Lesesüchtig?

Mehr als 10 Treffer: akut lesesüchtig
Mehr als 20 Treffer: fortgeschrittenes Stadium
Mehr als 30 Treffer: nicht mehr therapierbar.
LOS GEHT’S!

1. Du hast deinen eigenen Sachbearbeiter bei Amazon!
2. Deine Kreditkartenabrechnungen werden per Büchersendung verschickt!
3. Du kaufst Teil 3 einer Serie und noch bevor du angefangen hast zu lesen, freust du dich auf Teil 4!
4. Du teilst das Jahr nicht in Frühjahr Sommer Herbst und Winter auf, sondern Neuerscheinungen Frühjahr und Neuerscheinungen Herbst!
5. Die vielen Mails in deiner Mailbox sind keine Spams sondern die Lieferauskünfte deines Online-Buchhändlers!
6. Deinen Buchhändler wählst du danach aus, wie weit es bis zum nächsten Parkhaus ist, damit du nicht so weit so schwer tragen musst!
7. Dein Stapel ungelesener Bücher ähnelt in Höhe und Ausrichtung dem Schiefen Turm von Pisa!

8. Du ärgerst dich im Mai, wenn ein im Oktober erscheinendes Buch noch nicht in der Datenbank deines Online-Buchhändlers zum Vorbestellen aufgeführt ist.
9. Die Familienmitglieder deiner Serienhelden sind dir geläufiger als deine eigenen Cousins und Cousinen!
10. Dein Postbote hasst dich!
11. Deine Familie erkennt dich ohne Buch vor dem Gesicht nicht mehr!
12. Du freust dich über ein schlechtes TV-Programm, denn es verschafft dir mehr Zeit zum Lesen!
13. Du überbietest dich im Eifer des Gefechts bei eBay selber!
14. Die Leihbücherei deines Heimatortes kann nur aufgrund deiner Buchspenden existieren!
15. Du verbringst alle Wochenenden im Baumarkt, um dir neue Regalbretter zuschneiden zu lassen!
16. Wenn dein SUB auf unter 5 sinkt, steigt dein Puls auf 180!
17. Man nennt dich auch den ‚Schrecken der Flohmärkte!
18. Dein Vermieter kündigt dir, weil die Statik des Hauses nicht für deine Buchmengen ausgerichtet ist.
19. An Sonn- und Feiertagen bestellst du entweder online oder gehst an den Hauptbahnhof, um dir Suchtstoff zu beschaffen!
20. Wenn du in den Urlaub fährst, dann hast die Klamotten im Handgepäck und der Koffer ist voller Bücher!
21. Du Deine Bücher grundsätzlich mit Schutzfolien versiehst, damit sie beim (sowieso schon vorsichtigen) Lesen nicht leiden.
22. Du bereits Freundschaften gekündigt hast, weil Du ausgeliehene Bücher beschädigt zurückbekommen hast.
23. Du heimlich in der Buchhandlung an den neuen Büchern riechst und Dich dabei verstohlen umsiehst.
24. Du Menschen, die die letzte Seite eines Buches zuerst lesen, für nicht gesellschaftsfähig hältst.
25. Jedes Buch behältst, obwohl es Dir überhaupt nicht gefallen hat oder Du es nie lesen wirst.
26. Du das Gefühl hast, einen guten Freund verloren zu haben, sobald Du ein gutes Buch beendet hast.
27. Du niemals das Haus ohne Buch verlässt.
28. Du Dich über Bücher ärgerst, die Dir nicht gefallen, Du sie aber trotzdem zuende liest.
29. Du Grundsätzlich für jedes Buch ein neues Lesezeichen verwendest.
30. Du anstatt vor das Aquarium vor Dein Bücherregal sitzt.
31. Du als ansonsten friedliebender Mensch Mordgedanken bei schlampigen Übersetzungen oder Grammatik- und Rechtschreibfehlern hegst.
32. Du beim Lesen von dicken Bücher immer zwischendurch mal wieder den Klappentext liest.
33. Du Dich über Dein neues Auto nur deshalb freust, weil Du nun auch die schweren Hardcover mit Dir herumschleppen kannst.
34. Du Dir nicht vorstellen kannst, wie man in der Supermarktwarteschlange NICHT lesen kann.
35. Du Dir zu allen Feiertagen nur Bücher wünscht, obwohl Du mindestens zwei Leben bräuchtest, um Deinen derzeitigen SUB auch nur annähernd abbauen zu können.
36. Du Dir ein ausgeliehenes Buch, das Dir gut gefallen hat, nach dem Lesen kaufst, (obwohl Du noch nie ein Buch zweimal gelesen hast.)
37. Du nach jedem Kapitel die durchschnittliche Seitenanzahl je Kapitel berechnest
38. Du unter allen Umständen ein neues Buch beginnen musst, nachdem Du das letzte fertig gelesen hast und Du dafür auch mitternächtliche Klettertouren im Nachthemd aufs Bücherregal auf Dich nimmst.
39. Du denkst, dass Du krank bist, wenn Du in einer Buchhandlung mal nichts kaufst.
40. Deine Umgebung völlig schockiert darauf reagiert, dich ohne Buch anzutreffen.
41. Wenn du das Buch auch aufs Klo mit nimmst und liest
42. Du andauern rufst: “Oh! Eine Buchhandlung!”
43. Du ständig über kreative Möglichkeiten nachsinnst, Deine wachsenden Bücherstapel unterzubringen
44. Du diverse Listen -incl. Sub – führst bzw. Dateien anlegst, um den Überblick über die Bücher zu behalten
Oh, 15!
Fragen gesehen bei: Clee

