Achtung! – Eislaufschuhe in freier Wildbahn gesichtet

Wie war das mit Schuhen?

Mach keinen 800 m- Lauf mit neuen Turnschuhen. Ich schätze, man kann das erweitern; es gilt ab jetzt für alle Arten von Schuhen, okay?

Ich hab mir neue Eislaufschuhe gekauft. Das war ja schon mal eine Klasse für sich. Ich bin nämlich recht wählerisch, was Eisschuhe angeht; meine Füße und ich, wir sind da speziell. Das Aussehen ist uns übrigens weitgehend unwichtig. Aber ich hasse diese Zacken an der Spitze. Ich laufe nicht Gefahr, plötzlich einen Dreifachsprung machen zu wollen, definitiv nicht. Die Kufen von normalen Schuhen ohne Zacken sind leicht gebogen, was nicht nur optisch Sinn macht.

Wusstet ihr, dass es Damenhockeyschuhe nur in Pink gibt?

Ich rutsche doch nicht in Pink herum (Soviel zur Egaligkeit des Aussehens). Schon gar nicht mit Blümchenmuster. Wer denkt sich sowas nur aus? Ich dachte tatsächlich schon daran, einfach welche mit Zacken zu probieren, und dann klammheimlich die Zacken wegschleifen zu lassen. Da kam ein Objekt in Gestalt eines fast ausgestorbenen Verkäufers vorbei. Nett. Er gab mir die kleinste Herrengröße zum Probieren. Passte fast. War vorne zu eng. Hab ich schon erwähnt, dass nicht mehr viel fehlt, und dann wären meine Füße breiter als lang?

Jedenfalls verwarf auch er die Sache mit den Damenschuh sofort. Was mich natürlich gleich zur nächsten Frage bringt: Warum sind Damenschuhe immer so verdammt schmal?

Will mich die Weltmacht der Schuhfabrikanten etwa dazu zwingen, mein Leben lang Omaschuhe, Turnpatschen, Bergschuhe oder Schneestiefel zu tragen? Na ja, wie auch immer. Jedenfalls brachte der Verkäufer ein neues Paar Schuhe. Sie waren blau, sie waren teuer. Man muss die Marke, Nike, genauso wenig erwähnen wie den Preis von 79,99 Euro. Ich habe sie gekauft, ohne in einem anderem Geschäft nach Vergleichbarem zu schauen.Was soll´s. Sie waren bequem und toll und Heureka! endlich eigene Eisschuhe.

Wir sind dann zum Längsee gefahren, gleich am Wochenende. Stundenlang gelaufen, wegen Schmerzen aufgehört. Muskelkater und aufgescheuerte Füße, überall Blasen, Blut, aua!!

Deshalb bin ich, wie gesagt, sehr dafür, dass Eisschuhe in die Vorsicht-Kategorie aufgenommen werden. An solche Sachen denkt man doch nicht, wenn man Spaß hat und glücklich ist. Und so.

Autos, Problem 5.131.679.513

Hast du das schon mal erlebt? Mir ist das letztes Jahr mal passiert.

Du kommst aus der Arbeit, bist spät dran, musst noch deine Schwester von der Schule abholen. Rennst zum Auto, setzt deine Sonnenbrille auf, schnallst dich an, drückst den MP3-Player ins Autoradio, steckst den Schlüssel in sein Loch, steigst auf die Kupplung, drehst den Schlüssel um und dann- Stille. Nichts. Gar nichts. Probierst es noch mal von vorne: Kupplung loslassen. Wieder drauf. Schlüssel drehen. Nichts.

Heilige Scheiße!

Du studierst zunächst die verschiedenen Blicklichter am Armaturenbrett. Benzin? Halb voll. Batterie leuchtet- normal, sollte jedoch ausgehen, wenn man startet- haha. Öllampe leuchtet. Geht aus. Okay. Ansonsten leuchtet aber nichts mehr. Der Radio spielt. Die Sonne scheint. Tja.

Ich mache in einer solchen Situation immer eines.

Nämlich meinen Vater mittels Handy erreichen. Warum ist er so froh? Ich sage es ihm. Er sagt: „Oh!“ Passend. „Jemand“, sage ich, und damit meine ich ihn, „muss die Brina trotzdem abholen.“ Er sagt, er kommt. Das ist doch schon einmal gut. Zwischendurch überquere ich den Parkplatz, und gehe beim Billa einkaufen. Dazu braucht man ja kein Auto. Und die Zeit, die hätte ich mir doch auch nie dafür genommen. Man will doch immer möglichst schnell nach Hause, wenn man lange gestanden ist und geackert hat. Ich kaufe natürlich auch nichts Wichtiges, nur eben etwas, damit die Zeit schneller vergeht. Es dauert fast eine Stunde bis mein liebes Vaterlein mit meiner Schwester bei mir landet.

Er tritt auf die Kupplung, wie ich es auch schon endlose Male versucht habe, und plötzlich gibt das Pedal nach und sackt hinunter. Uups. „Na ja“, meint er schließlich. „Die Erste ist ja sowieso drin. Ich könnte hinüber zum Dings fahren.“ Mit Dings meint er die Fiat-Werkstatt, deren Namen man sich einfach nicht merkt.

„In der Ersten?“ Meine Schwester und ich sehen in etwa gleich dämlich drein. „Ja. Du fohrst halt min Pontiac.“ Oh-oh. Mit Quietschen, Rauchen und Stöhnen schafft es mein Vater tatsächlich, den kleinen Fiat zum Laufen zu bringen. Mein Oh-oh galt aber dem Pontiac Transsport, den mein Großvater uns einige Monate zuvor geschenkt hatte, als er selbst sich einen Neuwagen anschaffte. Ich vermied es von Anfang an, mit dem riesigen, unübersichtlichen Benzinverschlucker zu fahren. Mein kann nicht Kuppeln, man kann nicht parken, man kann nicht lenken- es sei denn man ist so stark wie Pippi Langstrumpf und Wladimir Klitschko zusammen und hat die Augen eines Adlers, und kann den Kopf einer Eule gleich um 180° drehen. Da es sich bei mir, als ich das letzte Mal nachgesehen habe, aber noch um einen normalen Menschen handelte, habe ich mich damit abgefunden, keine seltsamen, sondern nur noch normale Autos zu fahren.

Siebenmal. Siebenmal ist mir dieser Idiot von einem Auto abgestorben, bis ich aus der Parklücke draußen war. Gott sei Dank ist es nicht weit bis zum Dings.

(Beim Fiat war übrigens das Kupplungsseil gerissen. Aber da das schon das zweite Mal in diesem Jahr passierte, brauchten wir nichts zu zahlen und der Papa hat auch noch einen Ersatzwagen bekommen)