Von Lügen und Loyalität

Wenn man einen Verein gründet, kann man schon fix damit rechnen, dass es Intrigen und Streit geben wird. Meist führt der Streit zu Abspaltung, Erneuerung und Neustart – oder zum Ende.

Meist gibt es machtgierige Personen, Lügner*innen und Leute, die nicht auf Privilegien verzichten wollen, die sie sich gar nicht erarbeitet haben. Das Wohl aller wird vergessen und eigene Motive werden rücksichtslos verfolgt. Manchmal ist man überrascht, wer welche Ziele verfolgt. Manchmal hat man es schon von weitem – in Zeitlupe – kommen gesehen und hat nichts dagegen gemacht, weil man das Schlimmste befürchtet, aber das Beste gehofft hat.

Out with the old

Einige Menschen haben „menschliche Größe“. Sie wissen, dass sich was ändern muss, wählen aber einen humanen, vielleicht sogar liebevollen Weg. Vielleicht sogar einen, der mehreren Leute nutzt und nicht nur ihnen selbst.

Und dann gibts eben Arschlöcher. Diese Spezies denkt nur an persönlichen Vorteil und vernichtet alle, die ihren Zielen anscheinend im Weg stehen. Sie sind sich sicher, dass alles Alte ausgelöscht werden muss, um etwas Neues (oder Altes in neuem Kleid) zu machen. Zur Vernichtungsstrategie gehören Lügen, Intrigen und gelegentlich Rechtsstreits, die auf den Lügen und Intrigen fußen. Warum muss man die Gründer*innen und Mentor*innen vernichten, bevor man was Neues anfängt?

Und wieso funktionieren Lügen über Menschen so gut? Weil sie nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Menschen können Menschen manipulieren, das ist normal für sie. Und Menschen sind einfach menschlich. Sie haben Fehler, sie haben schlechte Tage, sie wünschen sich manchmal, dass alle um sie herum einfach verschwinden!

Und genau da setzen die Lügen an. Bei allen Schwächen. Alles, was nicht okay war, wird aufgeblasen zu einem Skandal. Dinge, die vor Jahren schon geklärt waren, werden plötzlich wieder ausgegraben. Perspektive ist alles. Wer zuerst spricht, dem glaubt man. Denn alles, was danach kommt, klingt wie eine Rechtfertigung.

Und die anderen sagen: „Ach, ich habs mir ja schon immer gedacht.“ Niemand ist überrascht.

Aber was wäre, wenn all diese Erzählungen so stark übertrieben sind, dass man sie nur noch als Lügen bezeichnen kann? Was wäre, wenn das, was ihr euch „eh schon gedacht“ habt, in Wahrheit von jemandem ganz anderen verbrochen wurde? Jemand, den man noch braucht, und den man deshalb nicht bezichtigen kann. Deshalb beschuldigt man die, die ins Feindbild passen. Manchmal gab es Fehler, die diese Menschen gemacht haben. Sie waren nicht so schlimm, wie man sie darstellt. Aber der Skandal ist geschaffen. Die Fronten sind festgelegt. Die Mehrheit will Alteingesessene fallen sehen. Die Mehrheit ist sensationsgeil.

Und deshalb schweigen die, die die Wahrheit kennen.

Silence is a weapon

Ich kenne die Wahrheit und schweige auch. Nicht weil ich will, dass sich alles ändert. Nicht weil ich das Alte fallen sehen will. Sondern weil ich sehr selten tatsächlich sage, was ich denke. Ich bin eine von den Stummen. Und die Stummen sind die größten Feinde der Wahrheit. Wenn wir nicht mitreden, gewinnen die, die Lügen erzählen. Also warum erzähle ich nicht die Wahrheit? Weil ich keine direkt Betroffene bin? Weil ich nicht mit hundert Idioten herumstreiten will? Vielleicht. Ja, ganz bestimmt sind das auch Gründe.

Ich war immer die, die schweigt. Das heißt, dass man mir Geheimnisse anvertraut und ich verwahre sie. Das heißt, das Leute zu mir kommen, damit sie ihren Scheiß bei mir abladen können. Das heißt, dass ich erst rede, wenn jemand zu mir sagt: Raus damit.

