Hure dürfenS werden

Nachdem wieder eine Facebook-„Freundin“ von mir ein Bild geteilt hat, auf dem stand, dass Asylanten fürs Nichtstun bezahlt würden, bin ich dermaßen wütend, dass ich jetzt mal was dazu schreibe. Oft halte ich meine Klappe und denke, dumme Menschen verdienen keine Antwort, aber manchmal geht es eben nicht mehr.
Allen anderen möchte ich sagen, das hier ist ein Text, der sehr stark verkürzt wurde. Denn den Leuten, die es eigentlich lesen sollten, ist es wahrscheinlich immer noch zu lang.

Zuerst möchte ich darauf aufmerksam machen – und tatsächlich scheinen einige meiner engeren Bekannten das nicht zu wissen – dass die Wörter „Asylant“ und „Migrant“ nicht synonym gebraucht werden können.

Um Asyl ansuchen bedeutet: der Mensch ist auf der Flucht, der Wechsel des Wohnortes erfolgt wegen Gefahr für Leib und Leben, dieser Mensch wird verfolgt im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention. Es bedeutet: diese Menschen MÜSSEN ihr Land verlassen, obwohl sie es nicht wollen.

Migration bedeutet einen freiwilligen, dauerhaften Wechsel des Wohnortes im politischen Raum. Meist gibt es wirtschaftliche Motive. Diese Menschen WOLLEN umziehen.

Tatsache: Flüchtlinge aufgrund von Umweltkatastrophen und Armut (Umwelt- und Wirtschaftsflüchtlinge) werden im Flüchtlingsbegriff der GFK nicht berücksichtigt.

Wir reden hier von ASYLbewerbern.
Ein Asylantrag wird gestellt, die Asylbewerber werden in Erstaufnahmestellen untersucht und untergebracht. Manchmal wird einfach festgestellt, das Österreich nicht zuständig ist. Die Zuständigkeit sollte innerhalb von 20 Tagen geklärt werden, kann sich aber hinziehen. In dieser Zeit dürfen AsylbewerberInnen den Bezirk des Aufnahmezentrums nicht verlassen. Ist Österreich zuständig, werden die AsylbewerberInnen einer Betreuungseinrichtung zugewiesen (versch. Bundesländer).

Dann beginnt das eigentliche inhaltliche Verfahren. Im Mittelpunkt stehen die Fluchtgründe.
Sobald der Asylantrag eingebracht ist, kommen AsylbewerberInnen in die sogenannte Grundversorgung, die gewährt wird, solange das Verfahren läuft. Nähere Bestimmungen (werwievielwielange) regeln die Landesgrundversorgungsgesetze. Manche Verfahren können sich über Jahre hinziehen.

JA, Asylbewerber bekommen Gewand, Essen, Unterkunft. Sie sind krankenversichert und Kinder müssen zur Schule gehen.

Minderjährige Bewerber dürfen seit einigen Jahren eine Lehre machen, während sie warten. Das durften sie bis vor kurzem nicht.

Erwachsenen Asylbewerbern ist es nicht gestattet, ihren Beruf auszuüben. Sie MÜSSEN Nichtstun. Wenn man jahrelang nichts tun darf, dann WILL man arbeiten, glaubt mir. Eine Arbeitsbewilligung bekommt man nur, wenn kein Inländer für den Job zur Verfügung steht.

Es geht also nur selbstständige Arbeit, für die kein Gewerbeschein benötigt wird: Zeitungsausträger und Prostituierte.

Noch ein paar Zahlen:
Von den 17.503 eingebrachten Anträgen im Jahr 2013 stammen 12.528 von Männern und 4.975 von Frauen
1.187 Asylanträge gab es 2013 von unbegleiteten Minderjährigen, 67 Flüchtlinge waren unter 14 Jahre alt.
Quelle: BMI
Genaueres: http://www.menschen-leben.at
Interessanter Artikel hier: http://www.profil.at/articles/1229/560/335349/asyl-asylwerber-prostituierte-erntehelfer

und hier: http://derstandard.at/2000006172808/Oesterreich-zwingt-Asylwerber-weiter-zum-Nichtstun

Ich hoffe, mir sind durch das Kurzfassen keine großen Fehler passiert (bitte aufmerksam machen). Ich hoffe auch, dem einen oder anderen ist vielleicht ein Mini-Licht aufgegangen.

