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Von der Idee bis zum Verlag – Teil 1

Was mache ich, wenn ich ein größeres Projekt angehe? Wie bereite ich mich vor und was sind eigentlich die Schritte, die ich durchlaufen muss, bevor irgendwer meine Texte lesen darf?

Es gibt ein Video, für die, die mir zuhören wollen, und einen Blogbeitrag mit in etwa demselben Inhalt, für diejenigen, die lieber lesen.

Der Plan war, im Juli und August ein größeres Projekt wiederaufzunehmen, für das ich im Mai und Juni kaum Zeit hatte. Und ich hab mir gedacht, ich gehe kurz durch, wie ich das normalerweise immer mache.

1. Die Idee

Ein Stück Dialog, eine Figur, die unbedingt vorkommen will. Die Idee kann erstmal sehr klein sein und verschwommen – unkonkret.
Und nicht alle Ideen sind für längere Projekte geeignet. Das weiß man meist nicht sofort. Deshalb finde ich es immer gut, nicht sofort mit Schreiben anzufangen, sondern ein bisschen zu überlegen, was da alles rein soll. Worum es gehen soll. Und wie intensiv es werden wird.
Und zwar passiert das in mehreren Schritten.

ein Satz


Zuerst ist es vielleicht nur ein Satz. Eine Zusammenfassung, die du immer als Überthema im Kopf behältst.
Nehmen wir als Beispiel Harry Potter.
1-Satz-Version von Harry Potter: HP findet heraus, dass er ein Zauberer ist, und geht auf eine Zauberschule. Das ist es.
Das ist ein Leitsatz sozusagen.


Der nächste Schritt ist in Halbsätzen und Stichworten, in Dialogsfetzen usw alles aufzuschreiben, was du schon von der Geschichte weißt.
Was will die Hauptfigur? Welche Nebengeschichten können miteinfließen usw. Und diese ganze Vorarbeit führt zum

2. Plotten

5000 bis 10000 Wörter
Oder heißt plotten. Das ist die Landkarte, der Plan, den du anfertigst, bevor du weitermachst. Alles, was du machst, bevor du richtig zum Schreiben beginnst. Herausfinden, was die Charaktere alle wollen und wieso sie es wollen. Welche Konflikte du erzählen willst. Und wie du sie erzählen willst. Ob die Leser:innen mehr wissen, als die Figuren oder umgekehrt. Wer wann wo draufkommt. Das hat natürlich auch damit zu tun, was für ein Genre du wählst. Du wirst einen Krimi anders planen als eine Liebesgeschichte. Ganz klar.
Ist ja auch logisch.
Und erst nachdem ich diese ganze Vorarbeit gemacht habe, weiß ich, ob es ein längeres Projekt wird, oder nur ein kurzes.
Dann gehe ich die Charaktere nochmal durch. Weiß ich alles? Hab ich die Backstorys? Hab ich alles durchgedacht? Bin ich halbwegs zufrieden mit dem was ich habe?
Also setze ich mich hin und schreib noch weiter. Ordne es chronologisch. In der Reihenfolge, wie ich es erzählen will. Also baue ich mir das Gerüst aus dem, was ich schon weiß. Diese erste grobe Übersicht hat vielleicht 5000 Wörter. Ich gehe alle Szenen durch und schreib mehrere Sätze zum allem, was ungefähr vorkommen soll. Dialoge, wenn ich sie schon kenne. Hintergründe, die dann vielleicht gar nicht mehr in der fertigen Geschichte landen. Ortbeschreibungen, Personenbeschreibungen. Was auch immer ich später wahrscheinlich wissen muss.
Und wenn das fertig ist, geht es auch schon an

3. die erste Version

ca. 70.000 Wörter
Das ist dann schon eine Version, wo es ans Schreiben geht. Wo ich alles ausformuliere. Und zwar versuche ich, alles möglichst schnell zu schreiben, ohne es zu überarbeiten. Das ist ein bisschen der Trick dabei: Ohne Überarbeiten die erste Version fertig schreiben.
Weil wenn ich mit ausbessern und wieder durchlesen anfange, schreibe ich die ersten paar Kapitel wieder und wieder und wieder. Dazu hab ich schonmal ein Video gemacht. Ich schreib die ersten paar Kapiteln und den Rest vom Buch gar nicht. Weil ich immer das Gefühl habe, ich könnte das noch verändern und besser machen. Aber die Wahrheit ist halt: Ich mach es nicht besser, weil es nicht fertig wird. Es bringt mir nix, wenn die ersten drei Kapiteln gut sind. Es muss ein ganzes Buch geben, damit ich was damit anfangen kann. Und das ist schade, weil es so ist, dass ich irgendwann wahrscheinlich die ganze Idee verwerfe, weil ich nicht weiterkomme.
Deshalb ganz wichtig: Zuerst die erste Version beenden. Alles schreiben, dann umarbeiten.
Das heißt aber auch, dass es bei mir normal ist, das in den ersten paar Kapiteln etwas vorkommt, was dann nie wieder vorkommt. Einfach weiterschreiben, auch wenn du etwas Grundlegendes verändert hast.
Wenn die erste Version beendet ist, diesmal sind es knapp 70.000 Wörter, dann wird es Zeit für

4. das Überarbeiten


Beim Überarbeiten drucke ich das ganze mal aus. Ja, Papierverschwendung. Aber ich komme mit Ausgedrucktem besser zurecht. Ich überfliege die Kapitel und schreibe eine Stichwort-Zusammenfassung von dem, was dort steht.
Wieso?? Eine kurze Version hatte ich doch schon vorher???
Aber es hat sich bestimmt einiges verändert. Was weicht vom Plan ab? Was haben die Figuren gemacht, was ich nicht bedacht hatte? Passiert oft. Dann überprüfe ich, ob ich was vergessen habe.

Wichtig: Rechtschreib-, Tipp- und Grammatikfehler werden überhaupt noch nicht beachtet. Erstmal geht es einfach nur um die Logik der Geschichte. Ist alles erzählt worden? Wissen die Leser:innen alles, was ich erzählen wollte? Hab ich irgendwas nur im Kopf und nicht am Papier? Haben die Figuren alles was sie brauchen?
Alles Durchdenken und Fehler ausbessern und Notizen machen. Ich schreibe Notizen oder ganze Szenen neu, die ich noch brauche. Und ich check durch, was falsch ist. Ob jetzt was doppelt da steht, ob ich was hinzufügen oder löschen muss. Und dann lass ich es eine Woche liegen. Und dann geht es an

die zweite Version

ca 100.000 Wörter


Die zweite Version fügt alles zusammen. Das was ich schon ausformuliert habe, das was ich umformulieren will, was ich neu dazufügen muss. Alles kommt zusammen. Und auch, wenn ich weiß, das diese Szene so bleiben kann, wie sie ist, ich schreibe alles ab. Wort für Wort. Wenn ich kopiere mache ich mehr Fehler, als wenn ich alles neu schreibe. Denn vl passt doch nicht die ganze Szene, vl kommt irgendein Wort vor, dass ich später anders benannt habe. Was auch immer, ich schreibe alles NEU. Einfach aus Vorsicht!
Und bei meinem derzeitigen Hauptprojekt bin ich gerade in der Phase, das ich alles überarbeite und neu schreiben muss.
Dann komme ich zu

Überarbeiten

Neu schreiben

Testleser finden

Überarbeiten

Verlag suchen oder selbstständig veröffentlichen


Ich glaube dazu sollte ich ein eigenes Video machen. Bei der Verlagsuche beachten:

Druckkostenzuschuss – also wo du was zahlen musst, ist kein echter Verlag.

Viele Verlage haben auf ihren Websiten Anweisungen, wie du mit ihnen in Kontakt treten sollst. Beachte diese Wünsche. Schau dir die anderen Bücher an, die der Verlag schon veröffentlicht hat. Und ob dein Buch da dazupasst. Es gibt für viele Genres eigene Verlage, also die nur in diesem spezifischen Genre veröffentlichen. Und was ich so gelernt hab, ist: Wenn du bei großen Verlagen niemanden kennst, ist es fast unmöglich da rein zu kommen.
Gleichzeitig kannst du, wenn du sehr engagiert und gut darin bist, für deine eigenen Projekte Werbung zu machen, im Selbstverlag sehr viel erreichen.
Also überleg dir gut, was für ein Zuhause dein Projekt verdient hat. Du hast mehrere Monate oder sogar Jahre daran gearbeitet, also versuch nicht, diesen Schritt abzukürzen. Das wird nix.

An dieser Stelle darf ich darauf hinweisen, dass ich mehrere Bücher veröffentlicht habe. Auch ein Hörbuch ist dabei und mehrere E-Books, die ihr sofort runterladen könnt. Unter anderem hab ich beim Renate-Götz-Verlag veröffentlicht, das war sehr angenehm.

Wenn ihr Erfahrungen habt, gute oder schlechte, teilt die bitte mit mir. Ich will immer gerne dazulernen. Wenn wir mehr über unsere Erfahrungen reden, dann werden weniger Leute verarscht und das ist ein gutes Ziel glaub ich.

Im nächsten Video werde ich euch zeigen, wie ich die zweite Version von meinem derzeitigen Projekt angehe. Und wie ich versuche, in kurzer Zeit sehr, sehr viele Wörter zu schreiben. Ich hab schon ein bisschen Angst davor, aber wir werden sehen, wie weit ich komme.

