„Weiter“ von Patricia Radda

Meinen Gedichtband „Weiter“ könnt ihr kostenlos als E-Book herunterladen: http://www.bookrix.de/-trisha.books

„Zerbrechen“ von Patricia Radda

Sieh in meine Augen

Versuche doch, mich zu beugen

Versuche doch, mich zu zerstören

Sie sagen alle, dass ich verrückt bin

Dass ich dumm bin

Und schwach

Ich höre es

Und verstehe euch gut

Aber glauben

Glauben kann ich euch einfach nicht

Also laufe ich vor euch davon

Verstecke mich

Und komm nicht mehr hervor

Bis du vor mir stehst

Du siehst in meine Augen

Und ich sehe bestätigt,

dass ich anders bin.

Denn du kannst mich nicht zerbrechen

Sieh in meine Augen:

Ich bin verrückt.

„Selena Remembered“ von Selena

Selena Remembered

Selena Quintanilla-Pérez, die texanisch-mexikanische Sängerin, die 1995 erschossen wurde, hinterlässt einiges an Musik. Nicht zuletzt deshalb, weil ihre Familie noch immer darauf achtet, dass das Marketing stimmt.

Die CD „Selena Remembered“ habe ich mir um 8,99 € bei itunes gekauft. Alle Songs, die man eben so kennt, sind da drauf.

Es gibt nur ein Problem. Selena Live ist tausend Mal besser als Selena in Studioversionen. Obwohl ich die CD immer wieder höre, bin ich dazu übergegangen, auf YouTube Videos (in teilweise erbärmlicher Qualität) anzuschauen. Mehr Lebensfreude!

Selena ( 16.April 1971, Lake Jackson – 31.März 1995, Corpus Christi)

mehr Bilder: http://www.selenaforever.com/SelenaPictures/Selena_Pictures.html

Gedanken zu: „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“ von John Perry Barlow

Unsere Welt ist überall und nirgends, und sie ist nicht dort, wo Körper leben.[1]

Diese Vorstellung ist eine der schönsten, von denen ich jemals gelesen habe. Das Bild, ohne Körper zu existieren. Nur im Geist da zu sein, und sich so eine vorurteilsfreie Meinung zu erkaufen. Die erste Meinung über einen Menschen bildet man sich schon, wenn man ihn nur von weitem sieht. Die zweite bildet man sich, wenn der Mensch anfängt, zu sprechen. Niemals wird das beurteilt, was er sagt. Vielmehr zählt zuerst, wie er es sagt. Welche Laute er betont oder beinahe verschluckt. Dann erst wird über den Inhalt der Worte nachgedacht. Oder auch nicht.

Wir Menschen selbst haben uns einen Ort in der Welt geschaffen, wo es fast möglich zu sein scheint, Anonymität (oder zumindest Körperlosigkeit) zu erreichen. Durch das Internet ist es uns möglich, hundert Personen auf einmal zu sein. Man verändert dort den Namen, hier die Adresse, da das Alter und alles ist anders. Nein.

Etwas geht durch diesen Identitätsverlust noch nicht verloren. Nämlich die Sprache. Die Gewohnheiten an sich. Beachtet man im Internet Groß- und Kleinschreibung? Ist es einem egal, was andere von einem denken? Bekommen andere ein völlig falsches Bild oder sind doch sehr nah an der Wahrheit dran? Man reagiert im Internet genauso auf Beleidigungen, wie man es im echten Leben draußen tut. Man schreit die Leute mit Buchstaben an, die man in der Wut in die Tastatur gehackt hat.

Das Internet spielt uns nur etwas vor; solange, bis wir nicht mehr daran glauben, dass wir uns selbst etwas vorspielen.

Bin ich ich oder nur jemand, den ich im Internet erfunden habe? Wie viele Ichs gibt’s denn überhaupt? Und wer passt auf, dass sie nicht selbstständig zu denken anfangen? Nicht, dass die Blödsinn machen, weil das Ich-Ich gerade nicht aufpasst.

Eine körperlose Welt ist schön. Aber nur Illusion.


[1] Aus: John Perry Barlow, Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace