„Der Talisman“ von Johann Nestroy

“Der Talisman“ von Johann Nestroy

„Der Talisman“ ist eine Posse mit Gesang in drei Akten. In dem Stück von Johann Nestroy geht es um den Barbiergesellen Titus Feuerfuchs, der durch seine roten Haare ein Außenseiter ist.

1. Akt. Einige Bauernmädchen und -burschen wollen tanzen gehen, die Gänsehüterin Salome wird ausgeschlossen, da sie rothaarig ist. Flora Baumscheer, die Gärtnerin der Frau von Cypressenburg, sucht einen Gärtnergehilfen. Sie schickt Plutzerkern los, um einen zu suchen. Plutzerkern trifft auf Titus und meint, dieser wäre nicht gut genug, da er rote Haare hat.
Am Brunnen treffen sich Titus und Salome, glücklich, nicht mehr verspottet zu werden erzählt Titus ihr von seinem Vetter, einem Bierversilberer, der ihm nicht helfen will und dass er Arbeit sucht. Salome überlegt, dass der Bäcker einen Knecht braucht; dann bemerken sie eine Kutsche, die aufs Wasser zufährt. Titus rennt dem Pferd nach und kann es stoppen, bevor et-was passiert. Salome läuft zum Bäcker und will ihm von dem „Held“ berichten. Titus beruhigt währenddessen den Mann, der in der Kutsche gesessen hat. Dieser heißt Monsieur Marquis, der sich bei Titus mit einem Talisman, einer Perücke, bedankt. Titus verabschiedet sich von Salome und versucht sein Glück bei der Gärtnerin Flora. Er redet so gewandt mit ihr, dass sie denkt, er hätte viel Erfahrung als Gärtner und sie überlässt ihm sogar die Kleidung ihres verstorbenen Mannes. Die Kammerfrau Constantia kommt zu Flora. Flora erzählt ihr, dass Titus gedenkt, sie zu heiraten. Titus jedoch macht nun der Kammerfrau schöne Augen. Titus trägt frisches Obst ins Schloss.
2. Akt. Er wird von der Kammerfrau eingeladen, mit ihr zu essen, während Flora in ihrer Wohnung allerdings auch mit Essen wartet. Constantia denkt, dass sie die gnädige Frau überreden kann, Titus als Jäger einzustellen und kleidet Titus mit den Gewändern ihres verstorbenen Mannes. Salome kommt plötzlich ins Schloss geeilt, auf der Suche nach Titus. Sie verrät ihn aber nicht, was ihn sehr erstaunt. Wenig später kommt auch noch der Herr Marquis herein. Es stellt sich heraus, dass er Friseur ist und ein Verhältnis mit Constantia hat. Als Titus einschläft und im Schlaf über Constantia redet, nimmt Marquis die Perücke wieder an sich. Frau von Cypressenburg findet es zuerst nicht gut, dass Constantia ohne ihre Erlaubnis einen neuen Jäger eingestellt hat. Sie will Titus wieder verjagen. Als sie ihn jedoch zu Gesicht bekommt, wundert sie sich zuerst, dass er blond ist. Titus hatte nur eine blonde Perücke gefunden. Er spricht mit solch ausgesuchten Worten zu der Schriftstellerin, dass sie ihn zu ihrem Sekretär macht, und ihm die Kleidung ihres verstorbenen Mannes gibt. Constantia ist empört, als sie Titus als blonden Mann sieht. Er legt es darauf an, dass sie entlassen wird, damit niemand ihn verrät. Auch über Marquis und Flora, die Gärtnerin, erzählt er Geschichten aus seiner verqueren Sicht. Dann schmeichelt er der Hausherrin. Titus wird den Gästen vorgestellt, und fügt sich recht gut ein. Doch dann kommen Flora, Constantia und Marquis herein und es wird verraten, dass Titus rothaarig ist. Er geht und wechselt bei Flora Baumscheer den feinen Anzug wieder in seine ärmlichen Kleider.
3. Akt. Salome und Titus´ Onkel Spund reden darüber, dass Titus etwas Geld bekommen soll, denn Spund hat viel Geld geerbt. Titus wird noch einmal ins Schloss gerufen, und weil er denkt, dass sein rotes Haar die Herrin beleidigt, setzt er sich die graue Perücke auf, die er früher im Jägergewand gefunden hat. Flora erfährt inzwischen, dass Titus reich ist und läuft ihm nach. Spund und Titus treffen aufeinander, worauf Spund Titus als Universalerben einsetzen will. Als Titus die graue Perücke abnimmt, gelingt es Frau von Cypressenburg Spund klar zu machen, dass Titus trotz roten Haaren ein guter Mensch ist. Da Constantia und Flora Titus wegen der roten Haare nicht mochten, wählt Titus Salome und meint, wenn es mehrere Leute mit roten Haaren gäbe, dann würden sie nicht mehr verspottet werden.

Das Stück ist trotz der älteren Sprache recht leicht zu lesen. Die Themen sind heute auch sehr aktuell. Zum einen ist Titus Feuerfuchs ein Außenseiter, weil er rothaarig ist. Zum andern geht es sehr leicht, die Leute mit einer ablenkenden Sprache um den Finger zu wickeln.

Titus Feuerfuchs ist ein Barbiergeselle, der allerdings immer die rechten Worte findet. Durch seine roten Haare wird er benachteiligt, aber als er eine schwarze Perücke geschenkt bekommt, wendet sich sein Glück. Vom Gärtnergehilfe wird er zum Jäger und dann sogar zum Sekretär der Frau von Cypressenburg – alles an einem Tag und nur wegen seiner gutgewählten Sprache und seinen schnellen Verstandes mit denen er Eindruck bei den Frauen schinden kann.

Flora Baumscheer ist die Gärtnerin im Schloss von Frau von Cypressenburg. Sie ist Witwe und schlägt Titus vor, an die Stelle ihres verstorbenen Mannes zu treten und Gärtner zu werden. Als sie merkt, dass er rothaarig ist, ist sie entsetzt. Als Titus dann zum Universalerben zu werden scheint, will sie ihn doch wieder haben.

Constantia ist Kammerfrau im Schloss. Sie ist ebenfalls sehr beeindruckt von Titus und denkt, er würde gut in die Rolle ihres verstorbenen Mannes passen, der Jäger war. Sie hat ein Verhältnis mit dem Friseur Marquis. Als sie entdeckt, dass Titus rothaarig ist, findet sie, er sieht furchtbar aus.

Salome ist Gänsehüterin und so rothaarig wie Titus. Sie ist die einzige, die ihn mag, so wie er ist, was er am Ende auch erkennt.

„Ich und Kaminsky“ von Daniel Kehlmann

„Ich und Kaminski“ von Daniel Kehlmann

In dem Roman „Ich und Kaminski“ von Daniel Kehlmann geht es um einen jungen Journalisten, der eine Biografie über einen alten, blinden Maler schreiben will.

Der Journalist Sebastian Zöllner reist aufs Land, um den berühmten Maler Manuel Kaminski für Interviews zu treffen. Es soll eine Biografie über den Künstler entstehen, doch dieser weigert sich mit Zöllner zu reden. Auch will Kaminskis Tochter Miriam erst in zwei Tagen mit dem Journalisten zusammenarbeiten, dieser denkt allerdings nicht daran, nur mit Miriam zu sprechen. Er ist fest entschlossen mit Manuel Kaminski selbst zu reden.
Miriam muss für einen Tag verreisen, und diese Gelegenheit nimmt Sebastian wahr, um sich im Haus umzusehen.
Schließlich redet er Kaminski ein, dass dessen ehemalige Freundin, Therese Lessing, ihn wiedersehen will.
So fahren die beiden in einem BMW, los.

Als sie auf Kaminskis Drängen einen Anhalter mitnehmen, klaut dieser bei der ersten Gelegenheit das Auto mitsamt den Koffern.
Sie übernachten in einem Hotel, und fahren dann mit dem Zug weiter. Schließlich bringt Zöllner Kaminski in die Wohnung von Elke. Elke hat, da sie sich bereits von Sebastian getrennt hat, seine Sachen zusammengepackt, aber die Post liegt noch da. Es ist auch eine Einladung zu einer Vernissage von einem jungen Künstler dabei.
Sebastian borgt sich Elkes Auto aus und fährt mit Kaminski dorthin. Zuerst wissen die Leute nicht einmal, wer Manuel Kaminski ist, doch dann wollen ihn alle fotografieren und interviewen, was er natürlich sehr ablehnt. Am nächsten Morgen steht plötzlich Elke in der Wohnung und wirft die beiden endgültig raus. Sebastian klaut ihr Auto und fährt mit Kaminski weiter.