Savannah. Buchstabenfrei

Tante Miriams Kater Mowgli hatte genug. Kleine, verschwitzte Mädchenhände, die viel zu grob über sein frisch geputztes Fell strichen! Er floh aus dem Haus und erschreckte die Hühner. Sie flatterten panisch auf und machten hässliche Geräusche. Kater Mowgli war das heute egal. Er huschte über die gestapelten Strohballen auf den Dachboden über dem Kuhstall. Dorthin, so hoffte er, würde ihm der Wirbelsturm von einem Menschenkind doch nicht folgen. Aber da kam die Stimme schon näher: „Mowgli!“ Nervös tappte Mowgli auf und ab. Würde sie ihn hier finden können? Er duckte sich hinter eine Kiste. Schon hörte er vorsichtige Schritte die grob gezimmerten Stufen hinauf tappen. Doch dann verstummten die Schritte im Halbstock. Mowgli ließ sich in den Schatten gleiten und entspannte sich.

Savannah hatte zehn Minuten gebraucht, um auf Mowglis Spur zu kommen. Jetzt war sie sich sicher, dass sie ihn gleich wieder finden würde. Der fette, miesepetrige Kater verkroch sich immer in den gleichen Verstecken; man musste sie nur der Reihe nach abgehen. Savannah kletterte vorsichtig de Stufen hinauf; ihr Vater hatte ihr eigentlich verboten, allein auf den Dachboden zu klettern.

Obwohl der Karton schon ihr Leben lang an der Stelle gestanden hatte, bemerkte Savannah ihn erst jetzt. Eine seltsame Ruhe überkam sie und sie vergaß den langweiligen Kater. Während sie sich damit abmühte, das Klebeband abzureißen, schnitt sie sich in den Finger. Normalerweise hätte sie daraus ein Gebrüll gemacht, das alle Erwachsenen in der Näheren Umgebung anlockte. Heute nicht. Heute fluchte Savannah kurz und machte weiter. Endlich konnte sie die beiden Hälften des Deckels auseinanderbiegen. Drinnen lagen alte Bücher. Kinderbücher. Savannah konnte noch nicht lesen, aber sie hatte schon tausendmal Schriftzeichen gesehen. Auf Büchern, Verbotsschildern, Kleidung, wenn ihr jemand ein Buch vorlas. Es war nichts Neues. Und doch war es etwas ganz anderes als jedes Mal zuvor. Mit dem Finger malte sie die einzelnen Buchstaben nach. Ein Lächeln stahl sich auf ihren Mund. Minuten vergingen, bevor Savannah das Kinderbuch wieder weglegen konnte. Sie hatte ihr Erbe gefunden, ihr Schicksal. Natürlich wusste sie das noch nicht, aber seit dem Moment, klangen Wörter für sie anders. Automatisch wurden die Wörter in verschiedene Boxen unterteilt. Wörter, die gut waren, etwas Schönes bedeuteten oder einfach nur schön klangen. Und Wörter, die sich seltsam auf der Zunge und in den Ohren anfühlten. Wörter, die böses bedeuteten und Schrecken verbreiteten.