Aber bedenkt: Dieser Artikel will gar nicht vollständig und ausufernd sein und wurde schon vor ein paar Wochen auf Facebook von mir veröffentlicht. Jedes Wort selbst geschrieben, wobei natürlich sehr Vieles meinen Quellen entnommen wurde.

Das Glück der großen Dinge (What Maisie Knew)

Bild geklaut von: http://www.moviemail.com/film/dvd/What-Maisie-Knew/
Bild geklaut von: http://www.moviemail.com/film/dvd/What-Maisie-Knew/

Man fragt sich ja immer, welche die beste Lösung wäre, wenn die total auf sich selbst fixierten Eltern völlig unfähig sind, ihr Kind als den wunderbaren Menschen wahrzunehmen, der das Kind seit der Geburt eben ist.

Das Schöne an dem Film ist, das man wirklich nur zu sehen bekommt, was die kleine Maisie (Onata Aprile) tatsächlich auch erlebt.

Ja, ihre Eltern streiten sich. Es ist nicht wichtig, den ganzen Dialog zu hören.

Ja, ihr Vater heiratet ihr Kindermädchen Margo (Joanna Vanderham), damit er geteiltes Sorgerecht bekommt. Also schlussfolgert Maisie richtig: Das Gericht wollte, dass ihre Mutter den jüngeren Barkeeper Lincoln (Alexander Skarsgård) heiratet.

Während der Vater Beale (Steve Coogan) als Kunsthändler durch die Welt reist und die Mutter (Julianne Moore) als Rocksängerin auf Tour ist, bleibt Maisie bei den neuen Partnern der Eltern zurück. Die sind sehr viel fähigere Zeitgenossen als die Erzeuger des Mädchens, auch wenn natürlich nicht alles reibungslos abläuft.

Diese Scheißegalikeit, mit der die Erwachsenen Maisie herumreichen, geht natürlich mitten ins Herz. Genauso wie die wundervolle Maisie selbst, eigentlich ein fröhliches, intelligentes Kind, das aber total still wird und nicht ein einziges Mal aufmuckt, wenn die Eltern wieder einmal idiotische Ideen auf sie loslassen. Daran erkennt man schon, dass so vieles nicht stimmt in Maisies Leben.

Bild geklaut von: http://www.shockya.com/news/2013/08/12/interview-what-maisie-knews-julianne-moore/
Bild geklaut von: http://www.shockya.com/news/2013/08/12/interview-what-maisie-knews-julianne-moore/

Den Pluspunkt verdient sich Mutter Susanna dann am Schluss doch noch: als Maisie – zum ersten Mal überhaupt – meint, das sie lieber bei Lincoln und Margo bleiben würde, lenkt die Mutter ein. Natürlich wäre es sehr schwer, ein kleines Kind mit auf Tour zu nehmen – also kann man ihr kein völlig selbstloses Handeln anerkennen – aber sie berücksichtigt Maisies Wunsch sofort. Der erwachsene Zuseher weiß, wie schwer ihr das fallen muss, hat sie doch anfangs jede Freundschaft zwischen Lincoln und Maisie eifersüchtig im Keim ersticken wollen.

Der Film ist Maisies Film und die Erwachsenen sind dankbare Nebendarsteller am Rande, die der Kleinen kampflos den Mittelpunkt überlassen. Wunderschön einfühlsam und ruhig erzählt. Selbstverständlich ist Maisies Happy End nicht wirklich eines, aber die Hoffnung lebt.

What Maisie Knew, English, Drama, 2012, 99 min.

„Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven

Kuss des Kjer Cover
Kuss des Kjer Cover

Der Kuss des Kjer von Lynn Raven

606 Seiten

Gedanken zum Buch:

Das Buch war zwar sehr spannend, trotzdem es teilweise so vorhersehbar war. Die Entführung – die Reise- war mir einfach zu lang. Teilweise gibt es sehr gute Stellen, die dann aber zu ausladend beschrieben wurden. Nett, dass es mal keine Werwölfe und Vampire sind. Ich habe nicht alle Teile mit der Seelenhexe verstanden, da Vieles nur angedeutet wurde, aber nicht ganz aufgelöst.

