Archiv der Kategorie: Trisha und der Alltag

von Tippen und Hungern

Ich bin wieder ZUHAUSE! So sehr ich mich darüber auch freue, ich musste gleich den ganzen Tag wieder mit aufräumen verbringen, da ich die Wohnung ziemlich Hals über Kopf verlassen hatte.

Ich habe also wirklich zehn Stunden ausgemistet, Wäsche gewaschen, Mist runtergetragen und so weiter. Irgendwann habe ich Hunger bekommen. Leider haben meine Herdplatten eine seltsame Art mit Hitze umzugehen.

Was erwartet ihr von eurem Herd?

Ich finde es sehr uncool von meinem Herd, dass immer wenn die Herdplatten heiß werden, der FI fällt. Also kompletter Stromausfall in der ganzen Wohnung. Backrohr und Kühlschrank funktionieren immer einwandfrei, aber die Herdplatten! Ich erwarte von meinem Herd, dass er heiß werden kann. Das ist jetzt nicht so ungewöhnlich.

Also Nachricht an die Hausverwaltung. Aber ehrlich gesagt, kann es Wochen dauern, bis die sich mal zurückmelden. Also Essen bestellen.

Blöderweise funktioniert meine Tastatur nicht, weil die Akkus darin leer sind. Ich arbeite also mit Bildschirmtastatur. Warum nicht über Handy?, fragt ihr euch. Weil ich bei meinem PC schon angemeldet bin, das geht doch viel schneller und viel leichter…..

Alles hat funktioniert. Bis es zur Eingabe des PayPal-Passwortes kam. Also wirklich der letzte, der allerallerletzte Schritt.

Ich habe es nicht geschafft, meine Bildschirmtastatur dazu zu bringen, einen Großbuchstaben zu schreiben. Einfach nicht geschafft. WTF?!

Also doch noch mal das ganze am Handy. Und dann endlich, endlich essen.

Was kann man alles im Backrohr backen? Alles?

In den nächsten Wochen wird es also nur noch Backrohressen geben. Das ist ja nicht weiter schlimm. First World Problems. Aber nervig wird es schon. Gibt es irgendwas, was man nicht im Backrohr zubereiten kann? Suppe?

… and I would walk 10.000 Schritte

10.000 Schritte soll man laut der WHO täglich gehen. Meistens schaff ich das nicht. Seit ich hier oben bin, schaffe ich das dauernd. Wenn ich das Haus gar nicht verlasse, sondern nur meinen normalen Putzalltag durchziehe, zeigt mein Handyschrittzähler am Ende des Tages mindestens 9000 Schritte an. Meist mehr. Wer kann schon von sich behaupten, 10.000 Schritte zu machen, ohne das Haus zu verlassen?

Meine Schuhe haben das nicht sehr lange ausgehalten. Das Blöde ist, dass ich Schuhe nicht online bestellen kann, weil mir 90% der normalen Schuhe nicht passen – jedenfalls nicht in der Größe, in der sie passen sollten. Deshalb habe ich mit Isolierband diese schicke Limited Edition gezaubert. Hält zweimal einkaufen gehen, dann muss ich erneuern. Soviel zur Nachhaltigkeit. Die Schuhe waren übrigens schon zwei Jahre alt und haben um die 20-30€ gekostet, also ist es wohl okay, dass sie langsam sterben wollen.

Leute mit Auto wissen doch gar nicht, wie steil ein Hügel wirklich ist

Seht ihr das große Haus da oben? Da muss ich hin. Es sieht nicht steil aus……

Einmal einkaufen sind 5943 Schritte. Hinunter brauche ich nicht so lange, außerdem geht es – naja – bergab. Aber hinauf sind eben zwanzig Minuten steil bergauf. Und dann hat man ja noch Einkauf. Seit wir den Spar haben muss ich mich immer zusammenreißen, dass ich nur soviel kaufe, wie ich auch tragen kann. Gut, dass ich nur den kleinen Rucksack mithabe.

Funfact: Ich kann die Strecke nicht gehen, wenn ich zuvor nicht gefrühstückt habe. Dann drehts mich beim Rückweg zusammen. Jetzt bin ich immer super vorsichtig und kaufe mir unten was zu trinken, wenn es zu heiß ist.