Als Savannah lange genug dagesessen und auf die Buchstaben, ihr zukünftiges Werkzeug, gestarrt hatte, klappte sie den Deckel wieder zu und vergaß die Kiste.

Während Savannah erschöpft die Treppen hinunter stieg, um zu sehen, ob es in der Küche etwas zu essen gab, hielt vor dem Haupthaus ein Polizeiwagen.

Nein, Savannahs erste Erinnerung war nicht, wie ihr ihre Mutter abends Geschichten erzählte oder dass sie sehr lange still sitzen musste, wenn ihr Vater sie malte. Es war auch nicht die Entdeckung der Kiste.

Es war lautes Weinen, Telefonklingeln und zittrige Hände, die ihr den Kopf tätschelten. Und Polizisten, die auf der Suche nach ihrem Vater, das ganze Haus auf den Kopf stellten. Und Tante Paula, die nach Dublin zog und von jetzt an mit Savannah zusammenwohnte.

aus: Selbstmordtheorie einer kindischen Verrückten

Alexander der Große.

geschrieben Jan2008

Die Legende des Gordischen Knoten ist bekannt:
Man einst in Gordion ein Knäuel Taue fand.
Das Orakel sagte: Wem es gelingt, den Knoten zu lösen, wer es wagt,
der irgendwann einmal den Titel „König von Asien“ tragt.

Die Griechen nannten Makedonien barbarisch und unzivilisiert
Höchst unklug, von einem Land, das an Macht verliert.
Denn schon König Philipp II. von dem kleinen Land gab kund
Dass die Stadtstaaten gezwungen in den Korinthischen Bund.
Thessalien und Thrakien waren schon eingenommen
Aber niemand ahnt: es soll noch viel mehr kommen!
Wer weiß, wie es gekommen wär´
Ohne Philipps Reformen beim Militär.
Sie nützen vor allem einem viel: Alexander, Philipps Sohn.
Hoch war der Preis, und so groß der Lohn!

Philipp wurde ermordet, wer weiß, wer es tat?!
Und so Alexanders große Stunde naht.
Nun wollten viele an Alexanders Thron rütteln
Sie wollten die Makedonier abschütteln.
Alexander schlug die Aufstände nieder
Und versöhnte sich mit den Griechen wieder.
Denn sein Ziel ist höher noch
Und er braucht Männer für die Schlachten doch!
Die größte Macht der Erde wollte er zum erzittern bringen
Den Titel „König von Asien“ wollte er erringen.
Das Perserreich musste er bezwingen
Und König Dareios III, vor allen Dingen.

Die Schlacht am Granikos war die erste Begegnung der Streitmacht.
Und dann Alexander über die Städte Ioniens wacht.
Und bald schon zog Alexander kampflos in Sardes ein
Doch Milet wollte nicht so einfach „befreit“ sein.

Dareios III. war nach Alexanders zahlreichen Siegen
endlich bereit, die Probleme zu sehen, die so schwer wiegen.
So er mit seiner ganzen Macht
In Issos wartet auf die Schlacht.
Alexander war Dareios zu groß
drum dieser floh auf seinem Ross.
Alexander konnte nun viel verlangen:
Er hatte des Königs Familie gefangen!
Doch Dareios will nicht abdanken
So gerät Alexander ins Wanken.

Schließlich nimmt er noch Ägypten ein
Um überall ein Gott zu sein.
In der Schlacht von Gaugamela verliert Dareios wieder viel
Also bekommt Alexander ganz leicht Babylon, sein nächstes Ziel.
Babylon betrat er durchs Ischtar-Tor
Und kam als „König von Asien“ wieder vor.

Noch hatte Alexander sein Ziel nicht erreicht
Dareios macht es ihm nicht so leicht.
Doch der baktrische Stattverwalter will Alexander erpressen
Und lässt Dareios Erde fressen
Als Alexander nicht auf den Handel eingeht.
Nun der Schrei der Soldaten nach Baktrien weht.
Alexander heiratet die schöne Roxane dort
Und schickt seine Geliebten fort.

Alexander nie das Ende der Welt sieht,
worauf er weiter nach Indien zieht.
Doch die Soldaten haben Angst vor dem Ende der Welt
Weil man da vielleicht hinunterfällt…
Sie gehen nach Susa, die Massenhochzeit findet statt,
denn Alexander hat die verschiedenen Rassen satt.

Doch sein Plan ging nicht mehr auf
Schicksal und Leben nahmen ihren Lauf
Alexander starb an einem Fieber
Denn so schwach waren seine Glieder
Von so viel Schmerz, so viel Alkohol, die durch den Körper eilen,
die vielen Wunden hatten nicht mehr die Zeit zu heilen.

Sein Riesenreich wurde aufgeteilt,
seine Familie getötet.
Sein Leben stets bewundert,
Und nachgeahmt so oft.

Alexander den Großen kennt man
Sein Name verheißt Blut.
Rache er ersann
Dank seines Blutes Glut.

Fridas Angst.

geschrieben Feb2008

Es geht vorbei

Ich lasse mich vom Wind wiegen,
bin ein gelber Schmetterling, kann fliegen
Du weiß doch, was ich meine?
Zum Fliegen braucht man ja keine Beine

Es geht vorbei

Bald ist es wie früher, Alex, glaubst du mir?
Ich bin da für dich, nur du dann nicht mehr hier.
Alejandro, ja, ja, du nickst
Aber nicht du liegst:
Du kannst jetzt einfach gehen.
Aber im Traum kann ich fliegen
und muss nie wieder liegen.
Kannst du mich verstehen?

Es geht vorbei

Willst du wissen, wie der Tod ist?
Er tanzt, damit man nicht auf ihn vergisst.
Diese Angst soll endlich mal vergehen
Wie oft soll ich ihn im Schlaf noch sehen?

Es geht vorbei

Mein Tod ist ein grinsendes Skelett
so eines, wie über meinem Bett
Am Dia de Muerte hab ich ihn aus Pappmaché gefunden
Man muss sich gut stellen, mit ihm, damit er meine Wunden
nicht zu ernst nimmt.

Es geht vorbei

Wie gesagt, sieh hin: mein Tod lacht.
bedrohend hab ich nur die Pflanze gemacht.
Sie frisst mich nicht auf, sie hüllt mich ein,
vielleicht sollte es umgekerht sein?
Vielleicht saugen Pflanzen an meinem Leben
anstatt dass sie mir neues geben?

Es geht vorbei
-Wiederhole das, Mama
Es geht vorbei, Frida
-Aber irgendwann kehrt es doch wieder

Kindergartenfreundschaft.

Ich kanns dir nicht genau sagen, weil ichs gar nicht mehr weiß
Die Gedanken, die Veränderungen kamen nicht still und leis
Sie waren eines Tages plötzlich da, gingen nicht mehr weg
Ich wollte sie haben, wollt sie behalten und bekam einen Schreck
Als sie mächtiger wurden, meine anderen Gedanken besiegten
Sollte ich was dagegen tun?, soll sich mein Denken bekriegen?
In meinem Kopf bin ich Kriegerin, und doch sitz ich nur da
War ich weg? Was hat sich verändert als ich weg war?

Die Revolution in meinem Kopf, noch nie da gewesen
Da ist Krieg in meinem Kopf, kannst du Gedanken lesen?
Wenn du es könntest in meinem Kopf, würdest du erschrecken
Vor diesem Kampf in meinem Kopf wollt ich mich verstecken

Ich hab gestern noch A geglaubt, und schreie heute laut B
Wirst du jemals verstehen, wie ich die Sache seh?
Ich habe ein paar Jahre gewartet, hab dich mitdenken lassen
Warum du nicht mit mir kommst, kann ich nicht fassen
Jeder hat einen eigenen Weg und ich will dich nicht ziehen
Aber die Leute, die mir ihre Denkanstöße liehen
Wären auch für deine Wege und Gedanken gut,
und vielleicht fehlt dir zum Neuanfangen einfach nur Mut

Ich denke, du lügst, wenn du redest wie immer,
ich glaube dir nicht, das macht es noch schlimmer
Ich denke, du denkst nicht, du bist schwächlich
Ich glaube, du bist nicht hier, nur oberflächlich
Ich denke, du merkst nicht, wie sich die Welt dreht
Ich glaube, du weißt nicht, dass es weitergeht

Doch du gibst meinen Tränen weiter Saft
Dein Gerede über Lippenstift und Freundschaft
Erstickt ganz das Ende des Lichts
Du redest die ganze Zeit über nichts
Ich hör dir nicht mehr zu
Ich bin erwachsen, und du?

geschrieben Feb2008

Des Lebens Duft.

gefällt mir noch immer so gut. geschrieben Jänner 2009

Wenn Wasser und Feuer sich vereinen
Lebt niemand mehr nur bei den Seinen
Brennende Wellen kräuseln sich
Zischende Flammen küssen sich
Erde wird vertauscht mit Luft
So entsteht des Lebens Duft

Bäume tragen der Berge Last
Seen wiegen um den Flammenmast
Fische die atmen
Menschen mit Kiemen
Pferde fliegen durch die Luft
So überdauert des Lebens Duft

Fackeln, die man mit Spucke entzündet
Endloses Eis, das nur im Feuer mündet
Kälte, die wärmt
Hitze erfriert
Waffen schweben durch die Luft
So erlischt des Lebens Duft

Asche, die sich im Boden vermischt
Ströme aus denen niemand mehr fischt
Wolken, die kommen und gehen
Blitze, im Regen verbrennend
Keiner, der atmet die Luft
So stirb des Lebens Duft

Sieh doch den schönen, lebendigen Tod
An Wasser und Feuer, nur noch blutrot
Wasser, Freundin, erwache
Feuer, Liebste, lebe weiter
Hoffnung liegt da in der Luft
Hoffnung besteht aus des Lebens Duft

brauchen.

geschrieben märz 2009.

Ich wache auf und frage mich
was hab ich gestern getan?
Ich wache auf und denke mir
was bin ich nur für ein Wrack?
Ich dreh mich um zu dir
und denke mir, warum hab ich dich?
Du nimmst meine Hand und
ich frage mich: Wieso brauchst du mich?
Ich schließe die Augen
Nur noch du

Weil ich nur noch schreiben kann,
brauche ich jemanden der mit mir redet
Weil ich nur noch denken kann,
brauch ich jemanden der mich lenkt
Weil ich nur noch verbrennen kann
brauch ich jemanden der mit mir kocht
Weil ich nur noch atmen kann
brauch ich jemanden der mich an die Oberfläche zieht.

Ich tauche auf und frage mich:
Wieso bist du noch da?
Ich stehe auf und weiß sofort:
Mit mir ist es nie leicht
Besser, wenn du gehst
Ich weiß, dass ich nur glücklich bin,
wenn du bei mir bist

Weil ich nur noch zuhören kann,
brauch ich jemanden der mir vorsingt
Weil ich nur noch träumen kann
brauch ich jemanden, der mich umarmt.

Denke niemals über mich nach
Ich weiß, ich würde schlecht abschneiden
Ich weiß, dass ich dich brauchen will
Wenn ich den Mut dazu habe
Bis dahin lebe ich nicht ohne dich

Weil ich nur noch leben kann
nur noch überleben
brauch ich jemanden wie dich
jemanden, der mich brauchen kann.