Die letzten Worte waren unglaublich kitschig, sodass ich sie beinahe hasse: „Ja, ich weiß. was ich bekomme. Genau das, was ich will! – Den Mann, den ich liebe!“ Ojojoj.

Der Schluss hat mich auch nicht umgehauen- Die ganzen Kjer akzeptieren ihn als nächsten König?!?! und eine Nivard-Königin?!?

Mordan und Lijanas sind beides Charaktere, die mir nicht gefallen, aber sie sind sehr gut beschrieben und was man über ihre Vergangenheit erfährt, ist schlüssig. Die Basisgeschichte – böser Soldat trifft gute, aber zickige Ärztin und sie verbessern sich gegenseitig – gefällt mir nicht, aber sie wurde nett ausgeschmückt und mit (ein bisschen zu) vielen Nebenhandlungen angereichert.

„Silber – Das erste Buch der Träume“ von Kerstin Gier

Silber 1 Cover
Silber 1 Cover

Silber – Das erste Buch der Träume

von Kerstin Gier

 

Gedanken zum Buch:

Wieder einmal ein Musterbeispiel an schlechten Eltern. Die Mutter hätte ich immer wieder gerne durchgeschüttelt – einige andere Personen natürlich auch.

Schauplatz schon wieder London. Livvy und Mia sind dagegen sehr echte Mädchen. Die Blogeinträge lockern das alles auf. Diese Einträge sind übrigens im Internet nachlesbar.

Leicht zu lesen, immer wieder lustige Stellen. Ich habe nicht verstanden, warum irgendwer in Träumen herumhüpfen kann, oder warum Liv es plötzlich kann – anscheinend hab ich s überlesen, was solls. Trotz der Warnung am Ende bin ich nicht darauf gespannt, wie es weiter geht. Bis jetzt sieht es so aus, als hätte man ein Buch daraus machen können, aber vielleicht kommt ja noch was Spannenderes.

The River is flowing, flowing and austrocknend

grünes Herz
grünes Herz

Sonntag, 21. September 2014. Sonnenschein in Graz.

Alle möglichen Leute quatschen über den Klimawandel und die globale Erwärmung.

Die Politiker streiten sich, die Millionäre kaufen ihren fünften Privatjet, die großen Fabriken dampfen, die Meere werden verschmutzt, die Tiere werden getötet. Ein Tag wie jeder andere auch.

Eltern, Kinder, Studenten und andere Normalsterbliche in zweitausend Städten rund um den Globus versammeln sich und und zeigen, dass sie mithelfen wollen, die Erde zu säubern.

Wie viele waren das in Graz? 250 oder so. Ist das viel? Das muss doch besser gehen. Ja, Sonntagmittag hat man Besseres zu tun, schon klar. Aber da gehts doch um die Welt.

Geht doch nach der Kirche zur Demo. Funktioniert gut: Zuerst die Seele retten, dann die Welt. Ich glaube, Gott – und ganz egal, an welchen Gott man glaubt – Gott würde wollen, dass wir die Welt retten. Sie ist doch so schön. Schönheit muss man doch bewahren.

2014-09-21 14.00.53
großer Kreis

Ja, was kann ein einzelner schon machen? Anscheinend gar nichts.

Jeder Mensch will doch, dass die Welt für seine Kinder und Kindeskinder auch noch da ist. Sonst würden sie ja nicht dauernd sagen: Früher wars viel besser. Warum tut ihr dann nichts? Nicht einmal hingehen und Interesse zeigen?

Statt meiner eigenen Bilder sehe ich mir lieber die aus New York an, da sind wenigstens 100.000 aufgetaucht. Auch nicht die Welt, aber wenigstens siehts nach was aus:

https://www.facebook.com/peoplesclimatemarch

Wien: https://www.facebook.com/groups/1472264933037906/

 

Wir sehen uns das nächste Mal.

 

vgt.at, http://www.gruene.at/themen/umwelt/letzte-chance-fuer-einen-weltklimavertrag

Clockwork Princess von Cassandra Clare

Clockwork Princess Cover
Clockwork Princess Cover

Clockwork Princess

Chroniken der Schattenjäger 03.

von Cassandra Clare

 

Seiten: 610

Sprache: Deutsch

ausgeborgt bei: Stadtbibliothek Graz

 

Gedanken zum Text (Vorsicht, Spoiler):

„Vater ist ein Wurm.“ Das letzte Stadium von Dämonenpocken ist, dass man in einen Dämon verwandelt wird. So auch Benedict Lightwood – sein eigener Sohn Gabriel muss ihn erstechen. So endet der kleinste Feind, den das Institut hatte.