Bisher habe ich nur mit Leuten gesprochen, die mich nach der Wahrheit gefragt haben. Da hab ich dann im Einzelgespräch erzählt, wie ich die ganze Situation wahrnehme. Und alle so: Wow, oh, okay, wir glauben dir. Zumindest ein bisschen, weil: Es muss doch was Wahres dran sein? So arge Lügen erfindet man doch nicht zum Spaß? Doch. Manche Leute erfinden soo arge Lügen, nicht aus Spaß, sondern um sich Vorteile zu verschaffen. Marketing. Und ich stoppe die Leute, ich berichtige die Lügen, aber eben auf kleiner Ebene. Ich spreche mit Leuten, die ich erreiche. Ich nütze nicht das Internet um Leute zu erreichen, weil ich Diskussionen im Internet idiotisch finde. Die Leute sagen Dinge, die sie sich in echt nicht zu sagen trauen. Deshalb schreibe ich keine großen Postings. Ich lasse mich nicht darauf herab.

Vielleicht ist das ein zu einfacher Weg für mich. Vielleicht ist es an der Zeit, mein Schweigen im großen Stil zu brechen. Denn viele Leute haben es einfach verdient, dass ich Klartext rede. Viele Leute haben meine Loyalität ganz einfach nicht mehr verdient. Denn sie haben viel zu viel Scheiße gebaut. Wenn dein Leben anderen schadet, dann musst du dein Leben ändern. Sonst kannst du gleich von der nächsten Brücke springen.

Das führt mich zu einer alles bestimmenden Frage: Schadet mein Schweigen mehr oder schadet mein Reden mehr?

Von Mandarinen und Suppe

Ich habe Clementinen und Mandarinen noch nie unterscheiden können. Nachdem ich jetzt eine Minute mit meiner Googlerecherche verbracht habe, meine ich ziemlich sicher Clementinen. Clementinen haben eine dickere, kältebeständigere Schale und keine bis wenig Kerne. Mandarinen sind älter, werden mittlerweile aber nur noch selten angebaut. Die, die ich gerade esse, hat aber ganz viele Kerne…. Hm.

Mandarinen… Ich weigere mich jetzt einfach Clementinen zu sagen oder wie? Clementinen verbinde ich unbedingt mit Winter. Oder Herbst. Wie Kekse backen. Oder Erdnüsse knacken. Nikolausbesuch eben.

Heute war ich in einem kurzärmligen T-Shirt einkaufen. Es war okay, wenn auch schon ein bisschen frisch. Dann bin ich nach Hause gekommen und habe alle diese Online-Zeitungsartikeln bekommen, dass Österreich im Schnee versinkt. Schnee bist 1000m, Schnee bis 500m. Da ist mir dann ein bisschen kalt geworden.

Da ich seit gestern furchtbare Zahnschmerzen habe, muss ich alles mixen oder pürieren, bevor ich es essen kann. Weiches Obst geht noch. Aber sonst habe ich mich sehr gefreut, dass es gestern den ganzen Tag geregnet hat, ich war sowieso schon in Suppenstimmung. Suppe kochen ist bei mir immer gleich: Zwiebel schneiden und anbraten, Gemüse schneiden und dazu, Wasser und Gewürze dazu und alles köcheln lassen. Bis man es eben pürieren kann. Ich weiß nicht, warum ich keine unpürierte Gemüsesuppe esse – es muss noch aus der Kindheit antrainiert sein.

Jedenfalls sind meine Zahnschmerzen nicht von Kälte oder Hitze abhängig, sondern von Bewegung, Erschütterung. Das heißt, ich muss essen, ohne mich zu bewegen. Und gehen, ohne mich zu bewegen. Und Zähne putzen ohne mich zu bewegen. Am Dienstag hab ich einen Termin bei meiner Zahnärztin bekommen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Aber wieder zurück zum Herbst/Winter-Gefühl. Ich liebe es, dass meine Finger stundenlang nach Mandarinen-Clementinen-Geruch duften. Ich liebe es, dass es in meiner Wohnung noch immer über 25 Grad sind. Ich liebe, dass das schlechte Wetter in Schüben kommt und nicht mit voller Wucht. Ich mag es, dass ich heiße Suppe trinken kann und kaltes Wasser und nicht ohnmächtig dabei zusammenbreche. Alles in allem bin ich heute also ganz gut drauf. Dass ich gestern den ganzen Tag verschlafen habe, hat gar nichts damit zu tun!

[Text+Video] Jeder an seinen Platz I + II

Im Sommer 2011 habe ich mich oft tagelang in der Hauptbücherei Wien verkrochen und den ganzen Tag gelesen. Die gesamten Werke von Erich Kästner oder Gedichtbände von Federico García Lorca zum Beispiel. Sprachlich hat mich das sehr verwundert, und ich musste natürlich gleich ausprobieren, wie das klingt, wenn ich das versuche. Also hier kommen ganz alte Texte zum Anschauen für euch.

