer genau weiß, wer wo wann ist. Nachteil ist, dass man zwei Tage vorher schon Probleme beim Einschlafen hat und den ganzen Tag lang nicht mehr stillsitzen kann. Was besonders dann blöd ist, wenn man Vorlesungen besuchen muss. Und so furchtbar interessant Marshall McLuhan und Walter Benjamin auch sind, eineinhalb Stunden können sich ziehen…. Endlich Class Dismissed. Endlich hinaus. Endlich Sonne!

Etwa eine halbe Stunde sind wir draußen gestanden, mit Musik von Youno versorgt worden und ich werde nie verstehen, warum nur die Seiteneingänge geöffnet werden, wenn so viele Leute schon bei der Vorgruppe hineinwollen. Vorgruppen, übrigens. Mir persönlich hat Street Drum Corps besser gefallen als Carpark North, die allgemeine Stimmung war aber eher auf die Dänen gerichtet.  Wenn Füße schon vor dem Beginn wehtun, wird das im Laufe des Abends auch nicht mehr besser. Und warum stehen vor mir immer Riesentypen, die mir mit ihren gigantischen Latschen auf meine Winztreter hüpfen?

Nach drei Monaten warten begann es mit Night oft the hunter und endete mit Kings and Queens. Und nach drei Monaten Vorfreude ist es jetzt tatsächlich vorbei. 😦 Es war toll, falls es jemand anzweifelt.

Als Jared sagte: „Alle machen jetzt drei Schritte vor!“ wollte ich ihm am liebsten den Kopf abreißen. Wien hats ihm gedankt und ihm das T-Shirt weggerissen. Das hat er jetzt davon. Nur so am Rande: Ja, ich habe mich geschämt, als ein paar fussballverliebte Typen tatsächlichen „Immer wieder“ gegrölt haben. Gibt’s echt nichts Österreichischeres?

Gänsehautstimmung kam bei Revenge auf (echte Gänsehaut nicht, dazu war´s viel zu schwitzig). Wer so heiser ist, und dann noch immer so hoch singen kann, ist entweder verrückt oder richtig gut. (Natürlich war es hier etwas von beidem).

Enttäuschend war für mich irgendwie Tomo. So präsent er bei Interviews auch ist, so unscheinbar ist er am Rand gestanden. Schade.

Shannon wie immer in Trance- ihn zu beobachten ist alles Geld der Welt wert.

Gute Nacht.

http://thirtysecondstomars.thisisthehive.net/blog/

http://www.myspace.com/streetdrumcorps

http://www.myspace.com/carparknorth

Männer, die auf Ziegen starren

Nur man so eine kleine Frage am Rande: Gibt es irgendjemanden auf dieser schiachen Welt, der nicht an etwas Perverses gedacht hat, als er den Titel das erste Mal gelesen hat?

Tatsächlich ist dieser Film mit George Clooney, Kevin Spacey und meinen persönlichen Favoriten, Jeff Bridges und Ewan McGregor, eine sehr sehenswerte Komödie. Einverleibt habe ich mir diesen netten Zeitvertreib im Votivkino, auf Englisch mit deutschen Untertitel.

Er handelt von dem genervten Reporter Bob Wilton (herrlich: Ewan McGregor), der nach der Trennung von seiner Frau in den Osten geht, um über den abenteuerlichen Krieg zu schreiben. Bevor er über die Grenze darf, trifft er Lyn Cassady (George Clooney als Hippie!), der den Auftrag hat, seinen ehemaligen Vorgesetzten Bill Django (Jeff Bridges als der Ober-Guru) zu finden. Bob erfährt von Lyn die Geschichte, dass es in der US-Army eine Einheit gab, die darauf spezialisiert war, ihre Psychischen Kräfte zu trainieren. Spione, die also durch Wände gehen, Gedanken lesen, Traumreisen können und – daher auch der geniale Titel – eine Ziege durch bloßes Anstarren töten können. Lyn selbst war der beste der Einheit und durch seine herrvorragenden Kräfte wurde er schnell zum Feind von Hooper (Kevin Spacey). Nach einer von Hooper geplanten Intrige verschwand Bill Django spurlos – und Lyns geliebte Einheit wurde aufgelöst.

Der Film kann weder mit angenehmen Überraschungen bei Darstellern noch bei Umsetzung aufwarten- aber das witzige Drehbuch besticht total. Ironisch, sarkastisch und einfach zum Schreien- so verrückt, dass die Geschichte nur wahr sein kann.

Wirklich guter Abend. 

Sehr empfehlenswert:

http://www.ziegen.kinowelt.de