Jems Krankheit nimmt mehr und mehr Platz ein. Und langsam wird es sicherer, dass er bald stirbt.

Neu an diesem Buch ist, dass es sehr viele Briefe gibt, wie in einem Jane-Austen-Roman werden Teile der Handlung nur in Briefen erzählt.

Jessamines Tod ist ziemlich überflüssig, aber was hätte man sonst noch mit der Figur anfangen können?

Will folgt Tessa, die entführt wurde, und ich fand es gut, dass man mitbekommt, wie es sich anfühlt, wenn die Parabatai-Rune aufhört zu wirken.

Magnus und Henry arbeiten zusammen, eine großartige Idee, und Tessa verwandelt sich in einen Engel, um alles ins Lot zu bringen. Gut gelöst.

Ob ich sonst mit dem Ende zufrieden bin, weiß ich nicht. Zum einen gehören Will und Tessa zusammen, ja, zum anderen fand ich den Ausblick nicht so gut, dass Jem und Tessa nach Wills Tod zusammen kommen- aber vielleicht wird Jems Erlösung ja in City of Heavenly Fire genauer erklärt – oder sonst irgendwo. Und dann bin ich zufrieden. Kann leicht passieren, denn CassieClare rundet ab.

Clockwork Prince von Cassandra Clare

Clockwork Prince Cover
Clockwork Prince Cover

Clockwork Prince

Die Chroniken der Schattenjäger 02

von Cassandra Clare

 

Seiten: 578

Sprache: Deutsch

ausgeborgt bei: Stadtbibliothek Graz

 

Normalerweise sind die Mittelbücher (bei einer Trilogie das zweite, bei eine Tetralogie das dritte Buch) immer ziemlich fad. Alles, was nicht zum Ende oder zum Anfang gehört, wird in ein Buch gestopft.

In diesem hier nicht wirklich. Wie im ersten Buch (C.Angel) angedeutet, versucht Will seinen Fluch loszuwerden. Tessa, Jem und Will zusammen sind super als Dreiergespann. Leider gibt es nur wenige Szenen, in denen sie zu dritt agieren.

Spoiler, oder ein paar Gedanken, die ich hatte. PS.: An mehr kann ich mich nicht wirklich erinnern, da es schon etwas her ist, dass ich das Buch gelesen habe:

Die Verlobung zwischen Jem und Tessa kommt etwas plötzlich, aber damals musste man ja verlobt sein, um sich besser kennenlernen zu dürfen, also kann man es durchgehen lassen.

Jessamine verrät alle, was ihrem Charakter endlich einen Daseinszweck gibt.

Ich liebe Magnus Bane. Darf ich das sagen? Ich liebe es, dass er in allen Geschichten auftaucht und immer gut ist und hilft.

Am Ende gibt es noch einen Minicliffhanger: Cecily, Wills Schwester, kommt und will bleiben. Das habe ich nicht vorhergesehen.

An neuen Figuren gibt es sonst noch Gideon Lightwood, der Sophie eine Basiskampfausbildung geben soll.

Hat mir gefallen, weiter.

Computerfastenzeit

Nachdem Anfang Juli mein Computer den Geist aufgegeben hatte, war ich gezwungenermaßen den Sommer über computerlos. Natürlich nicht völlig, wozu hat man Schwestern? Aber trotzdem, mir hat mein großer Bildschirm gefehlt, auf dem sogar ich (mit 150% Zoom) die Buchstaben erkennen kann, das Abspielen von YouTube- und anderen Videos läuft problemlos und man kann sogar Musik abspielen, ohne das sie das Teil aufhängt!

Dafür kam ich diesen Sommer mehr zum Lesen als sonst. Das ist gut. Ich kam auch mehr zum Schreiben als sonst. Das ist auch gut.

Also, sobald ich meine Dateien wieder alle gefunden habe, wird es hier wieder weitergehen.

Lang lebe mein Computer.

Tod Saturn und der Versicherung.

Tod Bürokram.

Tod dem Geld.

Amen.