Folgt mir auf YouTube, lest meinen Blog, unterstützt mich auf Ko-Fi.com.
Danke! Bis zum nächsten Mal! Ciao.

Stonehenge von Bernard Cornwell

Cover.StonehengeStonehenge von Bernard Cornwell

Historischer Roman

669 Seiten

rororo

gekauft bei/ um: ausgeborgt

Inhalt: (mit Spoiler)

Lengar und sein kleiner Bruder Saban entdecken einen Fremden, der vor ihnen flieht. Im Tempel tötet Lengar den Fremden und findet bei ihm viele kleine Plättchen aus Gold. Lengar muss das Gold bei seinem Vater Hengall, dem Clanführer von Ratharryn, lassen und schwört Rache. Jahre später tötet er seinen Vater und wird selbst Clanführer; im Gegensatz zu seinem Vater aber ein kriegerischer Tyrann. In der Zwischenzeit wurde Saban mit Derrewyn verlobt, doch kurz vor der Hochzeit nimmt Lengar Saban die Braut weg und macht sie zu seiner Frau. Saban wird in die Sklaverei verbannt. Der mittlere Bruder Camaban, als Schwachkopf und Krüppel verschrien, wird geheilt und zu einem Magier ausgebildet.

Alle haben Angst vor Camaban. Um die Götter zu vereinen und zu beruhigen befiehlt Camaban den Bau eines neuen Tempels. Er macht Saban zum Baumeister. Während die Jahre vergehen, heiratet Saban Aurenna, die zwei Kinder bekommt, später jedoch dem Glauben anhängt, sie sei eine Göttin. Da Camaban ebenfalls nachgesagt wird, er sei ein Gott, verlässt Aurenna Saban und lässt Camaban in ihr Bett. Camaban tötet Lengar und ernennt sich selbst zum neuen Clanführer. Er führt einen Kampf gegen Derrewyn, die mittlerweile von Lengar fortgelaufen ist, und einen Ruf als Zauberin hat. Derrewyn versteckt ihre Tochter und ihre Sklavin in Sabans Hütte, denn nur dort ist sie sicher. Saban heiratet zum Schluss die Sklavin und liebt Derrewyns Tochter wie seine eigene. Mehr als seine eigene, wenn man es bedenkt, schließlich schwört er ja beim Leben seiner eigenen Tochter, dass Hanna nicht Derrewyns Tochter ist. Hanna kommt am Ende übrigens mit Sabans leiblichen Sohn, Leir, zusammen- nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Wie auch immer: Endlich ist der Tempel fertig und bei der Zeremonie soll Sabans Tochter Lallic geopfert werden. Camaban sieht jedoch eine Tote und kann Lallic nicht erstechen, da er selbst getötet wird. (Echt, Leute, ihr solltet das Ende selbst lesen). Gefangen in ihrem unbedingten Glauben, dass ihr Gott die Toten auferstehen lässt, tötet Aurenna ihre eigene Tochter. Sie trauert wahnsinnig und dann bricht der Tempel ein. Saban hatte Camaban vorher gewarnt, dass das passieren könnte, da ein Pfeiler schon einen Riss hatte. Also ist es für den Leser nicht mehr die große Überraschung. Am Schluss wird Saban zum neuen Clanführer gewählt.

Bei so vielen Details wird ja oft die eigentliche Geschichte aus den Augen gelassen, aber hier stört das nicht weiter. Es wird die Vorgeschichte erzählt, wieso man sich abmühte einen großartigen Tempel zu bauen, der dann aber wieder einstürzte. Da alles gegen Ende des dritten Jahrtausends vor Christus, also zu Beginn der Bronzezeit spielt, ist das meiste erfunden, da es zwar einige Fundstücke, aber doch keine schriftlichen Quellen aus der Zeit gibt.

Zwischendurch wurde mir beim Lesen immer wieder langweilig, aber es bleibt ein sehr interessantes Drumherum, sodass ich unbedingt das Ende der Geschichte erfahren wollte, durchgehalten habe und dann mit dem Ende recht zufrieden war.

War das erste Buch, bei dem ich nicht alle Kämpfe übersprungen habe. Teilweise sehr spannend beschrieben! Nett ist auch, dass es sehr starke Frauenfiguren, sehr verrückte, machtbesessene Männerfiguren und zum Ausgleich nur Saban gibt, der halbwegs normal erscheint. Beinahe also ein Antiheld. 😉

Der Autor Bernard Cornwell (geb. 1944) gilt als unangefochtener König des englischsprachigen historischen Abenteuerromans.

„Tintenherz“ von Cornelia Funke

Tintenherz von Cornelia Funke

Inhalt:
Ist wohl ein Kinder- oder besser- ein Jugendbuch (eine Triologie), für die ich natürlich schon viel zu alt bin.

Im ersten Teil, „Tintenherz“, geht es um Folgendes.
Meggie lebt mit ihrem Vater Mo allein, dann taucht ein Fremder auf und sagt, er kennt Mo schon länger. Obwohl Mo Meggie bis jetzt immer alles erzählt hat, tut er plötzlich ganz geheimnisvoll. Der Fremde heißt Staubfinger und er hat einen Mader als Haustier. Sie „flüchten“ zu Meggies Tante Elinor, wobei Meggie keine Ahnung hat, wovor eigentlich. In der Nacht wird Mo entführt und ein Buch gestohlen. Meggie, Elinor und Staubfinger folgen den Entführern bis in Capricorns Dorf, wo sich herausstellt, dass Staubfinger ein Verräter ist. Aber wozu wollen die Entführer Mo?

Es stellt sich heraus, das Mo nur ein Buch vorzulesen braucht, und es schlüpfen Dinge aus den Seiten hervor. So sind Staubfinger, sein gehörnter Mader, Basta (ein Gefolgsmann), Capricorn und etliche andere Räuber zwischen den Seiten des Buches „Tintenherz“ hervorgeschlüpft. Allerdings muss jemand den Platz des Herausgeschlüpften Wesen einnehmen. Meggies Mutter und die beiden Katzen der Familie verschwanden dafür im Buch. Capricorn, der Räuberanführer, will das Mo ihm Schätze aus „der Schatzinsel“ und „1001 Nacht“ hervorliest. Doch aus 1001 Nacht schlüpft stattdessen ein Junge, Farid. Gemeinsam mit Staubfinger, dem Feuerspucker, gelingt ihnen die Flucht.

Elinor kann den Verfasser des Buches ausfindig machen. Mo will nämlich einen Weg finden, alle wieder dorthin zu schicken, wo sie hergekommen sind. Doch auch Fenoglio, der Schriftsteller hat keines von seinen Büchern mehr. Staubfinger beschließt mit Farid zurück ins Dorf zu gehen, um das letzte Buch zu stehlen. Meggie und Fenoglio werden von Basta gefunden und verschleppt.
Staubfinger überredet eine stumme Magd, dass sie das Buch im ganzen Haus sucht. Dabei wird sie aber von Basta und Mortola, Capricorns Mutter, endeckt und Staubfinger tappt in die Falle. Sie werden beide eingesperrt.
Meggie wird mit Fenoglio in ein Zimmer gesperrt. Darius, der Vorleser von Capricorn, hat hier einige Bücher versteckt. Meggie liest solange, bis es ihr gelingt, Tinkerbell aus Peter Pan hervorzulesen. Sie hat das Tlaent ihres Vater geerbt! Basta findet sofort heraus, das Meggie auch Herauslesen kann. Da Mo noch nicht gekommen ist, um Meggie zu befreien, soll Meggie nun Capricorns treusten Freund, den Schatten, herauslesen. Bei Capricorn werden auch Staubfinger und die stumme Magd Resa gefangen gehalten. Meggie glaubt sich errinnern zu können…
die Frau ist ihre Mutter, die der Vorleser Darius für Capricorn herausgelesen hat (Darius ist ein schlechter Vorleser: Resa verlor ihre Stimme, ein Räuber hat keine Nase mehr…).