Das Haus ist ein Fitnessstudio

Tatjana sagt es dauernd: Das Haus ist ein Fitnessstudio. Und es stimmt. Ich habe über 160x Betten überzogen. Das heißt Matratzen hochheben und mit Leintüchern bespannen, mit Decken in der Luft herumzufuchteln, bis sie neu eingekleidet sind und nicht zu vergessen den Staubsauger immer vier Stockwerke rauf und runtertragen- weil er grundsätzlich immer in einem Stockwerk ist, in dem man ihn gerade nicht braucht. Wenn ich nicht dauernd Freunde da hätte, die mich zum Essen einladen oder lecker für mich kochen, würde ich sicher voll viel abnehmen. So bekomme ich einfach nur Muskeln. Meine Oberarme bestehen nicht mehr nur aus Fett und heute habe ich es geschafft, ein Gurkenglas beim ersten Versuch zu öffnen. Ganz ohne zehn Minuten lang darauf herumzuklopfen. Sieg für mich!

Die Schmetterlingsjagd

Ich habe ja schon einen Beitrag geschrieben, indem es um die Tierwelt hier oben geht. Neben Gelsen, Wespen, Spinnen, Käfern, Motten und Nachtfaltern aller Art, haben wir auch wahnsinnig viele Schmetterlinge und Vögel.

Eines Morgens will ich also in einem der Badezimmer Staub saugen und da liegt so ein riesengroßer Falter am Boden. Normalerweise sind die Nachtfalter tot, wenn ich sie finde – Sie fliegen zu oft eine heiße Lampe an, oder was auch immer. Ich weiß, was ich mit toten Insekten mache: wegwerfen. Aber was machen wir mit lebenden? Aus dem Haus rausbringen.

Schmetterlinge habe ich jedenfalls noch nie eingefangen. Wieso auch?

Die Schmetterlinge, die sonst bei mir sind, sind klein – winzig – und sehr schnell wieder weg. Aber da war er, zu schwach (?) um richtig in die Höhe zu kommen. Zu flatterig, um auf der Küchenrolle sitzen zu bleiben. Zu groß und schwer, um auf einem Küchenrollenblatt aufgeklaubt zu werden.

Mir ist eingefallen, das Tick, Trick und Track immer mit dem Netz Schmetterlinge fangen. Ich habe natürlich kein Schmetterlingsfangnetz, aber eine Obstschale mit Insektengitterschutz. Schmetterlingstransportkiste hat sie sich bestimmt auch nicht in den Lebenslauf geschrieben. Aber was solls.

Es hat funktioniert! Was will man mehr? Und sobald wir wieder im Freien waren, ist der Schmetterling auch davongeflogen, einfach so, als wäre nichts gewesen.

Hier ist das Video zum „Endlich mal nichts grausiges oder schmerzhaftes“-Abenteuer:

Der Japanische Eichenseidenspinner

Und hier sind ein paar Infos zum Schmetterling.

Der Japanische Eichenseidenspinner gehört zu der Familie der Pfauenspinner. Ursprünglich war die Art nur in Ostasien verbreitet, wurde aber mit der Seidenzucht nach Europa importiert. Die Art ist hier unverwechselbar. Mit bis zu 150 Millimetern Flügelspannweite gehören sie zu den größten in Mitteleuropa auftretenden Schmetterlingen. Hauptnahrung der Raupen sind Eichen.

Männchen sind braun und rot, Weibchen stärker gelb gefärbt (es war also ein Weibchen). Aber von braun über rot und gelb sind alle Farben möglich. Sie sind nachtaktiv, werden jedoch stark von Lichtquellen angelockt. (Nicht durchdacht, in einer menschendominierten Welt)

Die Raupen und die Puppen sind bis zu 45 Millimeter lang. Sie schlüpfen hauptsächlich am Nachmittag und abends im Spätsommer. Die meisten Weibchen locken die Männchen noch in derselben Nacht mit Pheromonen. Die Paarung dauert etwa drei Stunden, danach suchen sich Männchen neue Partnerinnen.

In Österreich fliegen die Falter von Anfang August bis Anfang Oktober, am stärksten um den 20. August.

Feinde der Art sind die Raupenfliege, die Schlupfwespe, Erzwespe und der Pirol. Bei einem Angriff versuchen die Falter senkrecht in den Himmel zu fliegen oder sich auf den Erdboden fallen zu lassen. Dort bleiben sie gut getarnt im Laub liegen. (Hm, das klappt am Holzboden natürlich nicht so gut.)

