„Menschenzeit“ von Patricia Radda


Menschenzeit

Der Mensch lebt schnell,

er liebt die Hast,

geht mit der Zeit

und ohne Rast

jagt er hinter ihr her.

Er kann nicht warten.

Stress und Unruhe liebt er,

hasst den Genuss

und setzt sich zur Wehr,

wenn er stillstehen muss.

Der Mensch liebt die Stärke.

Er verabscheut das Leben,

denn er vergeudet es oder lässt sich gar nicht darauf ein.

„Neu und modern“ muss es alles geben

und wenn er es hat, ist es schon wieder alt.

Mit voller Fahrt in den Tod,

steuert er hin auf sein Ende,

um dann zu fragen: WARUM?

Kommt an ohne Wende,

und weiß nicht mehr, wohin.

Der Mensch will also nur sterben.

Das ist sein höheres Ziel

So wie er rast, könnte man meinen:

Der weiß, wohin er will!

Doch das ist eher nicht gegeben,

denn der Mensch glaubt wenig und weiß nicht viel mehr.

Er will in den Himmel,

doch das Paradies ist leer.

Er kennt kein Entspannen,

sehnt sich nach dem Leben,

und wird sich verbannen

vielleicht … in die Hölle?

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