Resa und Staubfinger sollen hingerichtet werden (vom Schatten). Meggie liest unter Mortolas Aufsicht den Zinnsoldaten aus Andersens Märchen hervor und behält ihn bei sich. Mo lässt Meggie eine Nachricht zukommmen über Gwin, den gehörnten Mader. Fenoglio überlistet Basta, und bekommt Papier zum Schreiben. Dann weckt er Meggie und sie liest ein neues Ende vom Zinnsoldaten, in das der Zinnsoldat zurückkehrt. Er kann also Leute zurückschreiben und die Geschichten verändern! Fenoglio will also ein Ende für Capricorn schreiben. Farid und Mo schleichen sich ins Dorf, werden allerdings erwischt. Elinor beschließt daraufhin, zur Polizei zu fahren und macht sich aus dem Staub.
Meggie wird auf ihren Wunsch hin zu Staubfinger und Resa in die Gruft hinunter gebracht. Nun ist sie sich sicher: Auch Resa hat in Meggie ihre Tochter erkannt. Basta lässt sich von Staubfinger hereinlegen und Staubfinger kann fliehen. Er will das Resa mitkommt, aber Resa lässt Meggie nicht allein.
Die Polizei scheint Elinor nicht zu glauben. Einer der Polizisten bietet ihr jedoch seine Hilfe an, doch nur um sie zurück zu Capricorn zu bringen, der ihn erpresst. Elinor wird in die Gruft gesperrt, wo sie nach neun Jahren wieder ihre Lieblingsnichte Teresa trifft.
Staubfinger versteckt sich währenddessen in Bastas Haus, weil er es nicht geschafft hat, aus dem Dorf zu kommen.
Mo und Farid schleichen sich zu Capricorns Haus, um dort Feuer zu legen (Farid hat von Staubfinger schon viel über das Feuer gelernt). Meggie wird schon hinunter gebracht, zu dem Platz, an dem die Hinrichtung stattfinden soll.
Zu Elinors Überraschung soll auch Basta mit ihnen dem Schatten ausgeliefert werden.
Am Abend gelingt Meggie alles, im Ärmel hat sie Fenoglios neues Ende versteckt, sie liest und kann Mortola, die Elster, sogar davon aufhalten, ihr das Buch aus den Händen zu reißen. Doch den letzten Satz bekommt sie nicht über die Lippen. Hinter ihr steht plötzlich Mo und tötet Capricorn mit bloßen Worten.
Später fällt auf, dass Fenoglio vom Buch verschlungen wurde, einige Feen und Glasmänner dafür aufgetaucht sind. Basta und Mortola können fliehen. Staubfinger, der alles aus der Entfernung mitangesehen hat, stiehlt Mo das Buch und Farid fleht ihn an, zusammen wegzugehen (was die beiden noch in der Nacht tun).
Meggie, Mo und Teresa fahren mit Elinor in deren Haus zurück.

Cornelia Funke verblüfft mich immer wieder mit ihrer fantasievollen Sprache. Die seltsamsten Geschichten kann sie ganz einfach vor meinem Auge entstehen lassen, wenn sie Worte verwendet, die man normalerweise nicht dafür verwenden würde.

Diese Geschichte, ist jedoch eine Geschichte, die die Bezeichnung Erzählung mehr als verdient, vielleicht wäre sogar „Märchen“ ein richtiges Wort. Märchen klingt nur so abwertend, was einfach nicht stimmt. Cornelia Funke holt die schlimmsten Romanfiguren aus den Büchern hervor und zwingt uns, uns zu fürchten, obwohl wir wissen, dass wir ja nur lesen.

Figuren wie Meggie, Mo und Elinor trösten mich immer, da sie mir bewusst machen, dass ich nicht die Einzige bin, die nach Büchern verrückt ist.

8 Punkte von 10

„Asphalt Tribe“ von Morton Rhue

Autor: Morton Rhue
Taschenbuch
Ravensburger Verlag
Gekauft: bei Thalia um 6,20 €
ISBN-13: 978-3-473-58212-9
ISBN-10: 3-473-58212-3
Cover Asphalt Tribe Cover Asphalt Tribe 

„Asphalt Tribe- Kinder der Straße“, ein Roman von Morton Rhue, handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die auf den Straßen New York ums Überleben kämpft. Die Ich-Erzählerin, und somit die Hauptfigur, ist die 15jährige Maybe.

Die Gruppe „Asphalt Tribe“ besteht aus: der drogenabhängigen Rainbow, dem Anarchisten Maggot, OG mit seinem Hund Pest, 2Moro, Jewel und Tears. Die Erzählung beginnt am Silvesterabend. Am nächsten Morgen finden sie OGs besten Freund Country Club tot in einer kleinen Gasse. OG verbittert daraufhin und wird schwer krank ins Krankenhaus gebracht. Maybe erzählt vom harten Alltag, vom dealen, betteln, sich in Clubs schmuggeln, nur um nicht draußen sein zu müssen und wie sie auf den Strich gehen. Zunächst haben sie in einem leerstehenden, baufälligen Haus noch einen Unterschlupf, doch als es geräumt wird, leben sie unter einer Brücke. Durch Zufall lernt Maybe den Bibliothekar Anthony kennen, der ihr einfach so ihre Hilfe anbietet und ihr die Augen öffnet. Sie begreift, dass das Leben auf der Straße nichts mit Freiheit zu tun hat. Rainbow bricht aus der Entzugsanstalt aus und begeht Selbstmord. Maggot, der den „Asphalt Tribe“ überhaupt erst zusammen gebracht hat, wird eines Tages von seinen reichen Eltern abgeholt, um wieder in ein „normales“ Leben geführt zu werden. Jewel, der Transvestit, wird geistesgestört, als seine „Zwillingsschwester“ 2Moro erdrosselt aufgefunden wird. Mit Anthonys Hilfe macht Maybe, die übrigens Jesse heißt, die Großeltern von Tears ausfindig. Tears zieht zu ihren Großeltern und Maybe beschließt, vielleicht doch ins Jugendheim zu gehen.