Illusionen.

All die Huren waren gegangen. Die Männer rieben sich im Schlaf an den Betten. Gerade als einige Männer aggressiv wurden vor lauter Nichts tun, und daran dachten, sich gegenseitig zu töten, um wenigstens irgendetwas zu machen, kam eine Frau in das kleine Dorf.

Die Frau war klein und hässlich, nirgendwo brauchte sie sich zu fürchten, wenn sie nachts auf die Straße ging. Der Wirt war froh sie zu sehen, und bat sie, zu bleiben. Er war ein alter, verbrauchter Mann, der nicht mehr auf die Idee kam, sich vor der Frau lächerlich zu machen, doch er hoffte auf gutes Geschäft.

Sie lachte und sagte Ja, denn arbeiten könne sie überall. Da fragte der Wirt nach ihrem Beruf, obwohl er vollkommen überzeugt war, dass er die Antwort schon kannte.

Die Frau sagte, sie sei eine Hexe, doch niemand bräuchte sich vor ihr zu fürchten. Die Frau zog in ein kleines Haus, direkt neben dem Gasthaus. Sie richtete sich nett ein und begann ein Schild auf ihre Tür zu malen. Auf dem Schild standen Öffnungszeiten.

Die Männer zögerten. Keiner traute sich die Frau zu verjagen. Schließlich war sie ja die einzige Frau in der Gegend. Und außerdem eine Hexe.

Bald wagte sich der erste Mann zu ihr, und fragte, ob sie ein Geschäft betreibe.

Sie sagte: „Ja, ich verkaufe.“

„Was verkaufen Sie denn?“, fragte der Mann, obwohl im ganzen Haus nichts zu verkaufen war, außer eben der Frau selbst.

„Ich verkaufe Illusionen“, sprach die Hexe.

„Wie funktioniert das?“, wunderte sich der Mann.

„Ich weiß, was du dir am meisten wünschst und kann es dir geben.“

„Okay. Wie viel wird es kosten?“, fragte der Mann misstrauisch.

„So viel es dir wert ist. Bezahlt wird später.“

„Okay. Also, ich wäre gerne ein reicher Mann.“

„Nein“, behauptete die Frau. „Dein größter Wunsch ist es, ein glücklicher Mann zu sein.“

Und dann machte sie den Mann glücklich.

Der glückliche Mann ging. Er erledigte glücklich seine Arbeit. Er putzte glücklich sein Haus und zahlte jeden Monat glücklich der Hexe die Hälfte von seinem übriggebliebenen Geld.

Nach und nach wagten sich alle Männer zu ihr und kamen niemals mit Beschwerden zurück. Sie wurde berühmt bis in die fernen Täler. Das ganze Dorf lebte gut und zufrieden und glücklich und alle gaben der Hexe die Schuld daran.

Eines Tages kam ein Fremder zu der Hexe. Er sah reich und zufrieden aus und sie wunderte sich ein bisschen, warum er sie besuchte.

„Ich bin der glücklichste Mann der Welt“, behauptete er. „Mir fehlt nichts. Sie könnten Nichts für mich tun.“ Er wollte sie anscheinend nur testen. Doch die Hexe sah in seinen Augen, dass er alles hatte und nicht vollkommen glücklich war.

„Oh, das wird schwer“, antwortete sie ihm. „Sie müssen von nun an jeden Tag zu mir kommen.“

Der Fremde kam jeden Tag. Irgendwann ging er gar nicht mehr weg, weil der Weg zu weit war und es sich nicht auszahlte. Er blieb.

Eines Tages kam der Wirt zu der Hexe hinüber und fragte: „Warum bleibt er bei dir? Warum dauert es bei ihm so lange? Funktioniert es nicht?“

Und die Hexe sagte: „Es hat sehr gut funktioniert. Er war schon glücklich. Alles, was ihm fehlte, war ein bisschen Liebe. Er kaufte die Illusion der Liebe und jetzt zahlt er dafür. Er zahlt, so viel es ihm wert ist. Es war ihm alles wert. Wir können uns nicht mehr trennen.“