Und ja meine supertolle „Quelle“ war natürlich wieder Wikipedia, aber ich habe den Artikel extrem gekürzt, es ist also nur ein Bestof.

Mysteriöse Clowns

Das Haus ist voller Dekorationen. Während des Putzens mag ich das nicht. Sonst ist es okay. Man hat ein bisschen das Gefühl, in einem Museum zu wohnen. Dauernd fallen mir Bilder und andere Dinge auf, die ich bis jetzt noch nicht so richtig bemerkt habe.

Vor manchen Dingen hab ich Angst. Wie zum Beispiel vor Puppen. Ich mag keine Puppen, ich glaube, es hat etwas mit den toten Augen zu tun, aber wer weiß das schon genau. Ganz besondere Panik habe ich jedoch vor Clowns. Und sie hängen überall im Haus herum. Einfach so. Da wo man sie nicht erwartet.

Eine Karotte rollt unter den Tisch neben dem Kühlschrank: BAAAM Clown.

Ich brauch irgendeine Therapie, glaub ich.

Hier also die Ergebnisse meiner Recherche. Ja, natürlich waren die Seiten Wikipedia und Psylex.de, mehr Mühe hab ich mir nicht gemacht.

Coulrophobie

Die krankhafte Angst vor Clowns bezeichnet man als Coulrophobie. Sie ist vor allem bei Kindern verbreitet, kommt aber auch bei Erwachsenen vereinzelt vor. Durch die stark geschminkten Gesichter kann man die Gesichtszüge nicht erkennen und auch nicht einschätzen. Alle Emotionen werden als falsch empfunden. Dazu kommt der Clown als das böse Wesen in der Populärkultur seit den 1980ern.

Aber das ist es nicht. Natürlich habe ich in Horrorfilmen Angst vor Clowns. Aber nicht unbedingt vor Zirkusclowns.

Automatonophobie

Die Automatonophobie bezeichnet die krankhaft gesteigerte Angst vor Puppen. Der Automatonophobiker meidet Puppen, Wachsstatuen, Roboter, Automaten, Statuen oder andere Gegenstände, die vorgeben, Wesen mit Gefühlen oder Wahrnehmungen zu sein bzw. sich durch eine Mechanik selbst bewegen.

Das ist es schon eher. Aber vor Statuen hatte ich noch nie Angst – bzw. erst seitdem ich die Weeping Angels aus Doctor Who kennenlernte. Haha. Nein, ich hab vor Statuen keine Angst, aber es ist halt so das Puppe mich wahnsinnig machen. Und Dinge, die sich bewegen, wenn sie sich gar nicht bewegen sollten.

Pupaphobie

Die Pupaphobie gehört zu den spezifischen Angststörungen und bezeichnet die starke Angst vor Puppen. Wenn man die wortwörtliche Übersetzung heranzieht, sind aber möglich:

1. die Angst vor Puppen (Spielzeug)
2. die Angst vor kleinen Mädchen
3. die Angst vor Insektenpuppen, Insektenverpuppungen

Wortherkunft von Pupaphobie: pupa (lat.)= kleines Mädchen, Puppe.

Ich habe wirklich keine Angst vor kleinen Mädchen. Außer vor kleinen toten Mädchen wie in Supernatural oder Shining. Zugegebenermaßen schauen die manchmal aber aus wie Puppen. Oder sie starren so gruselig wie Puppen.

Eine Frage der Maske

300.000 Artikel pro Tag beschäftigen sich damit, wie sehr Leute es hassen, Masken zu tragen.

Die Maskenpflicht ist von den Medien so groß gemacht worden…. ich weiß nicht, warum, und es geht mir auch wahnsinnig auf die Nerven, dass Leute sich aufregen, sie zu tragen!

Ärtz*innen tragen sie doch auch die ganze Zeit, warum könnt ihr sie nicht fünf Minuten tragen ohne zu jammern? Es ist wie bei Kondomen. du musst erstmal herausfinden, auf was du stehst und dann gehts doch!

Ich habe mich mit diesen Einwegmasken nicht anfreunden können, weil sie sich nicht gut mit meiner Brille vertragen. Jetzt hab ich eine Stoffmaske, die ich sooft auswaschen kann, wie ich will und sie passt über meine Nase, mein Kinn, unter meine Brille und alles ist gut.