Sehr echt, sehr nah, extrem bedrückend. Einzelne Dinge sind recht eklig beschrieben, aber genau so schreibt Morton Rhue. Die Realität. Maybe ist eine sehr sympathische Protagonistin, die einzige, die einem normal vorkommt; sie führt durch die Geschichte. Die Kids, die auf der Straße sterben, haben einen genauen Lebenslauf bekommen. Was alles passieren muss, bis ein Kind abhaut sollte den Erwachsenen zu denken geben. Allerdings ist es ein Jugendbuch, das wiedereinmal viel zu wenig Erwachsene lesen werden.

„Bahnwärter Thiel“ von Gerhart Hauptmann

“Bahnwärter Thiel“ von Gerhart Hauptmann

Der Bahnwärter Thiel heiratet nach dem Tod seiner ersten Frau Minna, die gesundheitlich kräftigere Lene. Bald weiß jeder, dass Thiel unter Lenes Fuchtel steht, er wird deswegen verspottet. Thiel schottet sich gegen die Außenwelt ab, er erträgt alles mit Gleichgültigkeit. Anfangs widerspricht er Lene noch, wenn es um seinen Sohn aus erster Ehe, Tobias, geht. Doch auch das wird immer seltener. Thiel, der noch immer seine erste Frau liebt, aber von Lene abhängig wird, verbringt die Zeit in seinem Wärterhäuschen damit, an die Verstorbene zu denken. Einmal bildet er sich ein, Minna zu sehen, glaubt aber nicht daran. Tobias entwickelt sich sehr langsam, ist also zurückgeblieben. Er zeigt seinem Vater, das er ihn liebt, und Thiel versucht, diese Liebe zu erwidern.

Lene dagegen beginnt Tobias regelrecht zu hassen, was besonders deutlich wird, als sie einen eigenen Sohn gebiert. Eines Tages bemerkt Thiel, dass Tobias von Lene geschlagen wird. Wohl um Lene von Tobias fern zu halten, bietet er ihr einen neuen Kartoffelacker, ganz in der Nähe seines Häuschens an. Thiel spielt, wenn er Nachtdienst hat, manchmal mit Tobias und den anderen Kindern aus dem Dorf. Darüber regen sich die Leute wieder auf, aber immerhin sind die Kinder bei ihm gut aufgehoben. Als Thiel einmal wieder zum Dienst geht, vergisst er sein Brot, dreht er mit einem unguten Gefühl um, und bekommt mit, wie Lene Tobias anschreit und ihn niedermacht. Doch Thiel hat nicht die Kraft, irgendetwas zu erwidern und so muss der heulende Tobias mit ansehen, wie sein Vater einfach wieder zur Türe hinaus geht, ohne einen Kommentar. Als Thiel den neuen Acker umgräbt, fällt ihm ein, dass Lene ja sehr oft zu ihm kommen würde, um den Acker zu bestellen.

Immer wieder stellt er sich Minna vor. Lene kommt, um den Acker anzusehen. Thiel nimmt Tobias bei seinem Rundgang mit, obwohl Lene dagegen ist. Am Nachmittag kann Thiel sich aber nicht mehr gegen Lenes Wunsch wehren. Sie nimmt Tobias mit, der auf den kleinen Sohn aufpassen soll. Einem Gefühl folgend, schreit Thiel ihr noch nach, dass sie aufpassen soll, Tobias geht gerne in die Nähe der Schienen. Lene zuckt darauf nur mit den Schultern. Thiel merkt erst, was geschehen ist, als der Zug mit quietschenden Bremsen an hält. Tobias wurde vom Zug erfasst. Lene steht unter Schock. Alle kümmern sich um sie und Tobias.

Thiel bleibt in seinem Häuschen. Dann kommt der Zug mit Tobias zurück, er sollte ins Krankenhaus gebracht werden. Als er erfährt, dass Tobias tot ist, wird Thiel wahnsinnig. Er redet mit seiner verstorbenen Frau. Dann wird er ohnmächtig. Lene pflegt den Kranken mit schlechtem Gewissen. Später finden sie Lene und ihr Kind mit durchtrennter Kehle vor. Am nächsten Morgen fand man den Bahnwärter Thiel an der Stelle sitzen, an der Tobias überfahren wurde. Er hält die braune Mütze von Tobias in der Hand.

Thiel kommt ins Untersuchungsgefängnis, wird am ersten Tag schon in die Irrenanstalt überführt.