Schließlich kommen sie bei Terese Lessing an, die natürlich völlig überrascht ist, Kaminski zu sehen.
Trotz aller Verwirrtheit wird klar, dass Therese ein schönes Leben hatte und hat. Sie lebt mit ihrem Freund Holm zusammen und ihre Tochter Lore wohnt nicht weit entfernt. Der Besuch verläuft für Kaminski sehr enttäuschend, und das tut auch Zöllner Leid.
Wegen einer Bemerkung Kaminskis über ein Bild im Haus, wird Sebastian klar, dass der alte Mann gar nicht blind sein kann.
Als sie wieder im Vorgarten stehen, kommt plötzlich Miriam auf die beiden zu.
Sie erzählt Sebastian, dass ihr Vater bereits einen Vertrag mit Hans Bahring hat, ein Autor, der Sebastian Zöllner nicht sehr gut gefällt, und gegen dessen Bücher er in seinen Kritiken immer wettert.
Sebastian wird klar, dass er jetzt gar nichts mehr hat. Als er sich von Kaminski verabschieden will, überredet ihn dieser zum Meer zu fahren. So setzt sich Kaminski, der noch nie am Meer war, an den Strand, und Sebastian wirft alle Unterlagen, die er über den Künstler gesammelt hat, ins Wasser. Schließlich lässt Sebastian Kaminski am Strand sitzen und geht weg.

Der Roman ist recht einfach zu lesen, obwohl die Handlung eher schwer zu durchschauen ist. Das Ende weist auf einen Neustart für Sebastian Zöllner hin, und auf den baldigen Tod Manuel Kaminskis.
Hauptcharaktere gibt es in dem Buch wohl nur zwei, obwohl man auf das Leben von mehreren Menschen aufmerksam gemacht wird.

Sebastian Zöllner ist die Hauptfigur des Romans. Er ist sehr von sich eingenommen, und hat in seinem Leben eigentlich nichts zu tun. Sebastian Zöllner wirkt auf den Leser sehr unsympathisch, nur auf den letzten paar Seiten schöpft man Hoffnung, dass aus Sebastian Zöllner doch noch ein angenehmer Mensch werden könne.

Manuel Kaminski ist ein alter Maler, man ist sich bis zum Schluss nicht ganz sicher, ob er blind ist, oder nicht. Er führt die Menschen gerne in die Irre, beziehungsweise manipuliert er sie oft, weil er gar nicht mehr anders kann.

„Luki-Live“ von Christine Nöstlinger

Die Küche von der Luki-Mutter ist für mich fast so etwas wie ein Mutterbauch; […] Aber irgendwie schaut unsere Küche wie ein kleiner Operationssaal aus. Und wenn ein Hühnchen auf der Arbeitsfläche liegt, fragt man sich gleich: Woran ist das arme Tier gestorben?[1]

Die Ich-Erzählerin Ariane Ammerling berichtet von ihrem Alltagsleben mit Luki-Live. Zwischen 3. und 4. Klasse Gymnasium wird ihr Nachbar und bester Freund Luki Dostal wegen einem Sprachkurs nach England geschickt und kommt als völlig anderer Mensch zurück. Jedenfalls wäre er gerne ein Anderer. Und deshalb treibt er zum Beispiel Lehrer in den Wahnsinn, weil er immer nur die Wahrheit sagt, oder das, was er sich gerade denkt. Ariane selbst kann sich an den neuen Luki nicht gewöhnen, vermutet aber Eifersucht dahinter, weil er jetzt beliebter ist als sie. Und der neue Luki gefällt nicht nur den Klassenkameraden, sondern auch einer gewissen Stine Böhm, die Luki an der Nase herumführt. Die verwöhnte 23jährige sagt, dass sie so gerne mit ihm zusammen sei, aber die Sache eskaliert, als Luki, dem die Schulden schon über den Kopf wachsen, von Stines Verlobten vor die Tür gesetzt wird. Die Erwachsenen beraten, wo er denn nur sein und ob er sich etwas antun könnte, während Ariane ihm zielstrebig hilft, und dazu auch ihr Gespartes „ verdünnisiert“.