Mir ist aufgefallen, dass es ein österreichisch-deutsches Phänomen ist, jetzt wo ich praktisch an der Quelle sitze. Zu mir kommen Leute aus Polen, Tschechien, Kroatien und so weiter und nur die Gäste aus Österreich und Deutschland haben selbstverständlich keine Maske auf.

Alle anderen haben sie erstmal auf, und dann, wenn sie wissen, wo alles ist und viele Leute ihnen begegnen, nehmen sie sie auch wieder ab.

Mir geht dieses Argumentieren tierisch auf den Wecker.

„Wenn ich Grippe habe, trage ich sie auch nicht!“ – Solltest du aber! Glaubst du ich will von dir angehustet und angeniest werden?!? Es wäre einfach höflich, wenn du es machst.

„Wenn ich sie trage, kann ich nicht atmen!“ – Dann lerns halt! Leute, die generell Probleme mit Atmen haben, sind davon natürlich ausgenommen. Aber Menschen sind Gewohnheitstiere. Macht mal. Gewöhnt euch um.

Meine Vorteile

Wenn ich Betten überziehe, trage ich die Maske immer. Nicht, weil ich besonders vorsichtig bin, sondern weil ich weniger Staub in die Nase bekomme, oder Federn oder was dann halt so durchs Zimmer fliegt.

Wenn ich grade wieder mal grausliche Haut habe, brauche ich mich nicht schmerzhaft schminken. Ich setze einfach Maske auf, und gut ist!!

Wenn Leute frisch ankommen, trage ich die Maske immer. Weil sich die Leute sicherer fühlen. Echt! Außer eben die Österreicher*innen! Die fragen dann ganz entsetzt: „A müssma auch..?“

Der Punkt ist doch der: Wenn die Maske nichts bringt, und du hast sie getragen, warst du einfach nur rücksichtsvoll. Auch wenn es nichts bewirkt hat. Du wolltest Rücksicht nehmen. Fühlt sich gut an.

Wenn die Maske was bringt, und du sie nicht trägst, warst du eben ein Arschloch! So einfach.

Auaaaa! Maaaami!

Und wer kuschelt und tröstet mich jetzt?!?!?

Das Blödeste am alleine wohnen ist, dass man niemanden hat, wenn es einem schlecht geht. Das ist natürlich so beim Krank im Bett liegen, wenn man sich den Finger blutig schneidet, den Fuß anknackst und trotzdem einkaufen gehen muss, usw.

Immer wenn ich krank bin, spüre ich das natürlich. Und jetzt in dem großen Haus mit niemandem, den ich kenne, in der Nähe, spüre ich das noch viel mehr. Vor ein paar Wochen bin ich beim Bettenüberziehen vom Hochbett gefallen und hab mich noch fangen können und es ist absolut nichts passiert. Aber ab da wurde mir klar, dass wenn mir wirklich was passiert, es Tage dauert, bis mich jemand vermisst.

Heute bin ich richtig fies die Stufen runtergefallen. Gleich bei der obersten Stufe gerutscht, auf den Rücken gefallen und bis nach unten gerutscht. Mein ganzer Rücken tut weh und ich hab mich reflexartig auf den rechten Arm gestützt und jetzt habe ich Schmerzen am Ellenbogen und Unterarm. Und der Rücken ist halt echt arg – vom Nacken bis zum unteren Kreuz.

Es waren noch zwei liebe Gäste da, die mich beruhigt haben und mir Traubenzucker gegeben haben. Also technisch gesehen war ich gar nicht alleine, als es passiert ist. Aber es schockt doch ziemlich.

Ich habe zuerst weitergemacht und Betten abgezogen und die Waschmaschine eingeschalten. Aber die Schmerzen beim Rücken werden schlimmer und der Ellenbogen pocht ganz fürchterlich. Also hab ich mich erstmal hingesetzt. Und Serien geschaut. Vielleicht lege ich mich jetzt noch mal hin, weil ehrlich gesagt, ist das alles ganz furchtbar.

Jedenfalls werde ich heute nicht auf die Leiter steigen und versuchen die Vorhangstange zu reparieren, die ein Gast unabsichtlich heruntergerissen hat. Das mache ich erst, wenn wieder wer da ist. Nur für den Fall. Damit irgendwer da ist, der die Rettung rufen kann. Oder mich trösten. Oder mich kuscheln. Eh scho wissn.