Der Bahnwärter Thiel ist die Hauptfigur. Man liest seine Gedanken, versteht seinen Geisteszustand und lebt mit ihm mit. Weil er seine erste Frau sehr geliebt hat, beginnt er seine zweite Frau, die das komplette Gegenteil ist, zu hassen. Und doch ist er abhängig von ihr.

Lene ist die zweite Frau des Bahnwärters. Sie versucht, die Familie zusammenzuhalten und gut durchzubringen. Weil sie eben nicht alles perfekt machen kann, gibt sie Thiel die Schuld an jedem Problem. Da Thiel seinen Sohn Tobias mehr liebt als sie, ist sehr eifersüchtig auf den Kleinen. Sie schlägt ihn, und zeigt ihm, dass er nicht ihr Sohn ist.

Minna ist die erste Frau Thiels. Sie ist kränklich und schmal, passt äußerlich also gar nicht zu dem starken Bahnwärter. Sie stirbt während der Geburt des ersten Sohnes, Tobias. Später stellt sich Thiel Minna aber so genau vor und spricht mit ihr, dass sie in der Geschichte am Leben bleibt. Obwohl die Gefühle des Bahnwärters Thiel sehr genau beschrieben werden, bekommt man erst beim Tod von Tobias seinen unglaublich großen Schmerz mit. Erst dann fühlt man, was er fühlt, die Erzählweise verändert sich trotzdem nicht.

„Bahnwärter Thiel“ ist ein eher langweilig geschriebenes Buch. Es erzählt vieles zu genau, auf einiges wird dafür gar nicht eingegangen. Im Mittelpunkt steht natürlich jener Bahnwärter, der nach dem Tod seines ersten Sohnes, Frau und Kind tötet. Es ist eine Beobachtung der Veränderung seines Gemützustandes. Erst auf den letzten Seiten „passiert“ die eigentliche Geschichte, erst dann beginnt man richtig zu lesen- und kann erst aufhören, wenn man weiß, wie es endet. Während also der Anfang recht schwer fällt, gewöhnt man sich später an den Stil und bewundert ihn sogar. Man ist betroffen von Tobias Schicksal, verwundert über das von Thiel, hat aber eine gewisse Schadenfreude Lenes Tod gegenüber, weil ihr von vornherein die Schuld an dem Unglück gegeben wird.

„Ich und Kaminsky“ von Daniel Kehlmann

„Ich und Kaminski“ von Daniel Kehlmann

In dem Roman „Ich und Kaminski“ von Daniel Kehlmann geht es um einen jungen Journalisten, der eine Biografie über einen alten, blinden Maler schreiben will.

Der Journalist Sebastian Zöllner reist aufs Land, um den berühmten Maler Manuel Kaminski für Interviews zu treffen. Es soll eine Biografie über den Künstler entstehen, doch dieser weigert sich mit Zöllner zu reden. Auch will Kaminskis Tochter Miriam erst in zwei Tagen mit dem Journalisten zusammenarbeiten, dieser denkt allerdings nicht daran, nur mit Miriam zu sprechen. Er ist fest entschlossen mit Manuel Kaminski selbst zu reden.
Miriam muss für einen Tag verreisen, und diese Gelegenheit nimmt Sebastian wahr, um sich im Haus umzusehen.
Schließlich redet er Kaminski ein, dass dessen ehemalige Freundin, Therese Lessing, ihn wiedersehen will.
So fahren die beiden in einem BMW, los.

Als sie auf Kaminskis Drängen einen Anhalter mitnehmen, klaut dieser bei der ersten Gelegenheit das Auto mitsamt den Koffern.
Sie übernachten in einem Hotel, und fahren dann mit dem Zug weiter. Schließlich bringt Zöllner Kaminski in die Wohnung von Elke. Elke hat, da sie sich bereits von Sebastian getrennt hat, seine Sachen zusammengepackt, aber die Post liegt noch da. Es ist auch eine Einladung zu einer Vernissage von einem jungen Künstler dabei.
Sebastian borgt sich Elkes Auto aus und fährt mit Kaminski dorthin. Zuerst wissen die Leute nicht einmal, wer Manuel Kaminski ist, doch dann wollen ihn alle fotografieren und interviewen, was er natürlich sehr ablehnt. Am nächsten Morgen steht plötzlich Elke in der Wohnung und wirft die beiden endgültig raus. Sebastian klaut ihr Auto und fährt mit Kaminski weiter.