[1] Christine Nöstlinger: „Luki-Live“ Öttinger (Hamburg,1999), Seite 33

„Nagle einen Pudding an die Wand“ von Christine Nöstlinger

(Den weiteren Stumpfsinn, den sich der Popopapa für das Diktat mit den EE-Wörtern ausgedacht hatte, habe ich vergessen. Nur den Schluss weiß ich noch: „Ein See aus Tee und Kaffee entleert sich ins Meer.“) Der KoKu schrieb emsig mit. Ich linste auf seine Arbeit und konnte das Kichern kaum unterdrücken. Statt jedem Doppel-E malte er ein Fünffach-E. Wie Spiral-Sprungfedern durchzogen sie den Trottel-Text. „Ich bin immer für Fleißaufgaben“, flüsterte  mir der KoKu zu.[1]

Die 13jährige Katharina lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Benjamin zusammen und ihr ereignisloses Leben ändert sich, als Konrad Kurdisch junior, dem sie sofort den Spitznamen KoKu verpasst, in ihre Klasse kommt. Koku reißt immer wieder von zu Hause aus, weil er ein aktives Mitglied von Greenpeace werden will. Jedoch wird er mit der Begründung, er sei zu jung, immer abgewiesen. Katharina und Koku werden bald Freunde, und zusammen beschließen sie, etwas in ihrer Umgebung für die Umwelt zu tun. Mit einigen Klassenkameraden nennen sie sich die „grüne Zukunft“ und gehen ziemlich radikal gegen die Alltagsvergehen ihrer Nachbarn vor. Katharina, die ihren Eltern eigentlich immer alles erzählt, schreibt ein Tagebuch, damit sie nicht in Versuchung kommt, das Geheimnis auszuplaudern. Doch Katharinas kleiner Bruder Benjamin gibt das Heft einfach an die Eltern weiter. Die finden die Taten zwar nicht so schlimm, meinen aber, dass man das mit den anderen Elternteilen besprechen müsse. Nach dieser Diskussion, bei der eigentlich nichts herauskommt, verschwindet KoKu wieder. Sie finden ihn auf einem Bauernhof, wo er sich wohler zu fühlen scheint. Das Ende bleibt mehr oder weniger offen; Katharina zwingt ihre Familie, Kleinigkeiten für die Umwelt zu tun und wartet darauf, dass KoKu zurückkommt.


[1] Christine Nöstlinger: „Villa Henriette/Nagle einen Pudding an die Wand!“ Sonderband, Arena 2002, Seite 259

„1000 strahlende Sonnen“/ „A Thousand Splendid Suns“ von Khaled Hosseini

Es geht um das uneheliche Kind Mariam, das ihren Vater nur einmal in der Woche sehen darf. Als Mariam mit fünfzehn gegen den Willen ihres Vaters zu seinem Haus geht, öffnet er ihr die Türe nicht. Der Chauffeur ihres Vaters bringt sie wieder nach Hause und Mariam sieht, dass sich ihre Mutter aufgehängt hat. Die drei Ehefrauen ihres Vaters handeln schnell. Sie verheiraten Mariam mit Rashid, einem älteren Witwer, der weit weg von Herat in Kabul lebt. Rashid zwingt Mariam eine Burka zu tragen und nachdem Mariam mehrere Fehlgeburten hatte, schlägt er und misshandelt er sie öfter. Es wird noch schlimmer, als Rashid Laila heiraten will, ein Waisenmädchen. Laila stimmt einer Hochzeit sofort zu, denn sie ist von ihrem Freund Tarik schwanger. Tarik ist nach Pakistan geflohen, und ein Mann erzählt Laila, dass Tarik gestorben sei. Als Laila ein Mädchen, Aziza, bekommt, beginnt Rashid auch sie zu hassen. Mariams und Lailas Freundschaft wird stärker, als sie sich für das Mädchen gegen Raschid zusammen schließen. Sie wollen fliehen, doch werden beim Bus von einem Fremden verraten. Endlich gebiert Laila doch noch einen Sohn, Zalmai. Rashid geht in seiner Vaterrolle auf, hasst Laila doch umso mehr, wenn Zalmai einmal zu ihr will.   Nachdem während einer Dürre Rashids Shop abbrennt, geht ihnen das Geld aus. Aziza wird ins Waisenhaus abgeschoben. Da steht plötzlich Tarik wieder vor Lailas Tür …