Keep Papa close at all times

Ich und Dinge reparieren! Mein Papa macht immer alles selbst. Ich wusste nicht mal, wozu es Handwerker gibt, bevor letztes Jahr aus Zeitmangel ein Fremdfirmenmensch das Badezimmer in seinem Haus renoviert hat. Jedenfalls ist es eben so, dass Papa es lieber schnell selber macht, bevor er uns zeigt wie es geht. Dinge reparieren lernst du erst, wenn du alleine wohnst. Und es gibt ein paar Dinge, die ich ganz leicht selber kann. Und ein paar Dinge, von denen ich mich fernhalte. Im Grunde ist es leicht: Computer und Drucker kann ich selbst. Möbel aufbauen kann ich selbst. Wasserhahn tropft? Kein Problem! Klospülung geht nicht? Kein Problem! Sagen wir: Wasser ist kein Problem. Strom schon. Vor Strom hab ich nämlich Respekt. Viel Respekt und keine Ahnung! (Kein Respekt und keine Ahnung wäre viel blöder!)

Aber schauen wir mal, wie meine Woche bis jetzt war:

Sonntag und Montag hab ich 16 Stunden Büroarbeit gemacht, da ist viel Zeug ungeputzt und ungewaschen liegen geblieben.

Heute bin ich hinunter ins Dorf Essen kaufen gegangen, und wäre vor Hitze fast umgekippt. Ich sah schon Punkte, keine schöne Sache.

Jedenfalls habe ich mich zusätzlich geärgert, weil dauernd Schotter in meine Schuhe kam. Und natürlich: beide Sohlen haben Risse. Großartig! Natürlich habe ich nur diese Schuhe hier. Und natürlich besitze ich nur ein einziges Paar. (Stimmt nicht! Ich besitze mehrere Paar Schuhe, eines für Winter, eines für Sommer. Eines für Winter mit Absätzen, eines für Sommer mit Absätzen.) Wann braucht man mehr? Genau, wenn die alten kaputt gehen!

Papa? Papaaa!

Als ich den verflixten Berg endlich wieder hochgestiegen war, hat mein Handywecker geläutet. Erinnerung: Wäsche ist fertig. Ich gehe also zur Waschmaschine, denke mir nichts Böses, mache sie auf, kommt mir ein Schwall Wasser entgegen!

Drei Zimmer mit ungewaschener Bettwäsche! Oh mein Gott! Ich habe keine Ahnung von Waschmaschinen – also wie man sie einschaltet, schon. Aber sonst?

Mein erster Gedanke bei allen Fehlfunktionen ist immer Papa anrufen.

Papa (einmal Servicetechniker, immer Servicetechniker) : uh, blöd. … Ja, hat sie Strom?

Ich: die Anzeige zeigt nix an…

Papa : naja, und vorher hat sie funktioniert?

Ich : Ja

Papa: sonst hast überall Strom?

Ich: achso. Du meinst, es ist einfach nur der Strom ausgefallen?

Papa : na, schau halt mal.

Ich : oh, nein. Warte, das Licht funktioniert auch nicht!

Papa : weißt du wo der Sicherungskasten ist?

Ich : ja, ich schau grad… Aber alle Schalter sind oben….. Nicht mal der FI is weg.

Papa: hmmm

Ich: In allen Stockwerken.

Papa: Frag die Nachbarn, ob sie Strom haben. Wenn ja, ist das Problem bei dir, und dann wissen die auch wo du anrufen musst. Weil in einem fremden Haus kriegst das nicht hin.

Ich lege auf und gehe los. Meine Nachbarin ist nicht zu Hause. Als ich mich umdrehe, fährt ein Energie Steiermark-Auto an mir vorbei. Hmm. Entweder sie haben repariert oder sie reparieren gleich. Gut. Etwas, um das ich mich nicht kümmern muss. Zwei Minuten später piepst mein Handy – mein Internet funktioniert also wieder. Strom! Ich freue mich schon und gehe zur Waschmaschine zurück. Hm. Der FI im ersten Stock ist jetzt gefallen. Der Schalter lässt sich nicht nach oben drücken.

Mit Papa im Ohr geht alles leichter. Ohne würd ich mich nicht trauen.

Ich: Ich nehm mal an, ich muss alle anderen Schalter nach unten?