Schließlich kommen sie bei Terese Lessing an, die natürlich völlig überrascht ist, Kaminski zu sehen.
Trotz aller Verwirrtheit wird klar, dass Therese ein schönes Leben hatte und hat. Sie lebt mit ihrem Freund Holm zusammen und ihre Tochter Lore wohnt nicht weit entfernt. Der Besuch verläuft für Kaminski sehr enttäuschend, und das tut auch Zöllner Leid.
Wegen einer Bemerkung Kaminskis über ein Bild im Haus, wird Sebastian klar, dass der alte Mann gar nicht blind sein kann.
Als sie wieder im Vorgarten stehen, kommt plötzlich Miriam auf die beiden zu.
Sie erzählt Sebastian, dass ihr Vater bereits einen Vertrag mit Hans Bahring hat, ein Autor, der Sebastian Zöllner nicht sehr gut gefällt, und gegen dessen Bücher er in seinen Kritiken immer wettert.
Sebastian wird klar, dass er jetzt gar nichts mehr hat. Als er sich von Kaminski verabschieden will, überredet ihn dieser zum Meer zu fahren. So setzt sich Kaminski, der noch nie am Meer war, an den Strand, und Sebastian wirft alle Unterlagen, die er über den Künstler gesammelt hat, ins Wasser. Schließlich lässt Sebastian Kaminski am Strand sitzen und geht weg.

Der Roman ist recht einfach zu lesen, obwohl die Handlung eher schwer zu durchschauen ist. Das Ende weist auf einen Neustart für Sebastian Zöllner hin, und auf den baldigen Tod Manuel Kaminskis.
Hauptcharaktere gibt es in dem Buch wohl nur zwei, obwohl man auf das Leben von mehreren Menschen aufmerksam gemacht wird.

Sebastian Zöllner ist die Hauptfigur des Romans. Er ist sehr von sich eingenommen, und hat in seinem Leben eigentlich nichts zu tun. Sebastian Zöllner wirkt auf den Leser sehr unsympathisch, nur auf den letzten paar Seiten schöpft man Hoffnung, dass aus Sebastian Zöllner doch noch ein angenehmer Mensch werden könne.

Manuel Kaminski ist ein alter Maler, man ist sich bis zum Schluss nicht ganz sicher, ob er blind ist, oder nicht. Er führt die Menschen gerne in die Irre, beziehungsweise manipuliert er sie oft, weil er gar nicht mehr anders kann.

„Jesus liebt mich“ von David Safier

„Jesus liebt mich“ von David Safier

Nachdem Marie, leicht depressive Mittdreißigerin, ihren Mann vor dem Altar stehen lässt, trifft sie auf Jesus, der wieder auf Erden wandelt, um den Jüngsten Tag vorzubereiten.

Nach dem Bestseller „Mieses Karma“ wirft David Safier eine nicht minder witzige Geschichte auf den Markt. Der Roman handelt, wie schon erwähnt, von Marie.

Die leicht verrückte, gar nicht heldenhafte Marie, die weder ihr Idealgewicht erreichen, noch die richtigen Männer lieben kann. Was anfangs ziemlich vorprogrammiert klingt- da es ja klar ist, dass Marie nun im Buch ihren Traumtypen treffen muss- bekommt eine sehr nette, wenn auch leicht unsinnige Wendung.

Der Pfarrer, der sie eigentlich hätte trauen sollen, ist der gefallene Erzengel Gabriel, der zum Menschen mutiert ist, weil er sich in Maries Mutter verknallt hat.

Maries Dach wird nach der Katastrophenhochzeit von einem Zimmermann wieder in Ordnung gebracht, und dieser Typ lässt einige Fragen aufkommen. Wieso spricht er so viele Sprachen, kann Wunderheilen oder übers Wasser gehen?

Die Antwort kommt beim ersten Date: Er ist Jesus. Während Marie nun verzweifelt versucht, ihm einfach zu glauben, kommen andere Fragen auf, zum Beispiel: Wie gibt man Jesus einen Korb?

Doch Jesus´ Vater (Gott) hat seinen Sohn nur auf die Welt geschickt, um über die Menschen zu richten.

Dabei fällt Maries Familie aber nicht gut weg, und um zu verhindern, dass alle im ewigen Feuer schmoren, versucht Marie Jesus zu überreden, den Tag des Jüngsten Gericht noch etwas zu verschieben.

Das Buch ist gut geschrieben. Ich musste an einigen Stellen laut auflachen und habe das Lesen sehr genossen. Danach hat mich die Thematik nicht so schnell wieder losgelassen, was für so ein nettes Buch für Zwischendurch ungewöhnlich war. Dass sich Satan in George Clooney und Alicia Keys verwandelt oder Gott in Emma Thompson ist ein nettes Zuckerl, da der Ton immer herrlich sarkastisch und extrem anschaulich bleibt.

Einige Kritiker bezeichneten den Roman als „Einfach Göttlich.“ Ich denke, Gott, Satan, Jesus und Gabriel verhalten sich sehr menschlich. Und das macht die Komödie einfach göttlich.