Den Text zu „Jeder an seinen Platz I“ findet ihr hier: Jeder an seinen Platz

Den Text zu „Jeder an seinen Platz II“ findet ihr hier: Jeder an seinen Platz II

[Hostel] Rückblick

Ich habe von 3. Juli bis 7. September ein Hostel in der Südoststeiermark geleitet. Es war ganz viel Arbeit und auch ganz schön. Hier kommt ein bisschen Statistik für euch.

  • Ich habe über 200x Betten abgezogen.
  • Ich habe über 200x Betten frisch bezogen.
  • Ich habe viele, viele Maschinen Wäsche gewaschen und gebügelt.
  • Ich mag Bügeln nicht, besonders nicht Bettwäsche.
  • Ich habe über 185 Gäste willkommen geheißen und verabschiedet.
  • Ich habe unglaublich viel geputzt.
  • Sobald ich etwas geputzt hatte, war es auch schon wieder dreckig.
  • Menschen sind anstrengend.
  • Ich mag Badezimmerputzen nicht.
  • Besonders Kloputzen ist eklig.
  • Besonders wenn man weiß, wer das Klo verschmutzt hat.
  • Dafür gibt es Handschuhe.
  • Die Mund-Nasen-Schutzmaske ist voll praktisch, wenn man putzt.
  • Ich werde nie wieder vergessen, Klopapier zu kaufen. Wenn du vergisst Klopapier zu kaufen, musst du noch einmal zwanzig Minuten den Berg hinunter- und dann noch einmal zwanzig Minuten den Berg hinaufgehen! Das willst du nicht!
  • Wir hatten sechsmal Stromausfall wegen Gewitter.
  • Gäste werden unruhig, wenn sie kein WLAN haben.
  • Das mögen sie nicht.
  • Das mag ich nicht.
  • Von der Terrasse kann man überall hinsehen.
  • Das mag ich.
  • Ich kann über 10.000 Schritte am Tag machen, ohne das Haus nur einmal zu verlassen.
  • Das mag ich.
  • Das Haus hat ungefähr 100000000 Stufen. Jeden Tag ca 20 mehr. Das mag ich nicht.
  • Wenn man Hörbücher hört, vergeht die Zeit viel schneller. Oder halt lustiger. Man denkt gar nicht daran, dass man den ganzen Tag putzt.
  • Für eine Person ist das zu viel Arbeit.
  • Ich bin in einigen Wochen zu nichts anderem gekommen. Das mag ich nicht.
  • Ich dachte, ich hätte ein bisschen Zeit zum Schreiben und zum in der Sonne sitzen. Dafür sollte immer Zeit da sein.

von Tippen und Hungern

Ich bin wieder ZUHAUSE! So sehr ich mich darüber auch freue, ich musste gleich den ganzen Tag wieder mit aufräumen verbringen, da ich die Wohnung ziemlich Hals über Kopf verlassen hatte.

Ich habe also wirklich zehn Stunden ausgemistet, Wäsche gewaschen, Mist runtergetragen und so weiter. Irgendwann habe ich Hunger bekommen. Leider haben meine Herdplatten eine seltsame Art mit Hitze umzugehen.

Was erwartet ihr von eurem Herd?

Ich finde es sehr uncool von meinem Herd, dass immer wenn die Herdplatten heiß werden, der FI fällt. Also kompletter Stromausfall in der ganzen Wohnung. Backrohr und Kühlschrank funktionieren immer einwandfrei, aber die Herdplatten! Ich erwarte von meinem Herd, dass er heiß werden kann. Das ist jetzt nicht so ungewöhnlich.

Also Nachricht an die Hausverwaltung. Aber ehrlich gesagt, kann es Wochen dauern, bis die sich mal zurückmelden. Also Essen bestellen.

Blöderweise funktioniert meine Tastatur nicht, weil die Akkus darin leer sind. Ich arbeite also mit Bildschirmtastatur. Warum nicht über Handy?, fragt ihr euch. Weil ich bei meinem PC schon angemeldet bin, das geht doch viel schneller und viel leichter…..

Alles hat funktioniert. Bis es zur Eingabe des PayPal-Passwortes kam. Also wirklich der letzte, der allerallerletzte Schritt.

Ich habe es nicht geschafft, meine Bildschirmtastatur dazu zu bringen, einen Großbuchstaben zu schreiben. Einfach nicht geschafft. WTF?!

Also doch noch mal das ganze am Handy. Und dann endlich, endlich essen.

Was kann man alles im Backrohr backen? Alles?

In den nächsten Wochen wird es also nur noch Backrohressen geben. Das ist ja nicht weiter schlimm. First World Problems. Aber nervig wird es schon. Gibt es irgendwas, was man nicht im Backrohr zubereiten kann? Suppe?