vorsicht, fehler…

Mariam is an illegitimate child, who tries to visit her father when she is fifteen. When she comes back to her home, she sees that her mother has hanged herself. The wives of her father marry her off to Rasheed. First Rasheed treats her well, but he begins to hit Mariam when she can’t have children. The brutality is getting worse when Rasheed wants to marry Laila, an orphaned girl. Laila agrees to marry him because she is pregnant from her friend Tariq, who has gone to Pakistan. Laila thinks that Tariq was killed by a rocket. Rasheed starts to hate Laila, too, when she gives birth to a girl, Aziza. Laila and Mariams friendship starts with taking care of Aziza. They plan to flee together, but they were betrayed by a stranger. When Laila gives finally birth to a son, Zalmai, it seems to get better. But then Rasheed’s shop is destroyed by fire, and they have no money. They left Aziza at an orphanage. One day Tariq stands in front of the door. Rasheed beats Laila and Mariam up when Zalmai has told him about the friend of his mother. Mariam takes a shovel and murders Rasheed. Laila goes away with her children and marries Tariq. Mariam takes the blame and is killed at prison. Laila comes back to Kabul and tries to help the war victims.

„Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen

Als ich Stolz und Vorurteil das erste Mal aufschlug, konnte ich mir das Lachen einfach nicht verkneifen.

Ich hatte zwar schon zuvor den Film gesehen – mit Keira Knightley und einer herrlich grimmigen Judi Dench -, aber diese Dialoge hatte ich einfach nicht erwartet. Ich denke, sie wurden für den Film doch sehr abgeschwächt. Das ewige Hin- und Hergeplänkel, wie unmöglich dies aussieht, wie wundervoll jenes; wie man sich wann zu verhalten hat, und, um Gottes Willen, ihr Rock ist bis zum Knöchel mit Schlamm beschmutzt!, das ist doch sehr schwer auszuhalten. Zuerst war ich verwundert, dass so viele Briefe ausgeschrieben wurden, doch anscheinend hat Jane Austen ja zuerst nur Briefromane geschrieben. Entspannend fand ich, dass sie immer wieder „…“ einsetzt: „ Sie schickten ihnen den Wagen bis … entgegen.“ Oder „Sie waren in der…straße.“ Warum auch nicht? Solche Dinge immer überlegen zu müssen ist einfach nervig. Wie oft habe ich selbst zuerst gar nichts, außer den blanken Text natürlich. Keine Namen, keine Städte, keine Sprache. Nett. Das Verhältnis von Elisabeth und Mr Darcy kommt natürlich im Buch besser rüber als im Film. Aber trotzdem ist es einfach schwer, dabei nicht an ein Theater mit bunten Kostümen denken zu müssen. Dass man das Buch trotzdem immer wieder aufschlägt, um bestimmte Szenen wieder zu lesen, liegt vermutlich daran, dass diese scheinbar so unsinnige Geschichte eben doch Hintergründe hat; durchdacht ist, sozusagen. Man merkt es nur erst nach 200 Seiten, was ziemlich erschöpfend ist.

Inhalt:

Elisabeth Bennet lebt mit ihren vier Schwestern und ihren Eltern zusammen. Die Mutter hat nur ein Ziel: So viele ihrer Töchter wie möglich, so schnell wie möglich, so gut wie möglich zu verheiraten. Ihrer älteren Schwester Jane scheint das bald zu gelingen, aber ihr Auserwählter, Mr Bingley, lässt sich das Ganze wieder von seinen Schwestern und seinem besten Freund, Mr Darcy, ausreden und macht Jane und sich selbst unglücklich. Elisabeths kleine Schwester, Lydia, brennt derweil mit Mr Wickham, einem verschuldeten Gegner von Mr Darcy, durch. Weil er sich in Elisabeth verliebt hat, versucht Mr Darcy Wickhams Probleme aus der Welt zu schaffen. Hey, so zusammengefasst klingt es beinahe spannend…natürlich mit Happy End.