Papa: Ja, und dann alle Schalter einzeln umlegen, einen nach dem anderen.

Ich: der 6er ist es. der mag mich nicht.

Papa: Okay. Steht da was dabei?

Ich: Ja. Waschmaschine! Oh nein.

Papa: Schalt alle anderen schon mal ein. Steck die Waschmaschine ab.

Ich: Ok. Er hauts mir trotzdem noch raus.

Papa: Was hängt noch an der Waschmaschine?

Ich: Nichts. Es gibt in dem Badezimmer sonst nix. Das Licht hängt am 5er dran.

Und das wars dann ja auch. Wir sind nicht drauf gekommen, was es sein könnte. Ich habe die Waschmaschine mit Verlängerungskabel im Gang angesteckt und jetzt wäscht sie wieder munter rumpelnd vor sich hin.

Das ganze Hin und Her (Papa: Nimm lieber nicht die Kabelrolle, nimm lieber drei von den dreier Steckdosenleisten- Spuleneffekt!?!?!) hat mich über eine Stunde gekostet.

Im Grunde hat er gefragt, ich habe geantwortet und ich habe oft einfach vorgeschlagen, was ich als Nächstes machen würde und er hat zugestimmt. Aber die Sache ist die: Ohne Papa im Ohr hätte es viel länger gedauert! Das ist immer so, weil ich mich bei jedem Schritt erstmal überreden müsste, dass das jetzt was bringt. Und das ich es eh richtig mache. Und dass ich nicht versehentlich das Haus anzünde oder einen Kurzschluss verursache. Also: Danke, Papa.

Von der Welt abgeschnitten

Ich schreibe das jetzt, obwohl ich weiß, dass es nicht bei euch ankommt. Denn das Gewitter hat gerade mein Internet zum Erlöschen gebracht. Ich bin also mutterseelenallein. Ohne jeden Draht -hehe- zur Außenwelt. Ab und zu geht das Licht aus. Ab und zu knallts und kläääschts draußen.

WLAN am Oarsch

Der Verbindungsbutton zeigt volle Signalstärke. Aber kein Internet. Ich hab jedes Elektrokastl aus- und wieder eingeschaltet. Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun kann. In solchen Fällen warte ich immer einen Tag ab. Seltsam, denn das hat noch nie was gebracht. Ich musste am nächsten Tag immer wen anrufen – irgendeine Notfallnummer. Und dann kam am nächsten Tag wer von der Firma. Und dann kam am nächsten Tag wer von der Post. Und dann musste ich am nächsten Tag zum Geschäft von der Firma eine Stunde durch die Stadt latschen, damit ich ein Kastl gegen ein anderes Kastl umtauschen konnte.

In Kärnten ist das praktischer. Da bringen die Leute, die zu dir kommen, das neue Kastl gleich mit. Das ist Service!

Aber: Das Kastl hat nichts. Ich glaube es liegt diesmal echt nicht am Kastl. Aber woran es sonst liegen könnte, weiß ich leider nicht. Da kenn ich mich zu wenig aus. Leider hab ich auch mein Datenvolumen fürs Handy von dem Monat schon verbraucht. Deshalb muss ich jetzt ohne Internet auskommen. Ich hoffe wirklich, dass es nicht an meinem Haus liegt, sondern dass irgendwo der letzte Blitz ein bissl zu viel für den Anbieter war. Dass es eine Leitung getroffen hat, die nicht in meinen Zuständigkeitsbereich gehört. Dass ich morgen früh den Computer anschalte und alles funktioniert einfach wieder. Ist das nicht unser aller Traum?!

Am nächsten Morgen

Es war wirklich nur das Gewitter! Ist das nicht schön!?! Alles funktioniert einfach so wieder. All die Trauer und das Ärgern gestern voll für die Katz. Puh.

[Hostel] Die Geschichte mit dem Grusel-Klopfen

Ach! Regentage!

Wenn es regnet, ist alles anders. Es wird hier oben ziemlich kalt (nicht nur, wenns regnet, auch in der Nacht) und es ist sehr dunkel und gruslig. Wind peitscht am Haus entlang und alles klappert und klopft und pfeift. Meistens denke ich mir: Ah, der Wind! und gehe schlafen.

Aber nicht gestern Nacht. Es war Mitternacht. Ich wollte schlafen gehen. Und dann Klopfen. Und dann Klappern. Und ich kann einfach nicht hören, woher es genau kommt. Das macht mich wahnsinnig. Ich überrede mich also – mutterseelenallein und im Pyjama, wie ich eben bin – hinunterzugehen und Stock für Stock abzugehen und zu schauen, was es denn sein kann. Und ich finde nichts.

Während ich unten bin, klingt das Geräusch als käme es von oben. Ich schließe jedes Fenster, jede Tür und sperre ab, wo es nur geht. Das Klopfen hört nicht auf. Wenn ich oben bin, klingt es, als käme das Geräusch von unten. Keller? Nein. Eingangstür? Nein. Dach? Kann ich nicht schauen. Aber was ist es? Wackelnder Blumentopf? Nein. Einbrecher? Man müsste schon ein sehr dämlicher Einbrecher sein, wenn man so viel Krach macht.

Also ist es vielleicht ein Tier. Wie furchtbar. Was mach ich denn mit einem Tier? Was für ein Tier? Ein Waschbär, ein Marder, ein Siebenschläfer? Waschbären gibt’s doch nur in den USA, oder? Ich kann meine Angst gar nicht beschreiben.

Ich weiß nur: Ich habe ganz bestimmt mehr Angst vor dem Tier, als es vor mir!!

Es mag dem Post einiges an Spannung nehmen, aber ich konnte nicht herausfinden, was es ist. Es ist wenigstens kein Mörder oder sonst was – ich bin am Land! Es kann alles sein!

Nachdem ich dann nochmal alle Stockwerke und Balkone abgegangen bin und alles überprüft habe, was man nur überprüfen kann – drehe ich ein Hörbuch ganz laut auf und lege mich schlafen. Die Ablenkung wirkt – ich schlafe schnell ein und tief genug, um erst morgens wieder aufzuwachen.

Heute muss ich das ganze Haus putzen, weil am Wochenende 18 Gäste kommen! Also im Grunde alle Zimmer bis auf eines herrichten! Vielleicht finde ich ja noch was. Dann erzähle ich es euch.

Aber so ganz allein wie ich im Moment hier oben bin, will ich lieber nichts finden.

[Hostel] Happy Birthday to meee!!!

Mein Geburtstag ist oft nichts Besonderes. Ich feiere selten. Meist fahre ich zu meinen Eltern und dann krieg ich Geburtstagstorte und Geschenke (ein Vorteil, wenn man viele Geschwister hat – viele Geschenke!) und abends gehe ich mit meinen Schwestern ins Kino. Oder auch nicht, wie wir gerade wollen (und was eben gerade läuft).

Dieses Jahr bin ich hier oben in Waldschach. Kein Kino. Keine Geburtstagstorte, außer ich backe sie mir selbst. Aber wer soll dann die ganze Torte aufessen? Besser nicht.

Und dann hab ich auch noch während der Woche Geburtstag, wo alle arbeiten müssen und nicht herkommen können. Als meine Großmutter angerufen hat, hab ich also gesagt, dass sie vorbeikommen können, weil ich nichts anderes vorhabe. Und dann haben sie sich ins Auto gesetzt und das getan, was sie hassen: Irgendwo mit dem Auto hinzufahren, wo es keine Hausnummern gibt und nur enge Straßen und wo sie vorher niemals waren und später garantiert nicht mehr hinfinden.

Und in dem Haus der Tausend Stiegen wird meinen Großeltern bewusst wie alt sie sind. Mein Großvater weiß nie in welchem Stock welches Zimmer ist und sie schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wenn es darum geht, wer mit dem Hund runtergehen muss.

Aber sie lieben die Aussicht und die Terrasse – na klar! – und sie freuen sich mich zu sehen. Wir waren mittags essen und dann einkaufen – und ich musste nicht nachdenken, was ich einkaufe und wie ich es den Berg raufschleppe und ob es eh nicht zu schwer für die ganze Strecke ist! Sondern einfach, schwupp- ins Auto damit! (Das Leben ist für Autofahrer so beschissen einfach! Das verdienen die meisten Leute nicht! Aber ich verdiene es – zumindest heute. Weil ich mich an meinem Geburtstag nicht zu Tode schwitzen will oder muss.)

Ach, schön hatten wir es heute! Und das Wetter war gut, und ich konnte so richtig mit der Umgebung prahlen und sie fühlten sich auch wohl.